Geflügelfleischmarkt auf Wachstumskurs – Rabobank warnt vor stärkeren Preisschwankungen

09 Januar 2026
Markt Geflügelfleisch
schlachterei

Der weltweite Geflügelfleischmarkt bleibt auf Wachstumskurs. Die Rabobank prognostiziert für 2026 ein Plus von 2,5 Prozent. Gleichzeitig nimmt die Unsicherheit zu. Geopolitische Eingriffe, Tierseuchen und eine stärkere Ausrichtung auf nationale Ernährungssicherheit könnten Preise und Handelsströme spürbar beeinflussen.

Stabiles Wachstum, aber nervöser Markt

Die Rabobank blickt grundsätzlich optimistisch auf den globalen Geflügelfleischsektor. In den vergangenen drei Jahren legte der Markt um rund drei Prozent zu. Für das laufende Jahr rechnen die Analysten mit einem Wachstum von 2,5 Prozent. Allerdings dürfte die Volatilität zunehmen. Schwankende Preise für Masthähnchen gelten als wahrscheinliche Folge.

Der internationale Handel mit Geflügelfleisch soll um 1,5 bis 2 Prozent wachsen und damit langsamer als die Gesamtproduktion. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht der Rabobank hervor.

Futtermärkte entlasten Erzeuger – vorerst

Geflügelhalter profitieren derzeit von günstigen Aussichten an den Futtermittelmärkten. Größere Preissprünge erscheinen kurzfristig unwahrscheinlich. Allerdings bleibt die Lage fragil. Die Anbausaison auf der Nordhalbkugel hat kaum begonnen, Wetterereignisse oder politische Eingriffe könnten die Situation rasch verändern.

Geopolitik und Vogelgrippe als Risikofaktoren

Der Markt reagiert empfindlich auf politische Entscheidungen und Tierseuchen. Die Vogelgrippe bleibt ein strukturelles Risiko. Gleichzeitig verfolgen viele Staaten zunehmend eine Politik der Ernährungssicherheit. Regierungen fördern die heimische Produktion und setzen weniger auf internationalen Handel. Diese Entwicklung bremst globale Warenströme.

Brasilien und China verfügen dennoch über gute Voraussetzungen, ihren Anteil am Welthandel mit Geflügelfleisch auszubauen. Beide Länder müssen jedoch weiterhin mit Störungen durch geopolitische Spannungen und Seuchenausbrüche rechnen. Auch neue Handelsabkommen – etwa zwischen der EU und dem Mercosur oder mit den USA – könnten die Ströme neu ordnen.

Preisvorteile treiben den Konsum

Der Konsum von Geflügelfleisch steigt aus mehreren Gründen. Das Produkt stößt weltweit auf weniger kulturelle Vorbehalte als andere tierische Proteine. Gleichzeitig verbessern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in wichtigen Wachstumsregionen wie Asien, Afrika und Lateinamerika.

Geflügelfleisch bleibt zudem preislich attraktiv. Das knappe Angebot an Rindfleisch und Eiern stärkt seine Wettbewerbsposition. Verbraucher bevorzugen zunehmend Produkte, die schnell verfügbar, vielseitig einsetzbar und ernährungsphysiologisch günstig sind. Auch der zunehmende Einsatz von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion könnte die Nachfrage nach Hühnerfleisch weiter erhöhen, da es gut zu empfohlenen Ernährungsplänen passt.

Zu schnelles Wachstum gefährdet das Gleichgewicht

In vielen Ländern arbeiten Geflügelproduzenten derzeit unter günstigen Marktbedingungen. Besonders in Lateinamerika und Südostasien bleiben die Perspektiven positiv. Die Rabobank mahnt jedoch zur Zurückhaltung. Ein zu rascher Ausbau der Produktion könnte das Marktgleichgewicht stören.

Vor allem in Europa, den USA, Indien und China sehen die Analysten die Gefahr eines Überangebots. In diesen Regionen empfiehlt die Bank ein moderateres Produktionstempo.

Effizienz als Schlüssel in volatilen Zeiten

Angesichts anhaltender Unsicherheit gewinnt operative Exzellenz weiter an Bedeutung. Effiziente Prozesse, Kostenkontrolle und Flexibilität entscheiden darüber, wie gut Unternehmen Preisschwankungen und Marktstörungen abfedern können. Die Rabobank erwartet, dass Volatilität den Geflügelfleischmarkt auch künftig prägen wird.

Geflügelnews
Bild: meyn
Quelle: Tom Schotman

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