Fuchs im Hühnerauslauf? Diese Falle schützt Freilandhennen

20 Juli 2026
Legehenne
Fuchsfallen

So sollte es aussehen: Die Falle direkt am Hennenauslauf ist gut getarnt.


Jeder Halter von Freiland-Legehennen kennt das Problem: Nicht nur aus der Luft droht Gefahr, sondern auch von Fuchs, Dachs, Marder oder Iltis. Mit einer Fuchsfalle lassen sich unliebsame Gäste vom Auslauf fernhalten. Jäger und Landwirt Thomas Vennekel hat eine spezielle Betonrohrfalle entwickelt. 

„Der Legehennenauslauf ist ein Supermarkt für Fuchs, Dachs oder Waschbär“, sagte es eine Legehennenhalterin aus der Müritzregion treffend. Sie war Zuhörerin auf dem diesjährigen Biolegehennen-Forum in Ankum (Niedersachsen). Dort ging es auch um das allgegenwärtige Thema Prädatorenabwehr. Dazu referierte Thomas Vennekel aus Krefeld. 

Teilweise erhebliche Verluste durch Füchse

Vennekel ist Jäger und Landwirt und kennt das Problem Prädatoren auch von vielen Gesprächen mit Legehennenhalterinnen und Legehennenhaltern. Füchse, Dachse, Marder, Iltis, Mink und, hierzulande sehr stark zunehmend, auch Waschbären bedienen sich im Hennenauslauf und sorgen für teilweise erhebliche Verluste. 

Vennekel beschäftigt sich als Jäger schon lange mit dem Thema Fuchsfallen. Vor 15 Jahren stand dabei bei ihm und seinen Jagdkollegen der Schutz von Niederwild und - in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden - der Schutz von Wiesenbrütern im Fokus. Fuchs und Co. können auf verschiedene Weise bejagt werden. Die Fallenjagd ist dabei höchst effektiv im Vergleich zu anderen Jagdarten wie etwa der Baujagd. Zunehmend stellte Thomas Vennekel auch eine  Nachfrage von Legehennenhaltern fest, mit Fuchsfallen für mehr Sicherheit für ihre Tiere zu sorgen. 

Im hinteren Teil der Falle kann das gefangene Tier entnommen werden.

Rechtliche Regelungen einhalten

Das Besondere an der modernen Fallenjagd ist, dass die Tiere lebend gefangen werden. Die Fallen sind im Innern dunkel, die gefangenen Tiere geraten nicht in Panik. Über Fallenmelder gibt es eine 24/7-Überwachung. Für die Durchführung der Fallenjagd braucht man einen gültigen Jagdschein und einen Sachkundenachweis speziell für die Fallenjagd. Vom Grundstückseigentümer braucht es eine Erlaubnis, dass die Falle aufgestellt werden darf. In der Regel ist das bei einem Legehennenauslauf der Legehennenhalter. 

Ggf. ist auch eine Anmeldung der Fuchsfalle bei der Unteren Jagdbehörde bzw. eine Erlaubnis der Jagdpächter notwendig. Thomas Vennekel empfiehlt interessierten Legehennenhaltern, Kontakt zur Unteren Jagdbehörde aufzunehmen und dort zu besprechen, was erforderlich ist.  

Altfüchse verursachen größte Schäden

Vennekel hat vor 15 Jahren angefangen, selbst die ersten Fuchsfallen zu bauen. Mittlerweile ist darauf ein Unternehmen mit acht Angestellten geworden, die Fallen sind zertifiziert. Speziell auch zum Schutz von Legehennenausläufen hat er eine Betonrohrfalle entwickelt, sie ist etwa 3 m lang und kann mit dem Schlepper problemlos versetzt werden. Gefangen werden damit nicht nur  Füchse, sondern auch andere ungebetene Gäste bei den Legehennen. Der Fuchs ist laut dem Fachmann die am schwierigsten zu fangende Wildart. Gleichzeitig verursachen Altfüchse auch den größten Schaden in Geflügelausläufen. 

