Vom Eintagsküken bis zur legereifen Junghenne: Markus Schürmann betreibt seit Jahrzehnten Junghennenaufzucht und hat den Wandel vom Käfig zur Voliere miterlebt. Einen entscheidenden Vorteil seines Betriebszweigs sieht er in langfristigen Aufzuchtverträgen. Sie können über mehrere Jahre laufen und schaffen damit mehr Planungssicherheit. Doch auch beim Arbeitsaufwand sieht der Geflügelhalter Vorteile.
Markus Schürmann zieht bereits seit mehreren Jahrzehnten Junghennen auf – von Anfang an für die Firma Friedrichsruh. Gerade die Entwicklung vom Eintagsküken bis zur legereifen Junghenne macht für ihn den Reiz dieser Arbeit aus.
In den ersten 14 Tagen bleiben die Küken zunächst in den mittleren Etagen der Volierenanlage. Dort kann Schürmann die Tiere gut beobachten und auf Augenhöhe kontrollieren. Ab dem 14. oder 15. Lebenstag öffnet er zunächst einen Teil der Anlage. Die kräftigeren Tiere können sich nun weiter im Stall verteilen und lernen früh, sich in der Voliere zurechtzufinden. Wenige Tage später steht ihnen die gesamte Anlage offen.
Vom Käfig zur Voliere
Auch auf dem Betrieb Schürmann hat sich die Junghennenaufzucht im Laufe der Jahrzehnte verändert. Sein Vater begann noch mit der Käfigaufzucht. Bis 2009 arbeitete der Betrieb mit diesem System. Dann stellte er aufgrund der veränderten Nachfrage auf Volierenhaltung um.
Neben dem Haltungssystem bestimmen Fütterung, Wasserhygiene und Impfungen den Erfolg der Aufzucht. Schürmann stimmt die Fütterung regelmäßig mit den Futtermühlen und deren Beratern ab. Auch Beschäftigungsmaterial gehört heute zum Standard. Es gewinnt zusätzlich an Bedeutung, weil die Tiere nicht mehr schnabelbehandelt werden.
Großen Wert legt Schürmann zudem auf frisches und sauberes Tränkwasser. Je nach Bedarf ergreift der Betrieb zusätzliche Maßnahmen, um die Wasserqualität zu sichern.
Impfprogramm richtet sich auch nach Kundenwünschen
Für die Impfungen gibt Friedrichsruh ein Standardprogramm vor. Je nach Kundenwunsch kommen weitere Impfungen hinzu. Einige davon verabreicht das Stallteam jedem Tier einzeln per Nadel.
Auch beim Ausstallen achtet Schürmann auf kurze Wege. Die Transportcontainer werden direkt in den Stall gefahren. Die Mitarbeiter setzen die Junghennen unmittelbar aus der Anlage in die Container. So müssen sie die Tiere nicht über längere Strecken an den Beinen tragen.
Aufzuchtverträge schaffen Planungssicherheit
Wirtschaftlich hält Schürmann die Junghennenaufzucht für eine interessante Alternative zur Legehennenhaltung. Zwar erlebt auch dieser Betriebszweig gute und schwächere Phasen. Aufzuchtverträge mit verschiedenen Vermehrern ermöglichen jedoch eine längerfristige Planung. Nach seinen Angaben können die Verträge über drei, fünf oder teilweise sogar zehn Jahre laufen.
Darin sieht Schürmann einen wesentlichen Unterschied zur Legehennenhaltung. Deren wirtschaftlicher Erfolg hängt stärker von der aktuellen Marktlage ab. Langfristige Aufzuchtverträge können dagegen für mehr Planungssicherheit sorgen.
Auch der Arbeitsaufwand lässt sich nach seiner Erfahrung gut kalkulieren. Die Tiere müssen zwar während der gesamten Aufzucht zuverlässig betreut werden. Besonders in den ersten Tagen sind mehrere Kontrollgänge nötig, teilweise müssen die Küken auch von Hand gefüttert werden. Diese arbeitsintensive Phase dauert jedoch nur begrenzte Zeit. Über die gesamte Aufzuchtperiode hinweg lässt sich die Arbeit nach Schürmanns Erfahrung gut planen.
Sein Fazit: Sowohl die Junghennenaufzucht als auch die Legehennenhaltung können wirtschaftlich attraktiv sein. Entscheidend sei nicht das Ergebnis eines einzelnen Jahres. Wer die Wirtschaftlichkeit beurteilen wolle, müsse einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren betrachten.




































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