Moderne Legehennen erreichen heute deutlich längere Produktionszyklen als noch vor wenigen Jahren. Damit steigen jedoch die Anforderungen an die Aufzucht. Nach Einschätzung des US-Geflügelforschers Colwayne Morris legen die ersten Lebenswochen den Grundstein für Gesundheit, Eierschalenqualität und eine lange Legeleistung.
Die Aufzucht entscheidet über die spätere Leistung
Legehennen können mehr als 100 Wochen produktiv bleiben, wenn sie bereits als Küken optimal versorgt werden. Mit zunehmender Dauer des Produktionszyklus wächst jedoch die Bedeutung einer sorgfältigen Aufzucht. Fehler in dieser frühen Phase lassen sich später kaum noch ausgleichen.
Colwayne Morris von der Universität Missouri-Columbia bezeichnet die Aufzucht deshalb als entscheidende Investitionsphase. Wer hier die Grundlagen nicht schafft, kann Defizite während der Legeperiode nur schwer korrigieren.
Nach Einschätzung des Geflügelforschers bestimmen vor allem drei Faktoren, ob eine Henne einen langen Produktionszyklus erfolgreich bewältigt: Robustheit, Skelettgesundheit und die Fähigkeit, dauerhaft hohe Legeleistungen zu erbringen.
Robustheit muss früh aufgebaut werden
Eine hohe Widerstandskraft entsteht bereits in den ersten Lebenswochen. Legehennen müssen lernen, Belastungen wie Stress, Krankheiten und Impfreaktionen zu bewältigen.
Fehlt diese Grundlage, starten die Tiere geschwächt in die Legeperiode. Das kann ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und die Nutzungsdauer verkürzen. Eine stabile Konstitution hilft dagegen, die Eierproduktion über viele Monate aufrechtzuerhalten.
Das Skelett bildet die Basis für lange Legezyklen
Besonders wichtig ist nach Angaben von Morris die Entwicklung des Skeletts. Während der 15. und 16. Lebenswoche bildet sich das sogenannte Markknochengewebe, das Hennen später als Mineralstoffreserve für die Eierschalenbildung nutzen.
Diese Reserven lassen sich später nicht mehr vollständig aufbauen. Entwickelt sich das Skelett unzureichend, verbrauchen die Tiere ihre Mineralstoffvorräte schneller, als sie diese über das Futter ersetzen können.
Die Folgen zeigen sich oft schon lange vor dem Ende des geplanten Produktionszyklus: Die Eierschalen werden dünner, das Risiko für Knochenbrüche steigt und Probleme beim Tierwohl nehmen zu.
Optimale Fütterung verlängert die Nutzungsdauer
Eine ausgewogene Fütterung unterstützt sowohl die Skelettentwicklung als auch die langfristige Legeleistung. Verfügt die Henne über ein stabiles Knochengerüst und eine bedarfsgerechte Versorgung, kann sie laut Morris bis zu 100 oder sogar 110 Wochen Eier legen.
Damit gewinnt die Fütterung bereits während der Aufzucht erheblich an Bedeutung. Sie beeinflusst nicht nur die spätere Leistung, sondern auch die Gesundheit der Tiere über den gesamten Produktionszeitraum.
Spurenelemente stärken Knochen und Immunsystem
Für den Aufbau eines belastbaren Skeletts spielen Spurenelemente eine wichtige Rolle. Besonders Zink, Mangan und Kupfer tragen zur Entwicklung stabiler Knochenstrukturen bei.
Mangan unterstützt die Bildung von Glykoproteinen, die an der Entwicklung der Eierschalenmembran beteiligt sind. Gleichzeitig fördert es die Knochenbildung. Zink stärkt das Immunsystem und unterstützt die Stabilität des Skeletts.
Längere Legeperioden verlangen eine präzise Aufzucht
Mit der Verlängerung der Produktionszyklen steigen die Anforderungen an Management und Fütterung. Wer robuste Tiere mit einem starken Skelett aufzieht und frühzeitig auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung achtet, schafft die Voraussetzungen für hohe Legeleistungen und eine lange Nutzungsdauer der Herde.

































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