Mit dem Martinstag am 11. November beginnt traditionell auch das Saisongeflügelgeschäft. Rund um den Martinstag und später zu Weihnachten werden verstärkt frische Gänse (auch Enten) von Verbrauchern, aber auch von Handel und Gastronomie nachgefragt. Wie sieht es im Vogelgrippe-Herbst 2025 in Deutschland aus mit der Martinsgans?
Bei der aktuell grassierenden Vogelgrippe sind deutschlandweit in erster Linie Putenbetriebe betroffen. Doch seit Anfang Oktober diesen Jahres waren auch 22 Betriebe mit Gänsen betroffen. Wegen der Draußenhaltung sind sie stark gefährdet für einen Eintrag des Virus über infizierte Wildvögel.
Keine Verknappung des Angebots
Martinsgänse deutscher Herkunft seien für 2025 trotz Vogelgrippe gesichert, sagt Katharina Standke, die Geschäftsführerin des Geflügelwirtschaftsverbandes Brandenburg. „Aktuell stellen wir keine Verknappung des Angebots von Martinsgänsen fest“, sagte sie. Auch die Preise seien stabil geblieben.
Nach ihren Beobachtungen gebe es auch keine Veränderung der Nachfrage nach Gänsen infolge der Vogelgrippe-Problematik. Vielfach ist in Medien kommuniziert worden, dass es keine Bedenken beim Verzehr hiesigen Geflügelfleischs und Eiern gibt. Somit sieht sie auch keinen Grund, dass Gastronomie oder Einzelhandel verstärkt auf importierte Gänse zurückgreifen müssten.
In Nordrhein-Westfalen sind die Preise für Geflügelfleisch kurz vor Sankt Martin jedoch gestiegen. Im Oktober wurde es um 7,8 Prozent teurer angeboten als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Landesamt in Düsseldorf mitteilte. Die Preise für frisches Geflügelfleisch erhöhten sich demnach sogar um 8,5 Prozent.
Ob die Vogelgrippe in diesem Jahr zu einem knapperen Angebot an Gänsen und infolgedessen zu höheren Preisen führen wird, wird in der Branche unterschiedlich eingeschätzt.
Viele Tiere schon geschlachtet
Inga John, Geschäftsführerin des hessischen Geflügelwirtschaftsverbandes, sagte gegenüber der Frankfurter Neuen Presse, dass es bei frischen Gänsen zu einer Verknappung kommen könnte. Der Grund: Viele Halter haben ihre Tiere vorsorglich geschlachtet und böten sie lieber tiefgekühlt an.
Außerdem werden über 70 Prozent der Gänse in Deutschland importiert, etwa aus Polen. „Mit Blick auf Weihnachten ist zu vermuten, dass die polnische Frischware aufgrund vieler Vogelgrippefälle in Polen knapp wird“, so Inga John.
Die Hälfte der Küken kommt aus Sachsen
Fast die Hälfte der deutschen Gänse kommt aus Sachsen. Etwa 44 Prozent aller Gänseküken aus Deutschland schlüpften in vier dort ansässigen Gänsebrütereien. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, schlüpften dort im Jahr 2025 rund 390.900 Gänseküken. Im Vergleich zu 2024 waren das 700 Jungtiere (0,2 Prozent) mehr.




































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