Die Weltbevölkerung wächst – und mit ihr der Bedarf an tierischem Eiweiß. Nach Einschätzung des US-Agrarwissenschaftlers Frank Mitloehner wird die weltweite Fleischnachfrage bis 2050 um 62 Prozent steigen. Fast die Hälfte des zusätzlichen Proteinbedarfs soll Geflügel decken. Für die Branche eröffne dies große Chancen, verlange aber weitere Fortschritte bei Produktivität und Nachhaltigkeit.
Geflügel gewinnt als Proteinquelle weiter an Bedeutung
Die Geflügelbranche spielt nach Ansicht von Frank Mitloehner eine Schlüsselrolle bei der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung. Der Leiter des Fachbereichs Tierwissenschaften an der University of California in Davis rechnet damit, dass die globale Fleischnachfrage bis zum Jahr 2050 um 62 Prozent zunimmt. Rund 45 Prozent des zusätzlichen Proteinbedarfs werden seiner Prognose zufolge auf Geflügel entfallen.
Mitloehner stellte diese Einschätzung auf dem World Poultry Congress in Toronto vor. Die Branche stehe vor der Aufgabe, deutlich mehr Lebensmittel zu erzeugen und gleichzeitig sparsam mit natürlichen Ressourcen umzugehen.
Tierisches Eiweiß bleibt gefragt
Einen grundlegenden Wandel hin zu einer überwiegend pflanzlichen Ernährung sieht Mitloehner derzeit nicht. Aussagen, Verbraucher würden sich zunehmend von tierischen Lebensmitteln abwenden, hält er für nicht belegt.
Als Beispiel verweist er auf Erhebungen aus den USA. Demnach befinden sich in 98 Prozent aller Haushalte Lebensmittel tierischen Ursprungs im Kühlschrank.
Geflügel punktet mit niedrigen Emissionen
Für die Geflügelwirtschaft sieht Mitloehner deshalb gute Perspektiven. Geflügelfleisch liefere hochwertiges Eiweiß und verursache zugleich deutlich geringere Treibhausgasemissionen als die Erzeugung von Rindfleisch oder Milch.
Masthähnchen und Legehennen gehörten zu den tierischen Produktionssystemen mit vergleichsweise geringer Emissionsintensität. Das verschaffe der Branche im Wettbewerb um nachhaltige Proteinquellen eine gute Ausgangsposition.
Die Produktivität ist deutlich gestiegen
Mitloehner erinnerte daran, wie stark sich die Geflügelproduktion in den vergangenen 75 Jahren verändert hat. Moderne Masthähnchen erreichen heute wesentlich schneller ihr Schlachtgewicht als in den 1950er-Jahren. Gleichzeitig erzielen sie höhere Endgewichte, verwerten das Futter effizienter und weisen geringere Verluste auf.
Diese Fortschritte hätten die Produktivität erheblich verbessert und zugleich die Nachhaltigkeit der Erzeugung erhöht.
Dennoch dürfe sich die Branche auf diesen Erfolgen nicht ausruhen. Um die wachsende Weltbevölkerung zu versorgen, müsse sie ihre Leistungsfähigkeit weiter steigern.

































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