Auch Sachsen war in diesem Herbst/Winter mehrfach von der Vogelgrippe betroffen. Für Schlagzeilen sorgte u.a. der Ausbruch im Betrieb des bekannten Gänsezüchters Lorenz Eskildsen. Er verlor im Dezember 2025 6.500 Zuchttiere durch die Seuche. Künftig möchte er seine Bestände durch eine Impfung schützen. Das Land würde ein Impf-Pilotprojekt mittragen.
Es ging nicht nur durch die Fachpresse: Der bekannte Gänsezüchter und -mäster Lorenz Eskildsen aus Wermsdorf, Sachsen, war im Dezember vergangenen Jahres von der Vogelgrippe betroffen. 6.500 Zuchttiere seines Bestandes mussten getötet werden. Lorenz Eskildsen ist auch Vorsitzender des Bundesverbandes Bäuerliche Gänsehaltung e. V. (BBG). Er hat sich im Zuge der aktuellen Vogelgrippe-Welle in Deutschland verschiedentlich für eine Impfung etwa von Zuchttieren ausgesprochen.
Sachsen würde Impfprojekt im Feld unterstützen
Jetzt ist dieses Thema konkreter geworden. Lorenz Eskildsen und Sachsens Sozialministerin Petra Köpping trafen sich auf dem Betrieb des Gänsezüchters zu einem Austausch. Das Ergebnis: Der Freistaat Sachsen und der Landkreis Leipzig würden ein Pilotprojekt im Feld zur Impfung von Zuchtgänsen unterstützen.
In Sachsen sind seit dem Beginn der aktuellen Vogelgrippe-Welle im Oktober vergangenen Jahres mehr als eine halbe Million Tiere getötet worden oder sind an der Seuche verendet. Die Ministerin hält eine solche Anzahl getöteter Tiere für nicht mehr akzektabel – aus wirtschaftlichen Gründen und aus Gründen des Tierschutzes. Deshalb prüfe man jetzt alle Varianten zum künftigen Schutz von Geflügelbeständen. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung.
Gesellschaftspolitische Diskussionen über Keulungen
Lorenz Eskildsen verwies zudem darauf, dass die Tötung von so vielen Tieren gesellschaftspolitisch nicht mehr haltbar sei. Durch die jüngsten Vogelgrippe-Ausbrüche sei die Zahl der Zuchtgänse von zuvor 36.000 auf nur noch 17.000 Tiere reduziert worden. Das werde auch Auswirkungen auf das Angebot an heimischen Gänsen im laufenden Jahr haben.
Zuchtgänse, die bis zu fünf Jahre alt werden, könnten durch eine Impfung nachhaltig geschützt werden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat bereits Impfversuche mit Gänsen durchgeführt, die eine hohe Wirksamkeit zeigten. Sozialministerin Köpping erklärte die Bereitschaft Sachsens, bei einem eventuellen Pilotprojekt auf dem Betrieb Eskildsen dabei zu sein. Zuvor gelte es, Vor- sowie Nachteile abzuwägen und gemeinsam mit dem Landkreis Regelungen zu finden, wie diese Pionierarbeit praktisch ablaufen könne.
Landkreis Leipzig signalisiert auch Unterstützung
Der Landkreis Leipzig, in dem sich der Betrieb Eskildsen befindet, hat ebenfalls Unterstützung signalisiert. Der Landkreis würde ggf. Mitarbeiter für die Kontrollen zur Verfügung stellen.
Laut Information von Ministerin Petra Köpping werde aktuell auch in Niedersachsen über ein mögliches Impfprojekt beraten. Ob man zunächst die Versuche dort abwarte oder ein Pilotprojekt in Sachsen starte, soll laut Leipziger Volkszeitung in Kürze entschieden werden.




































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