Rabobank-Analyse:: Geflügelfleisch legt weltweit zu – Unsicherheit durch Konflikte und Handelsbarrieren steigt

10 April 2026
Markt Geflügelfleisch
Schlachtkette

Die Nachfrage nach Geflügelfleisch steigt weltweit. Doch geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und Tierseuchen sorgen für Unsicherheit. Dies ist im Quartalsbericht der niederländischen Rabobank zu lesen.

Nachfrage treibt den Markt nach oben

Der weltweite Konsum von Geflügelfleisch wächst weiter. Die Rabobank erwartet ein Plus von 2,5 bis 3 Prozent. Vor allem in Asien-Pazifik und Südasien steigt die Nachfrage deutlich. Auch Europa holt auf: Hier wächst der Verbrauch um 3 bis 4 Prozent – so stark wie seit Jahren nicht mehr.

Verbraucher entscheiden sich häufig für Geflügel, weil es vergleichsweise günstig ist. Die Produkte sind gut verfügbar, und stabile wirtschaftliche Bedingungen fördern den Absatz. Zudem bringen Hersteller neue Produkte auf den Markt und bedienen gezielt regionale Essgewohnheiten.

Regionen entwickeln sich unterschiedlich

Europa, Südostasien, Südasien und Südafrika wachsen derzeit besonders dynamisch. In anderen Märkten zeigt sich ein anderes Bild: In den USA, Mexiko und Brasilien drückt ein Überangebot auf die Preise. Die Rabobank betont, dass Produzenten ihre Mengen sorgfältig planen müssen, um wirtschaftlich zu bleiben.

Welthandel legt nur leicht zu

Der internationale Handel wächst laut Rabobank nur langsam. Die Analysten erwarten ein Plus von 1 bis 1,5 Prozent. Viele Länder bauen ihre eigene Produktion aus und verringern damit ihre Abhängigkeit von Importen.

Zugleich erschweren politische Eingriffe den Handel. Importzölle in den USA und ein zeitweiliges Exportverbot aus der Türkei schaffen zusätzliche Unsicherheit.

Konflikte belasten den Markt

Geopolitische Spannungen verschärfen die Lage. Besonders der Konflikt im Nahen Osten gilt laut Rabobank als zentraler Risikofaktor. Er kann die Weltwirtschaft treffen – vor allem in Asien, das stark auf Energieimporte angewiesen ist.

Steigende Ölpreise verteuern Transport und Produktion. Gleichzeitig können Handelsstörungen und höhere Düngemittelpreise die Kosten für Futtermittel erhöhen.

Der Nahe Osten bleibt ein wichtiger Absatzmarkt für Exporteure wie Brasilien, die Europäische Union, die Ukraine und Russland. Kommt es hier zu Störungen, wirkt sich das direkt auf den globalen Handel aus.

Für die Golfstaaten ist die Lage besonders sensibel. Sie beziehen viele Waren über die Straße von Hormus. Wird diese Route gestört, gerät die Versorgung mit Geflügelfleisch sowie mit Futtermitteln und Zuchtmaterial unter Druck.

Vogelgrippe bleibt größtes Risiko

Neben politischen Risiken belastet vor allem die Vogelgrippe den Sektor. Auf der Nordhalbkugel treten weiterhin Ausbrüche auf. Gleichzeitig verlagert sich die Gefahr zunehmend auf die Südhalbkugel.

Die Preise für Futtermittel bleiben laut Rabobank vorerst stabil. Dennoch können geopolitische Entwicklungen sowie schwankende Nachfrage bei Mais und Soja jederzeit neue Preissprünge auslösen.

Geflügelnews
Bild: meyn
Quelle: Tom Schotman

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