Die Betonrohrfalle von Venneker hat im Innern eine 80 cm lange Wippe, das passt, dass der Fangmechanismus ausgelöst wird, wenn ein Fuchs über die Wippe geht. Mit passenden Ködern ist der Fuchs gut zu überlisten, so Vennekel. Die Fuchsfalle kann am Auslauf oder auch im Auslauf entlang des Zaunes aufgestellt werden, ggf. in den Zaun integriert. Sie sollte nicht auf den ersten Blick sichtbar sein. 

Ist ein Tier gefangen, gibt es eine Meldung aufs Handy.

Fuchsfallen kenntlich machen im Gelände

Auf jeden Fall ist es notwendig, eine im Gelände platzierte Fuchsfalle kenntlich zu machen. Sie sollte von Spazierwegen etc. nicht einsehbar sein, auch, um Diskussionen oder Störungen zu vermeiden. 

Durch den Einsatz von Fallenmeldern hat die Fallenjagd deutlich an Bedeutung gewonnen, berichtete Vennekel aus dem Jagdbereich. Ist ein Tier gefangen, gibt es eine Meldung aufs Handy. Dafür braucht es eine gute Netzabdeckung. Die heutigen Fallenmelder seien witterungsbeständig, sehr zuverlässig und können diebstahlsicher verbaut werden. Vorgeschrieben ist, dass bei Erfolgsmeldung das gefangene Tier schnellstmöglich wieder entnommen werden muss: „Ist zum Beispiel ein Igel drin, kann man ihn schnell wieder rauslassen“, so der Fachmann.

Jägerschaft sieht Fuchsfallen in der Regel positiv

Da es in vielen Regionen Deutschlands ein Übermaß an Prädatoren gibt, wird der Einsatz von Fuchsfallen an Geflügelausläufen in der Regel von der Jägerschaft positiv gesehen, so der Referent. In der anschließenden Diskussion berichtete eine Legehennenhalterin aus der Müritzregion über ihre Erfahrungen mit den Fuchsfallen, die bei ihr seit zwei Jahren im Einsatz sind – mit großem Fangerfolg. An der Müritz haben sich Waschbären stark verbreitet. „Diskussionsbedarf“ gebe es, so die Legehennenhalterin, des Öfteren beim Thema Fangschuss setzen, für einige Jagdpächter sei dies sensibles Thema. 

Nötiges Zubehör für die Entnahme von Tieren aus der Falle.

Ein Biolegehennenhalter aus dem Ammerland berichtete ebenfalls von guten Fangerfolgen mit der Betonrohrfalle. Da der Landwirt selbst Jäger ist, gestalte sich die Entnahme relativ einfach. Der Ammerländer hat nicht nur mehrfach Füchse an seinem Hennenauslauf gefangen, sondern auch schon einige Marder. Wie er berichtete, hatten Füchse vorher bei ihm des Öfteren großen Schaden angerichtet: „Füchse holen sich nicht nur ein Huhn, sondern töten, wenn sie in den Auslauf gelangt sind, auch eine größere Anzahl Tiere.“ 

Beutegreifer oft das größere Problem

Klar wurde in der Diskussion beim Biolegehennen-Forum aber auch, dass Fuchs, Dachs oder Waschbär nur die eine Seite des Problems sind. Beutegreifer aus der Luft machen den Legehennenhaltern teilweise deutlich mehr zu schaffen, sei es der Habicht auf dem genannten Betrieb im Ammerland oder der Milan in Brandenburg. Jagdrechtliche Lösungen gibt es hierbei nicht. Der Einsatz von Herdenschutztieren wie Ziegen, Hunde oder Lamas kann zumindest etwas helfen, so die Diskussion.  

Christa Diekmann-Lenartz
Bild: Christa Diekmann-Lenartz

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