Vogelgrippe: Auch Zoos wünschen sich die Impfung

03 März 2026
Impfung
Vogelgrippe

Nicht nur Geflügelhalter leiden unter der Vogelgrippe. In diesem Winter waren mehrfach auch Zoos, Tier- oder Vogelparks betroffen. Diese stehen vor riesigen Herausforderungen beim Schutz ihrer Tiere. Sie wünschen sich deshalb auch eine Impfung. Das würde die Vorsorge erleichtern.   

Dr. Dominik Fischer ist Kurator und Tierarzt im Zoo Wuppertal. Auch dort gibt es eine umfangreiche Vogel-Abteilung. Viele Vögel sind auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und werden in internationalen Projekten zur Erhaltung gemanagt. Entsprechend groß ist seit einigen Jahren die Sorge vor einer Infektion mit der Vogelgrippe. Im vergangenen Herbst/Winter waren wieder einige Zoos, Tier- und Vogelparks getroffen, zuletzt diesen Februar der bekannte Welt-Vogelpark Walsrode, der Zoo Osnabrück und der Vogelpark Haßloch.

Enormer Vorsorgeaufwand vor der Vogelgrippe

Dr. Dominik Fischer berichtete auf einem Symposium zum Thema Vogelgrippe-Impfung in Essen (Nordrhein-Westfalen) über die Situation in den Zoos und Tiergärten. Durch die möglichst tiergerechte Haltung in naturgetreuen Außenvolieren sind die Vögel einem großen Infektionsrisiko ausgesetzt. 

Die Zoos/Tiergärten müssen einen enormen Vorsorgeaufwand betreiben, nicht nur in punkto Biosicherheit, Transportuntersuchungen und Quarantäne, sondern ebenso, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Dazu gehört das Vorhalten von Unterbringungsmöglichkeiten im Fall einer Stallpflicht und passenden Beschäftigungsmöglichkeiten etc. Letzteres dürfte Landwirten mit Freilandhaltung von Geflügel kein unbekanntes Thema sein. Außerdem müssen Tierseuchenalarmpläne für den Infektionsfall ausgearbeitet und mit den Veterinärbehörden abgestimmt sein. 

In anderen Ländern dürfen Zoos impfen

Wegen des hohen Eintragsrisikos, aber auch wegen des hohen Werts der einzelnen Tiere ist die Impfung gegen die Vogelgrippe in Zoos und Tierparks schon lange Thema. Während der „großen“ Vogelgrippe-Welle 2007 hatten einzelne Zoos in Deutschland, darunter auch der Wuppertaler Zoo, eine Ausnahmegenehmigung und haben geimpft. In Frankreich wird in Zoos generell gegen die Vogelgrippe geimpft, ebenso in Dänemark und seit kurzem in den Niederlanden. In der Schweiz wurde in Zoos kürzlich ein moderner mRNA-Impfstoff erprobt – mit positiven Ergebnissen. 

Zoos und Rassegeflügelhalter möchten impfen

Der Tierarzt stellte eine Umfrage vor, die er in Nordrhein-Westfalen bei verschiedenen Fachverbänden (außerhalb der landwirtschaftlichen Geflügelhaltung), Zoos und Tierparks, aber zum Beispiel auch bei Rassegeflügel-, Falkner- und Ziervogelverbänden zum Thema Impfung gegen die Vogelgrippe gemacht hatte. Dabei sprach sich ein Großteil der Befragten für eine Impfung aus. So könnten ggf. die zum Teil wertvollen Tiere gegen die sehr oft tödliche Infektion oder auch gegen eine Keulung geschützt werden. Für Einrichtungen mit Besucherverkehr wirtschaftlich nicht unwichtig: Zugangsbeschränkungen oder Schließungen können so vermieden oder reduziert werden. Und der für Zoos etc. immense Aufwand für Biosicherheit könnte sinnvoll ergänzt und hoffentlich insgesamt etwas reduziert werden. 

Impfprojekt mit Zoo-Geflügel geplant

Laut Dr. Dominik Fischer soll es in Kürze ein Impfprojekt in einem oder mehreren Zoos in NRW geben, bei dem es u.a. auch darum geht, wie lange nach der Impfung ein Monitoring der geimpften Tiere nötig ist. Diesbezüglich sind Zoos/Tiergärten in einer anderen Situation als kommerzielle Geflügelhaltungen: Vögel im Zoo werden zum Teil sehr alt. Dort wären auf jeden Fall auch laufende Booster-Impfungen und Methoden der kontinuierlichen Überwachung notwendig. Außerdem stellten tierartliche Unterschiede eine Herausforderung dar, so der Tierarzt.

Er betonte am Ende seines Vortrags, dass im Kampf gegen die Vogelgrippe alle zusammenarbeiten sollten, die kommerzielle und die private Geflügelhaltung ebenso wie seine Berufskollegen und -Kolleginnen und die Vertreterinnen und Vertreter aus den Behörden und der Politik, um überall dort Impfmöglichkeiten zu schaffen, wo dies möglich ist.   

Christa Diekmann-Lenartz
Bild: Christa Diekmann-Lenartz, AdobeStock_Smileus

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