EU-Umfrage zeigt: Vertrauen in Prävention und Impfungen in der Tierhaltung wächst

06 September 2025
Stallmanagement
Biosicherheit

Eine aktuelle EU-Umfrage bestätigt das Vertrauen in Tierärzte und Prävention, deckt aber Wissenslücken beim Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung auf. Für Geflügelhalter bietet sie konkrete Handlungshinweise, wie Tiergesundheit, Leistungsfähigkeit und Verbrauchervertrauen gestärkt werden können.

Die im Frühjahr 2025 durchgeführte EU-Umfrage von AnimalhealthEurope zeigt: 80 % der Befragten befürworten Impfungen bei Tieren. Zudem sehen 78 % Krankheitsvorbeugung als bessere Lösung als die reine Behandlung im Krankheitsfall. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Präventionsstrategien wie Impfprogramme oder regelmäßige Gesundheitschecks gesellschaftlich nicht nur akzeptiert, sondern aktiv eingefordert werden. Für die Geflügelhaltung bedeutet das: Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten erhöhen nicht nur das Tierwohl, sondern könnten auch das Image der Branche verbessern.

Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung – Wissenslücken verunsichern Verbraucher

Trotz klarer gesetzlicher Regelungen bestehen in der Bevölkerung erhebliche Wissensdefizite: 59 % der Befragten wissen nicht, dass der Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsförderung in der EU seit vielen Jahren verboten ist. Zudem gehen 39 % fälschlicherweise davon aus, dass Antibiotika routinemäßig ohne Erkrankung verabreicht werden. Gerade für Geflügelhalter ist das ein zentrales Thema: Denn der Einsatz von Antibiotika erfolgt ausschließlich im Krankheitsfall und unter strenger tierärztlicher Kontrolle. Missverständnisse können jedoch das Vertrauen in Eier- und Geflügelfleischprodukte erheblich beeinträchtigen. 

Umso wichtiger ist nach Aussage des BfT, des Bundesverbandes für Tiergesundheit, eine faktenbasierte Kommunikation anzustreben, die den verantwortungsvollen Umgang mit Tierarzneimitteln transparent macht.

Tiergesundheit als Schlüssel für Qualität, Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit

Die Umfrage liefert deutliche Belege dafür, dass Tiergesundheit ein gesellschaftlich hoch bewerteter Faktor ist:

  • 84 % der Befragten sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Tiergesundheit und Lebensmittelqualität.
  • 81 % erkennen, dass gesunde Tiere einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion leisten.
  • 70 % bestätigen, dass Impfungen einen wichtigen Schutz vor Zoonosen darstellen, also vor Krankheiten, die auch auf den Menschen übertragbar sind.

Für die Geflügelhaltung bedeutet das: Investitionen in Tiergesundheit wirken sich nicht nur auf die Stallpraxis und das Wohlbefinden der Tiere aus, sondern sind ein zentraler Baustein für das Vertrauen der Verbraucher und die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Sektors.

Geflügelnews
Bild: Cordula Möbius
Quelle: BfT

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