Die Niederlande bereiten den nächsten Schritt im Kampf gegen die Vogelgrippe vor. Die Regierung prüft gemeinsam mit der Geflügelbranche eine verpflichtende Impfung für Legehennen. Erste Praxistests liefern positive Ergebnisse. Gleichzeitig will Den Haag verhindern, dass wichtige Exportmärkte verloren gehen.
Niederländische Regierung arbeitet an Impfstrategie
Die niederländische Regierung will noch in diesem Jahr einen konkreten Plan für die mögliche Pflichtimpfung von Legehennen vorlegen. Landwirtschaftsstaatssekretär Silvio Erkens stimmt sich dazu mit der Geflügelbranche ab.
Bislang hatte die Regierung eine Impfpflicht vor allem wegen möglicher Exportprobleme ausgeschlossen. Rund zwei Drittel der niederländischen Eier gehen ins Ausland. Deutschland zählt zu den wichtigsten Absatzmärkten.
Impfversuch verläuft bislang erfolgreich
Seit dem vergangenen Jahr läuft auf einem niederländischen Legehennenbetrieb ein groß angelegter Impfversuch gegen Vogelgrippe. Die Behörden wollten klären, wie Handelspartner auf Produkte geimpfter Tiere reagieren.
Nach Angaben der Regierung verlief der Test bisher ohne Probleme. Die Eier der geimpften Hennen kamen regulär in den niederländischen Handel. Handelsbeschränkungen blieben aus.
Vor Beginn des Projekts führte die Regierung Gespräche mit wichtigen Handelspartnern wie den USA, Kanada, Japan und Großbritannien. Diese Länder akzeptierten den Versuch unter der Bedingung, dass die Eier ausschließlich in den Niederlanden vermarktet werden.
Die positiven Erfahrungen stärken nun die Hoffnung, auch eine flächendeckende Impfung international durchsetzen zu können.
Studien zeigen deutliche Wirkung gegen Vogelgrippe
Bereits 2023 startete Wageningen Bioveterinary Research (WBVR) im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums mehrere Feldversuche mit unterschiedlichen Impfstoffen.
Die Ergebnisse fallen laut Forschern deutlich aus: Geimpfte Bestände erkranken seltener an Vogelgrippe. Zudem breitet sich das Virus langsamer aus, falls es dennoch in einen Betrieb gelangt.
Zusammen mit engmaschigen Kontrollen und schnellen Gegenmaßnahmen könne die Impfung größere Ausbrüche künftig verhindern.
Mehr als zwei Millionen Tiere gekeult
Die Vogelgrippe beschäftigt die Niederlande weiterhin massiv. Seit Oktober registrierten die Behörden 51 Ausbrüche. Mehr als 2,25 Millionen Tiere mussten gekeult werden.
Auch Wildvögel bleiben stark betroffen. Zudem entdeckten Behörden Infektionen bei Säugetieren wie Füchsen, Katzen und einer Robbe. In Friesland fanden Experten außerdem Antikörper gegen Vogelgrippe bei Milchvieh.
Für die Bevölkerung bleibt das Risiko nach Einschätzung der Behörden gering. Berufsgruppen mit engem Tierkontakt gelten jedoch als stärker gefährdet. Deshalb plant die Regierung für Geflügelhalter, Tierärzte und Einsatzkräfte künftig eine saisonale Grippeimpfung.
Strengere Biosicherheit auf Geflügelbetrieben
Neben Impfungen setzt die Regierung auf schärfere Hygieneregeln. Seit März 2025 muss jeder kommerzielle Geflügelbetrieb in den Niederlanden einen verbindlichen Biosicherheitsplan vorweisen.
Die Behörden wollen so verhindern, dass Erreger überhaupt in die Ställe gelangen. Fachleute sehen strikte Biosicherheit weiterhin als wichtigsten Schutz gegen neue Ausbrüche.
Niederlande suchen internationale Unterstützung
Die Niederlande treiben das Thema auch international voran. Gemeinsam mit den USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, der EU-Kommission und der Weltorganisation für Tiergesundheit arbeitet Den Haag an gemeinsamen Standards für den Handel mit Produkten geimpfter Tiere.
Staatssekretär Silvio Erkens betont, die Vogelgrippe bedrohe Tiere, Betriebe und Gesellschaft gleichermaßen. Impfungen sollen helfen, die Seuche langfristig einzudämmen, ohne den internationalen Handel zu gefährden.




































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