Die Vogelgrippe ist nicht verschwunden: Im Beltringharder Koog an der Nordseeküste wurden rund 100 tote Wildgänse gefunden. Proben bestätigten, dass die Tiere mit Vogelgrippe infiziert waren. Auch das Friedrich-Loeffler-Institut mahnt, alle Biossicherheitsmaßnahmen weiter konsequent einzuhalten.
Der Beltringharder Koog an Schleswig-Holsteins Nordseeküste (Landkreis Nordfriesland) ist ein absoluter Hotspot für Wildvögel und eines der vogelreichsten Gebiete Norddeutschlands. Er dient als wichtiges Brut- und Rastgebiet für unzählige Watvögel, Gänse, Enten und Möwen. Im Frühjahr und im Herbst rasten hier zudem riesige Schwärme, da der Koog auf der Ostatlantischen Vogelzuglinie liegt. Vor ca. zwei Wochen wurden dort rund 100 tote Wildgänse entdeckt. Die Untersuchung einiger verendeter Tiere ergab, dass diese mit dem Vogelgrippe-Virus infiziert waren.
Monatliche Risikoeinschätzung des FLI
Das Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems (FLI) führt das Nationale Referenzlabor für die Vogelgrippe oder Aviäre Influenza in Deutschland. Es betreibt das zuständige Labor und gibt monatlich aktualisierte Risikoeinschätzungen für die hochpathogene Form der Aviären Influenza (HPAI, Geflügelpest) ab.
In seiner jüngsten Meldung von Anfang Juli stuft das FLI das Risiko eines Eintrags sowie der Aus- und Weiterverbreitung des Virus in der Wildvogelpopulation als gering ein. Das gleiche gilt für den Eintrag in Geflügelhaltungen und zoologische Einrichtungen.
Regional verstärkt Infektionen möglich
Laut Risikoeinschätzung gab es im Juni 2026 in Deutschland zwei Ausbrüche in Geflügelhaltungen, gemeldet wurden zudem 37 Infektionen bei Wildvögeln, davon 30 in Hamburg (Gänse und Schwäne). Demnach warnt das FLI davor, dass lokal in der Region Hamburg/Kiel verstärkt Infektionen möglich sein könnten. Dies ist jetzt am Beltringharder Koog eingetreten.
Auf Anfrage betont das FLI, dass dieses Einzelgeschehen zunächst nichts an der allgemeinen aktuellen Risikoeinschätzung für Deutschland ändere. Das FLI könne auch nur allgemein gültige Empfehlungen geben. Regional könne sich die Risikosituation deutlich unterscheiden. Ob besondere Maßnahmen nötig seien, entschieden daher die zuständigen lokalen Veterinärbehörden nach den Gegebenheiten vor Ort.
Das FLI rät in seiner Risikoeinschätzung jedoch weiterhin dringend, zum Schutz von Geflügelbeständen und vor einer Weiterverbreitung des HPAI-Virus die einschlägig empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen und Überwachungs- bzw. Abklärungsuntersuchungen unbedingt konsequent einzuhalten.

































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