Rabobank-Prognose: Niederländische Geflügelproduktion schrumpft bis 2040 deutlich

05 Januar 2026
Niederlande
hähnchenstall

Die niederländische Geflügelhaltung steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Bis 2040 wird der Bestand an Legehennen und Masthähnchen deutlich kleiner sein als heute, so die Prognose der Rabobank. Strengere Umwelt- und Tierschutzauflagen treiben diese Entwicklung – während der Markt weiter wächst.

Weniger Tiere trotz wachsender Nachfrage

Analysten der Rabobank erwarten, dass der Konsum von Eiern und Geflügelfleisch in den kommenden 15 Jahren kontinuierlich steigt. Dennoch wird die niederländische Geflügelproduktion deutlich zurückgehen. Bis 2040 dürfte sie rund ein Viertel unter dem Niveau von 2023 liegen.

Als Hauptgründe nennen die Experten sinkende Exporte sowie steigende Anforderungen an den Tierschutz und an die Reduzierung von Ammoniakemissionen. Gleichzeitig rechnen sie mit stabilen Preisen, da Zertifizierungen und langfristige Vereinbarungen entlang der Lieferkette greifen.

Emissionen sinken, Energie wird zum Pluspunkt

Der Geflügelsektor will seine Ammoniak- und Feinstaubemissionen bis 2040 weiter senken. Neue emissionsmindernde Techniken sollen dabei ebenso helfen wie eine geringere Besatzdichte in den Ställen. Diese geringere Belegung folgt den verschärften Tierschutzvorgaben.

Zugleich hat sich der Sektor energetisch neu aufgestellt. Die Betriebe arbeiten energieneutral, viele erzeugen sogar mehr Energie, als sie selbst verbrauchen. Auch die Verwertung der Gülle erfolgt inzwischen vollständig zirkulär und bereitet dem Sektor keine Schwierigkeiten mehr. Darauf weisen René Veldman und Marijke Everts von der Rabobank hin.

Käfighaltung verschwindet vollständig

Das Abkommen zur „tiergerechten Tierhaltung“ prägt die künftige Struktur der Geflügelställe. Neue Anlagen verfügen meist über überdachte Ausläufe. Käfigsysteme sollen bis 2040 vollständig verschwinden (in Deutschland ist die Käfighaltung seit Januar 2026 vollständig verboten, auch die Übergangsfristen für bestehende Anlagen sind ausgelaufen).

Der gesellschaftliche Wunsch nach mehr Platz für Legehennen hat zudem den Anteil von Freiland- und Bio-Eiern deutlich erhöht. Die Produktion richtet sich stärker auf den niederländischen und europäischen Markt aus.

30 Prozent weniger Masthähnchen

Im Vergleich zu 2023 wird die Zahl der Legehennen bis 2040 um etwa 20 Prozent sinken, die der Masthähnchen sogar um 30 Prozent. Parallel dazu hat sich die Zahl der Betriebe bereits mehr als halbiert.

Die verbleibenden Unternehmen wachsen jedoch. Ihre durchschnittliche Größe nimmt um fast 25 Prozent zu. Das liegt nicht an höheren Tierzahlen pro Standort, sondern daran, dass viele Betriebe ihre Aktivitäten auf mehrere Standorte verteilen.

Regionale Schwerpunkte bleiben bestehen

Die Legehennenhaltung konzentriert sich weiterhin auf die Sandböden im Zentrum, Süden und Osten der Niederlande. Dort stehen allerdings rund zehn Prozent der Betriebe in unmittelbarer Nähe zu Natura-2000-Gebieten. In diesen Regionen erzwingen Umweltauflagen eine umfassende Umstrukturierung.

Die Masthähnchenhaltung bleibt dagegen über das gesamte Land verteilt.

Koordination von Angebot und Nachfrage

Um die Nachfrage in den Niederlanden und in den Nachbarländern gezielt zu bedienen, setzt der Sektor auf eine enge Steuerung der Wertschöpfungskette. Diese Koordination gleicht Angebot und Nachfrage aus, definiert Programme und sichert die Wirtschaftlichkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

In nachfrageorientierten Modellen tragen die Verbraucher die Mehrkosten, die den Landwirten durch höhere Klima-, Natur- und Tierschutzstandards entstehen. Das betonen Veldman und Everts in ihrer Stellungnahme für die Rabobank.

Geflügelnews
Bild: Ellen Meinen
Quelle: Tom Schotman

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