Thailändische Hühnerforscher ersetzen Antibiotika durch Cannabis

17 Juli 2022
Krankheiten

Die Fachzeitschrift WATTPoultry berichtet, dass Forscher der Abteilung für Tier- und Wasserwissenschaften der Universität Chiang Mai in Nordthailand Marihuana als Antibiotika-Alternative im Futter von Hühnern in Freilandhaltung testeten. Die Wissenschaftler sehen hierin einen Weg, die Gesundheit von Tieren ohne den Einsatz von Antibiotika zu fördern.

Die Entwicklung von GanjaChicken

Obwohl das Experiment noch in den Kinderschuhen steckt, liefert es vielversprechende Ergebnisse, berichtet die Leiterin der Studie, Prof. Chompunut Lumsangkul. So seien weniger als 10 % der 1.000 Hühner im Versuch seit Beginn der Forschung im Januar 2021 gestorben, was ungefähr einer Mortalitätsrate bei Einsatz von Antibiotika entspricht. Darüber hinaus traten bei den mit Cannabis gefütterten Hühnern weniger Fälle von Bronchitis auf.

Das Cannabis bekamen die Hühner als Mehl in ihr Futter oder Wasser. Die Substanz enthielt in manchen Fällen sogar die doppelte der für Menschen erlaubten Dosis an THC. THC ist die Substanz in Cannabis, die einen Rausch verursachen kann. Obwohl Prof. Lumsangkul nicht sagen kann, ob die Tiere durch das spezielle Futter high wurden, stellte sie fest, dass die Hühner zu jeder Zeit ein natürliches Verhalten an den Tag legten. Lumsangkul zufolge sind thailändische Verbraucher bereit, mehr für das antibiotikafreie Hühnerprodukt mit dem Spitznamen "GanjaChicken" zu bezahlen. Sie führt das darauf zurück, dass Verbraucher ein sichereres Produkt wollen. 

Kann Cannabis Antibiotika ersetzen?

Warum die Versuchshühner gesund blieben, ist immer noch ein Rätsel. Die bioaktiven Verbindungen in Marihuana, die so genannten Cannabinoide, könnten jedoch eine Rolle spielen, indem sie die Stoffwechselaktivität fördern und das Immunsystem der Vögel stärkten. Die Substanz wurde allerdings noch nicht an Vögeln getestet, die zum Beispiel an Vogelgrippe erkrankten.

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Bild: Geflügelnews

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