„Mit individuellem Futter Hennen lange halten“

16 September 2025
Biofutter
Goldhammer eigenes Futter

Daniel Goldhammer erzeugt im hessischen Nidda-Borsdorf mit 6.000 Legehennen in Mobilställen Eier. Er ist Selbstmischer mit eigener Toastanlage für Soja. „Geflügelnews“ stellte diese Anlage bereits vor. Hier erzählt der Landwirt, welche Vorteile er in der eigenen Futterherstellung sieht. 

Legehennenhalter Daniel Goldhammer aus Nidda-Borsdorf baut seit 2020 Soja an und toastet es in seiner eigenen Anlage. Er mischt das Futter für seine 6.000 Legehennen selbst. Neben Soja kommen auch Winterweizen und Mais für sein Hühnerfutter von den eigenen Flächen.  

Daniel Goldhammer (re.) zeigt interessierten Berufskollegen die Sojaverarbeitung.

Trocknung selbst gebaut

Soja ist aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr gut geeignet als Proteinlieferant im Geflügelfutter. Je nach Sorte, Boden und Wetterbedingungen liegt der Eiweißgehalt der Rohbohnen bei um die 40 Prozent. Der Feuchtegehalt der geernteten Bohnen sollte für das Toasten nicht über etwa 15 Prozent liegen. Ansonsten schaltet Daniel Goldhammer eine Trocknung vor. Den Trockner hierfür hat er selbst gebaut, musste in allerdings erst zweimal in Betrieb nehmen. 

Das Toasten erfolgt mit Kerntemperaturen von etwa 95 ° C und erfordert aufgrund der hohen Temperaturen Erfahrung: „Die Lernzeit betrug zwölf Monate“, gibt der Landwirt offen zu. Durch das Toasten werden die Bohnen auf etwa sieben Prozent Restfeuchte getrocknet. Anschließend werden sie noch gereinigt und abgekühlt, danach geht es in die Schneckenpresse. 

Goldhammers 6.000 Legehennen werden in Mobilställen gehalten.

Sojabohnen haben viel Energie

Sojabohnen enthalten mit 20 Prozent recht viel Öl, sind also auch Energieträger. Das Öl wird bei Daniel Goldhammer bis zu einem Restfettgehalt der Sojabohnen von 9-11 Prozent gepresst. Sojaöl ist sehr hochwertig und kann auch in der menschlichen Ernährung verwandt werden.  

Der übrigbleibende Sojapresskuchen ist dann zusammen mit Mais und Weizen Grundlage für Daniel Goldhammers Legehennenfutter. Zugekauft werden ein Mineralfutter und Kalk. Die Futterrezepturen erstellt er zusammen mit dem Berater seines Mineralfutter-Herstellers. 

Die eigene Mahl- und Mischanlage steht neben dem Sojatoaster in der Halle.

Gut anfüttern vor Legebeginn

Bis vor zwei Jahren bezog Goldhammer seine Junghennen von einem Betrieb, der sie bis 21 Wochen aufzog – auf den ersten Blick eine bequeme Sache. Nach einem Lieferanten-Wechsel kommen sie heute mit 17,5 bis 18 Wochen nach Borsdorf: „Das gefällt uns sehr viel besser,“ so Goldhammer. Die optimierte Fütterung der Junghennen sorge dafür, dass sie noch ordentlich an Gewicht zulegen können. Das mache sich am Ende der Legeperiode bezahlt: „Wir geben unsere Althennen lebend ab an einen kleineren Schlachtbetrieb. Die Vermarktung läuft gut, weil die Tiere noch ordentliche Gewichte haben und als Suppenhühner sehr gefragt sind. Weiterverkauft werden sie über Hofläden oder an Metzger mit eigener Wurstproduktion.“ 

Braune Hennen lange halten

Daniel Goldhammer ist überzeugt, dass nicht zuletzt die individuell angepassten Eigenmischungen dazu beigetragen haben, dass er seine braunen Hühner heute bis zu 20 Monaten halten kann – bei guten Eigewichten und guten Hennengewichten. Die Eigenmischungen werden jeweils auf den aktuellen Zustand seiner Herden abgestimmt.  

Soja ist ernährungsphysiologisch sehr gut geeignet als Proteinfutter für Geflügel.

Für das Futter stehen an jedem Mobilstall kleine Silos mit 1,5 t Fassungsvermögen. Diese Silos werden in der Halle befüllt, in der die Mahl- und Mischanlage steht: „Das kann eine Person alleine erledigen, transportiert wird mit dem Trecker. Das ist arbeitswirtschaftlich am sinnvollsten“, so Goldhammer. Gerade in der Mobilstallhaltung müsse man aufpassen, dass der Arbeitsaufwand nicht aus dem Ruder laufe, weiß der Landwirt. 

Text:
Christa Diekmann-Lenartz

Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der intensiven Tierhaltungsregion Weser-Ems (und Studium der Agrarwissenschaften). Seit vielen Jahren berichtet sie darüber, was sich im Bereich Geflügel tut - mit Schwerpunkt Niedersachsen.

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Bild: Christa Diekmann-Lenartz

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