Rabobank: Masthähnchen knapp – Geflügelpreise steigen trotz hoher Nachfrage

21 Juni 2025
Markt Geflügelfleisch
Markt Geflügelfleisch

Die Marktlage für Masthähnchen bleibt im Jahr 2025 laut den Erhebungen der niederländischen Rabobank äußerst günstig. Ein knappes Angebot, ausgelöst durch Vogelgrippeausbrüche in Mitteleuropa, sorgt bei gleichbleibend hoher Nachfrage für steigende Preise. Besonders betroffen ist die Versorgung mit Bruteiern, was zu historisch hohen Preisen in der Brütereibranche führt.

Bruteier knapp – Nachfrage treibt Preisniveau

Trotz weltweit steigender Masthähnchenproduktion bremst der Mangel an Bruteiern das Wachstum. Die Vogelgrippe hat zahlreiche Brütereien – vor allem in Polen – außer Betrieb gesetzt. Brasilien fällt wegen Vogelgrippe bedingter Importbeschränkungen als Ersatzlieferant teilweise aus. Die Rabobank erwartet, dass sich die europäische Geflügelproduktion frühestens im vierten Quartal erholt.

Rückgang der Geflügelproduktion in Europa

Die EU-Geflügelfleischproduktion sank im ersten Quartal 2025 um 1,1 Prozent. Besonders betroffen waren Mittel- und Osteuropa sowie die Enten- und Putenproduktion. Polen – Europas größter Geflügelexporteur – leidet unter Vogelgrippeausbrüchen, was die Gesamtproduktion zusätzlich dämpft. 

Geflügelpreise steigen – Konsumenten greifen weiter zu

Trotz steigender Preise bleibt Hähnchenfleisch bei Konsumenten beliebt. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Preise im ersten Quartal 2025 um 11 Prozent höher. Dennoch blieb der Konsum stabil, anders als bei rotem Fleisch, dessen Verbrauch um 8 Prozent sank. Verarbeitete Hähnchenprodukte und Tiefkühlfisch gewinnen an Bedeutung. In Deutschland stieg der Absatz von Hähnchenfleisch trotz Preisanstieg um 3 Prozent.

Stabile Exporte – Konkurrenz bei Verarbeitungsprodukten nimmt zu

Die niederländischen Exporte von unverarbeitetem Hühnerfleisch blieben stabil (317.000 Tonnen), wobei leichte Verschiebungen bei den Zielländern zu beobachten waren. Im Bereich verarbeiteter Produkte gingen die Ausfuhren jedoch weiter zurück – ein Ergebnis wachsender Konkurrenz aus Ländern wie Polen, Thailand und China.

Brasiliens Ausfall verschärft Engpass

Ein Importverbot der EU für brasilianisches Geflügelfleisch infolge eines Vogelgrippeausbruchs verschärfte die Versorgungslage. Als alternative Bezugsquellen gelten nun Thailand, China und Argentinien. Dennoch bleibt Brasilien bei gekochten Produkten nur ein kleiner Akteur im Vergleich zu anderen Exportnationen.

Internationale Märkte bieten Chancen

Die Rabobank sieht gute Exportchancen für niederländische Produzenten – besonders bei Hähnchenschenkeln für den chinesischen Markt, der höhere Preise zahlt. Voraussetzung ist jedoch, als vogelgrippefrei anerkannt zu werden. Frankreich, Finnland und Polen haben diesen Zugang bereits.

Futterkosten stabilisieren sich – Ernteaussichten geben Hoffnung

Die Futtermittelkosten, die nach dem Ukrainekrieg stark schwankten, haben sich beruhigt. Dennoch könnten neue Handelszölle zwischen den USA und China für Turbulenzen sorgen. Vor allem Soja und Mais bleiben preislich anfällig. Laut Rabobank sind Handelsgespräche entscheidend für die Entwicklung der Futtermittelpreise.

Die Aussichten für die Futtermittelversorgung bleiben grundsätzlich positiv. Die USA erwarten Rekordernten bei Mais und Sojabohnen. Auch die europäische Weizenernte verspricht ein Plus von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Risiken bestehen jedoch bei der brasilianischen Maisverfügbarkeit, insbesondere im Fall neuer Handelskonflikte mit den USA.

Geflügelnews
Bild: Susan Rexwinkel
Quelle: Tom Schotman

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