Bei einer Explosion in einem Geflügelbetrieb in Georgia starb eine Frau, zwei Mitarbeiter wurden schwer verletzt; Keystone Foods muss nun eine umstritten niedrige Geldstrafe zahlen.
Nach einer tödlichen Explosion in einem Geflügelverarbeitungsbetrieb in Camilla, Georgia, hat das US-Arbeitsministerium (U.S. Department of Labor) eine Geldstrafe gegen Tyson Foods’ Tochterunternehmen Keystone Foods verhängt. Laut dem Arbeitsministerium soll Keystone Foods eine „schwere Verletzung“ begangen haben und muss eine Strafe in Höhe von 16.550 US-Dollar zahlen.
Explosion in Geflügelfabrik: Öl-Leck führt zu tödlichem Unfall
Die Explosion ereignete sich am 26. Dezember 2024. Dabei wurden zwei Mitarbeiter schwer verletzt, nachdem während Wartungsarbeiten ein mit Öl gefüllter Schlauch platzte. Das ausgetretene Öl entzündete sich und führte zu einem Brand sowie einer Explosion im Kesselraum. Laut dem US-Arbeitssicherheitsamt OSHA hat Keystone Foods es versäumt, dass Mitarbeiter die internen Sicherheitsvorgaben und die Wartungsanweisungen des Herstellers befolgten.
Neben den beiden Verletzten kam eine Frau ums Leben, die nicht bei dem Unternehmen beschäftigt war. Sie war die Ehefrau eines Lkw-Fahrers, der regelmäßig Waren für die Anlage transportierte. Bei der Explosion stürzte ein Teil einer Mauer ein, was ihren Tod verursachte. Diese tödliche Verletzung wurde jedoch nicht in der Mitteilung des US-Arbeitssicherheitsamtes thematisiert, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Keystone Foods kann Strafe anfechten oder akzeptieren
Keystone Foods hat nun 15 Werktage Zeit, um auf die Vorwürfe zu reagieren. Das Unternehmen kann entweder die Strafe akzeptieren, ein informelles Gespräch mit der Behörde beantragen oder die Entscheidung vor der Occupational Safety and Health Review Commission anfechten.
Gewerkschaft: Strafe für Keystone Foods ist „Tropfen auf heißen Stein
Die Gewerkschaft Retail, Wholesale and Department Store Union (RWDSU), die die Beschäftigten in Camilla vertritt, kritisierte die geringe Höhe der Strafe scharf. RWDSU-Präsident Stuart Appelbaum und der Präsident des Southeast Council, Edgar Fields, erklärten, dass der verhängte Betrag dem Ausmaß der Katastrophe nicht gerecht werde. Ein Menschenleben könne nicht in Geld aufgewogen werden, so Appelbaum. Die Strafe sei „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“ und sende ein gefährliches Signal, dass selbst gravierende Verstöße gegen Arbeitssicherheit ohne ernsthafte Konsequenzen blieben.
Die Gewerkschaft kritisierte zudem die lange Dauer bis zur Entscheidung: Über sechs Monate habe es gedauert, bis OSHA das Ergebnis veröffentlichte. Dies habe die Beschäftigten, ihre Familien sowie die Gemeinde in Camilla viel zu lange ohne Antworten gelassen. Auch jetzt blieben die Betroffenen ohne echte Aufklärung oder Verantwortung, hieß es weiter.
Keystone Foods gehört seit 2018 zu Tyson Foods, nachdem das Unternehmen vom brasilianischen Lebensmittelkonzern Marfrig Global Foods übernommen wurde. Das Werk in Camilla beschäftigt rund 1.600 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter.

































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