Seit Oktober 2023 impft Frankreich seine Entenbestände verpflichtend gegen die hochpathogene Vogelgrippe. Nach Einschätzung der französischen Enten- und Gänsebranche zeigt die Strategie deutliche Erfolge. Das berichtet das Fachmagazin „The Poultry Side“.
Marie Laborde ist die stellvertretende Direktorin des französischen Branchenverbandes „Comité Interprofessionnel des Palmipèdes à Foie Gras“ (CIFOG). Dieser vertritt die Interessen der in unserem Nachbarland wirtschaftlich wichtigen Enten- und Gänsemäster. Diese produzieren unter anderem auch Stopfleber, was sehr umstritten ist. Marie Laborde zog auf einem Treffen der Welt-Eieroganisation („World Egg Organisation“) in Warschau eine Bilanz der bisherigen Impfstrategie in Frankreich.
2025/26 massives Vogelgrippe-Geschehen bei Wildvögeln
Vor der Einführung der Impfpflicht für Enten traf die Vogelgrippe jährlich zahlreiche Bestände vor allem im Südwesten Frankreichs, einem Zentrum der Entenmast. Ziel der Impfung ist es, die notwendigen massenhaften Keulungen zu vermeiden. In der Vogelgrippe-Saison 2025/26 gab es auch in Frankreich ein massives Vogelgrippe-Geschehen bei Wildvögeln – wie in vielen anderen europäischen Ländern ebenso.
So verzeichnete Frankreich in der Saison 2025/26 denn auch 121 Ausbrüche in geflügelhaltenden Betrieben, wie Marie Laborde informierte. Etwa 1,7 Mio. Stück Geflügel wurden als Folge von Ausbrüchen gekeult bzw. verendeten an einer Infektion. Dabei gab es auch infizierte Herden, die geimpft waren. Eine Impfung bietet bekanntlich keinen 100-prozentigen Schutz gegen eine Infektion. Laut Laborde waren von den genannten 121 Fällen in Geflügelhaltungen mehr als 40 Fälle auf einen Viruseintrag von Wildvögeln zurückzuführen.
Weniger Ausbrüche in geflügelstarken Regionen
Die CIFOG-Vertreterin verglich Regionen mit intensiver Entenhaltung und demzufolge vielen Impfungen mit anderen Regionen über zwei Vogelgrippe-Saisons, 2021/22 und 2025/26 (siehe Tabelle). In Regionen ohne Impfungen („Rest Frankreich“) waren die Ausbruchszahlen in beiden Zeiträumen ähnlich. In den Regionen mit viel Entenhaltung, in Westfrankreich und Südwestfrankreich, lag die Anzahl Ausbrüche nach Einführung der Impfflicht deutlich niedriger als davor.

































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