Die Brüterei Van Gent in Veenendaal (NL) berichtet über den neuesten Schritt in ihrem Prozess. Neben der In-ovo-Impfung führt das Unternehmen nun auch die In-ovo-Geschlechtsbestimmung im eigenen Haus durch.
Damit entsteht eine besondere Situation: Van Gent ist eine der wenigen europäischen Brütereien, in denen beide Schritte unter einem Dach stattfinden. Für braune Legehennenlinien arbeitet Van Gent mit der Cheggy Zoom, einer kompakten, non-invasiven Anlage, die mithilfe hyperspektraler Technologie um den zwölften Bruttag das Geschlecht bestimmt, ohne das Ei zu öffnen.
Die „Hennen-Eier“ gehen anschließend zurück in den Vorbrüter und werden am Tag 18 im Ei geimpft, bevor die Küken am Tag 21 schlüpfen. „Cheggy ist eine innovative Technologie, die wir in unseren Prozess integrieren“, sagt Marlies van Asselt–van Gent, Managing Director. Die Brüterei Van Gent brütet ausschließlich Legeküken für Pluriton aus.
Was bringt die In-ovo-Geschlechtsbestimmung bei braunen Eiern?
Die Cheggy Zoom von AAT (Agri Advanced Technologies GmbH) bestimmt das Geschlecht vor dem dreizehnten Bruttag und arbeitet vollständig non-invasiv. Damit erfüllt die Linie bei Van Gent die aktuellen gesetzlichen Anforderungen und KAT-Bedingungen in Deutschland. Technik und Kapazität der Cheggy Zoom ermöglichen es, auch größere Aufzuchtbetriebe und Legehennenhalter in kurzer Zeit mit Hennen zu versorgen, deren Geschlecht bereits im Ei bestimmt wurde. „Der Vorteil dieser Technik ist, dass sie nicht an das Alter der Eier oder der Elterntiere gebunden ist“, erklärt Hans Groot Koerkamp, Managing Director bei Pluriton. Eier, bei denen die Cheggy Zoom einen Hahn anzeigt, werden nicht ausgebrütet, sondern als separater Strom abgeführt und gemäß den Vorschriften für tierische Nebenprodukte verarbeitet, zum Beispiel als Rohstoff für Futtermittel.
Gleichzeitig entspricht die Methode dem Wunsch von Abnehmern und dem Lebensmitteleinzelhandel nach mehr Tierwohl: Es werden keine Eintagshähnchen mehr getötet, und die Technik ist chemiefrei sowie non-invasiv, ohne (viel) Handarbeit – und dadurch hygienisch.
„2019 wurde in Deutschland ein Gesetz verabschiedet, nach dem ab 2020 keine Legehennenküken-Hähne mehr getötet werden dürfen“, berichtet Hans Groot Koerkamp. „Außerdem gilt, dass die Geschlechtsbestimmung im Ei vor dem dreizehnten Bruttag erfolgen muss. Mit der Cheggy Zoom machen wir das um Tag zwölf – innerhalb der gesetzlichen Vorgaben und der KAT-Anforderungen.“
Wie sieht der Prozess von der Vorbrut bis zur Impfung aus?
In der Linienaufstellung bei Van Gent bildet die Cheggy Zoom das Bindeglied zwischen der Vorbrutphase und der weiteren Verarbeitung in Richtung Impfung und Schlupf. Die Bruteier kommen zunächst in den Vorbrüter.
Vor dem dreizehnten Bruttag werden die Eier aus der Brutmaschine genommen und für die Geschlechtsbestimmung über die Cheggy Zoom verarbeitet. Die sogenannten Hennen-Eier – Bruteier, aus denen ein weibliches Küken erwartet wird – gehen anschließend zurück in denselben Vorbrüter bis Tag 18. Dann erfolgt die In-ovo-Impfung und die Bruteier werden in die Schlupfhorden umgesetzt. Am 21. Bruttag schlüpfen die Hennenküken; bei Bedarf kann anschließend noch eine IB- und/oder Kokzidiose-Sprühimpfung erfolgen.
Da Geschlechtsbestimmung und In-ovo-Impfung am selben Standort stattfinden, bleiben Logistik und Hygienekette übersichtlich: Die Eier können an einem Ort gesext und geimpft werden, noch bevor das Küken geschlüpft ist.
„Das Schöne ist, dass die Maschine sehr einfach zu bedienen ist“, sagt Marlies van Asselt–van Gent. „Das bedeutet, dass jeder damit arbeiten kann – und genau das tun wir auch.“ Mit einer Kapazität von rund 20.000 Bruteiern pro Stunde – gut für etwa 8.000 Legeküken – kann die Brüterei an einem vollen Arbeitstag rund 150.000 braune Bruteier verarbeiten, aus denen später etwa 60.000 Legeküken schlüpfen.
Wie funktioniert die In-ovo-Geschlechtsbestimmung bei braunen Legehennen?
Cheggy Zoom wurde speziell für braune Legehennenlinien entwickelt. Die Anlage arbeitet mit hyperspektraler Technologie und „blickt“ gewissermaßen durch die Schale hindurch auf die Federfarbe des Embryos: Bei braunen Linien haben die Hennen braune Federchen und die Hähne weiße Federchen. Diesen Farbunterschied kann die Technik zuverlässig erkennen. Bei weißen Linien ist das anders: Dort haben sowohl Hennen als auch Hähne weiße Federchen, optisch kaum zu unterscheiden. Deshalb setzt Pluriton bei weißen Legehennenlinien die Geschlechtsbestimmung mit Genus Focus (MRT-Technik) ein.
Mit Genus Focus und Cheggy Zoom verfügt Pluriton, Anbieter von Eintagsküken und Legehennen, über zwei zuverlässige und praxiserprobte Technologien, um selbst die Ställe größerer Aufzuchtbetriebe und Kükenkunden innerhalb von maximal zwei Tagen mit Legehennenküken zu belegen.
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