Masthähnchenpreise: Rabobank erwartet volatile Jahre

15 Februar 2025
Markt Geflügelfleisch
Geflügelschlachterei

Die Rabobank erwartet in den kommenden Jahren starke Preisschwankungen bei Masthähnchen, bedingt durch Marktveränderungen, Handelskonflikte und Krankheitsausbrüche.

Rabobank-Analyse: Warum die Geflügelpreise schwanken werden

Die Preise für Masthähnchen und Geflügelfleisch werden in den kommenden Jahren deutlich schwanken, während das Wachstum des globalen Geflügelfleischmarktes langsamer ausfallen dürfte. Das prognostiziert der Geflügelmarktanalyst Nan-Dirk Mulder von der Rabobank. Laut dem am 12. Februar veröffentlichten „World Poultry Map“-Bericht von RaboResearch haben sich die Handelsströme seit 2018 stark verändert. Ursachen sind unter anderem ein langsameres Marktwachstum, Handelsbeschränkungen und die Präsenz neuer Marktakteure.

Brasilien dominiert den Exportmarkt

Brasilien hat sich als führender Exporteur von Geflügelfleisch etabliert und trägt mit 90 Prozent zum weltweiten Wachstum des Geflügelfleischhandels bei. Neben Brasilien haben auch Thailand, China, die Ukraine und Russland ihre Marktanteile ausgebaut. Laut Rabobank wird der Markt weiterhin von Preisschwankungen begleitet sein.

Krisen und Handelskonflikte bremsen das Marktwachstum

Zwischen 2018 und 2023 wuchs der globale Geflügelfleischhandel nur um 8 Prozent (1 Million Tonnen). Dies ist auf verschiedene Störungen zurückzuführen, darunter die Corona-Pandemie, die Vogelgrippe und die Afrikanische Schweinepest, die sowohl die Nachfrage als auch den Handel beeinträchtigten. Weitere Einflussfaktoren sind die globale Konjunkturschwäche, hohe Futtermittelkosten und geopolitische Spannungen, insbesondere der Krieg in der Ukraine und Handelskonflikte mit China. Auch Strategien zur Ernährungssicherheit in Schwellenländern und eine geringe Öffnung neuer Exportmärkte bremsten das Wachstum.

Verschiebungen im internationalen Handel

Brasilien profitiert besonders vom begrenzten Importwachstum vieler Länder und sichert sich durch Kostenvorteile und eine breite Exportstrategie die Marktführerschaft. Während China, Mexiko, das Vereinigte Königreich und die Philippinen ihre Importe erhöhten, haben Saudi-Arabien und Südafrika diese reduziert. Gleichzeitig konnten Thailand, China, die Ukraine und Russland ihre Exporte steigern, während die USA und die EU Rückgänge verzeichneten.

Wertsteigerung des Geflügelhandels

Der globale Geflügelhandel ist mittlerweile 46 Milliarden Euro wert, inklusive des EU-Binnenhandels. Brasilien dominiert mit einem Marktanteil von 30 Prozent, gefolgt von den USA und der EU mit jeweils 16 Prozent. Der Brexit hat den EU-Anteil erhöht, da der Handel mit Großbritannien nun als international gilt. Seit 2020 ist der Handelswert um 20 bis 25 Prozent gestiegen, hauptsächlich wegen höherer Preise. Der durchschnittliche Exportpreis für Geflügelfleisch stieg von 1.350 Euro pro Tonne im Jahr 2004 auf über 2.300 Euro pro Tonne. 

Faktoren wie steigende Produktionskosten, Inflation, höhere Transportkosten und die verstärkte Nachfrage nach verarbeitetem Geflügel haben zur Preissteigerung beigetragen.

Zukünftige Marktentwicklung

Rabobank erwartet in den nächsten fünf Jahren ein langsames Wachstum des Geflügelfleischsektors von nur 1 bis 2 Prozent pro Jahr. Die Entwicklung wird durch Strategien zur Lebensmittelsicherheit in Asien, Afrika und dem Nahen Osten beeinflusst, was Herausforderungen für Exporteure mit sich bringt. Geopolitische Spannungen und Krankheitsausbrüche wie die Vogelgrippe werden weiterhin den Handel belasten.

Laut Mulder dürfte Brasilien seine Führungsrolle weiter ausbauen, während Thailand und China schneller als der Marktdurchschnitt wachsen. Russland und die Ukraine könnten ihre Position im Geflügelhandel stärken. Zudem könnten aufstrebende Exporteure wie Paraguay, Vietnam, Kolumbien und Südafrika allmählich an Bedeutung gewinnen.

Geflügelnews
Bild: Agrio
Quelle: Tom Schotman

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