Nach mehr als zwei Jahrzehnten endet einer der bedeutendsten Umweltprozesse der US-Geflügelbranche. Sechs Unternehmen zahlen insgesamt 41,7 Millionen US-Dollar und verpflichten sich zu strengeren Auflagen beim Umgang mit Geflügelstreu. Ziel ist es, die Phosphorbelastung im Einzugsgebiet des Illinois River und des Lake Tenkiller dauerhaft zu senken.
Oklahoma und Geflügelunternehmen beenden langjährigen Rechtsstreit
Nach 21 Jahren haben sich der US-Bundesstaat Oklahoma und sechs Geflügelunternehmen auf einen Vergleich geeinigt. Der Streit drehte sich um den Vorwurf, dass die Betriebe mit ihrer Produktion zu einer erhöhten Phosphorbelastung im Einzugsgebiet des Illinois River und des Lake Tenkiller beigetragen haben.
Die neue Vereinbarung vom 10. Juli ersetzt einen Vergleich, den ein Bundesgericht im April zurückgewiesen hatte. Beteiligt sind Tyson, Cobb-Vantress, Cal-Maine Foods, Cargill, Peterson Farms und Simmons Foods. Oklahoma hatte die Unternehmen bereits 2005 verklagt. Mit der neuen Einigung ist das Verfahren vollständig abgeschlossen.
Unternehmen zahlen 41,7 Millionen US-Dollar
Die beteiligten Unternehmen zahlen insgesamt 41,671 Millionen US-Dollar in einen Umweltfonds. Das Geld fließt an die Oklahoma Conservation Commission und soll Maßnahmen zum Schutz des Einzugsgebiets sowie die Kosten des langjährigen Gerichtsverfahrens decken.
Hinzu kommen 420.000 US-Dollar an Bußgeldern für den Umweltfonds des Oklahoma Department of Environmental Quality. Weitere 1,9 Millionen US-Dollar finanzieren einen unabhängigen Prüfer, der die Einhaltung der Vereinbarung überwacht.
Strengere Regeln für den Umgang mit Geflügelstreu
Kern der Einigung sind verbindliche Vorgaben für die Verwertung von Geflügelstreu. Die Unternehmen müssen den Anteil der innerhalb des betroffenen Einzugsgebiets ausgebrachten Geflügelstreu schrittweise senken.
In den ersten beiden Jahren dürfen höchstens 40 Prozent der jährlich anfallenden Geflügelstreu dort ausgebracht werden. In den Jahren drei und vier sinkt der Anteil auf maximal 30 Prozent, in den Jahren fünf bis sieben auf höchstens 20 Prozent.
Geflügelstreu, die aus dem Einzugsgebiet abgefahren wird, darf zudem nicht in anderen nährstoffsensiblen Wassereinzugsgebieten Oklahomas landwirtschaftlich verwertet werden.
Gewässerschutz soll weiter verbessert werden
Zusätzlich beteiligen sich die Unternehmen an der Finanzierung von Vegetationsstreifen entlang des Lake Tenkiller und der als „Scenic Rivers“ ausgewiesenen Flüsse. Die Pufferstreifen sollen Oberflächenwasser filtern und den Eintrag von Nährstoffen in die Gewässer verringern.
Jährliche Kontrollen und unabhängige Audits sollen sicherstellen, dass die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt werden. Wer die festgelegten Reduktionsziele nicht erreicht, muss mit finanziellen Sanktionen rechnen.
Vergleich gilt sieben Jahre
Im Gegenzug will Oklahoma das Gerichtsurteil aus dem Dezember 2025 aufheben lassen und das Verfahren nach Abschluss aller Formalitäten endgültig beenden. Die Zahlungen in den Umweltfonds müssen innerhalb von 30 Tagen erfolgen, nachdem das Gericht das frühere Urteil aufgehoben und die Klage eingestellt hat.
Die Vereinbarung gilt für sieben Jahre. Unabhängig davon bleiben alle geltenden Vorschriften Oklahomas zum Management von Geflügelstreu bestehen.
Oklahomas Generalstaatsanwalt Gentner Drummond bezeichnete den Vergleich als wichtigen Schritt für den Gewässerschutz und zugleich für die Zukunft der Geflügelwirtschaft des Bundesstaates. Nach seiner Einschätzung schafft die Einigung Planungssicherheit für die Unternehmen und schützt gleichzeitig die natürlichen Ressourcen.

































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