Nach den Rekordpreisen von 2025 hat sich der US-Eiermarkt gedreht. Die Eierpreise liegen auf einem 20-Jahres-Tief, die Erzeugererlöse teils unter den Produktionskosten. Gleichzeitig könnten die Futterkosten um 8 % steigen.
Die wirtschaftliche Lage für Legehennenhalter in den USA hat sich binnen eines Jahres deutlich verschlechtert. Nach den außergewöhnlich hohen Eierpreisen 2025 sind die inflationsbereinigten Preise 2026 auf einen der niedrigsten Stände seit zwei Jahrzehnten gefallen. Nun könnten auch noch höhere Futterkosten die Margen der Betriebe belasten.
Von Januar bis August 2026 kosteten große Eier, die an ein Lagerhaus im Mittleren Westen geliefert wurden, im Schnitt rund 81 US-Cent je Dutzend. Das waren 38 % weniger als im inflationsbereinigten 20-Jahres-Durchschnitt von 1,31 US-Dollar.
Die Zahlen stellte Maro Ibarburu vom Egg Industry Center der Iowa State University Ende September auf der Georgia Layer Conference vor.
Eierpreise drehen nach Rekordjahr 2025
Noch 2025 sah die Situation völlig anders aus. Die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) hatte das Angebot beeinträchtigt. Zusammen mit einer starken Nachfrage trieb dies die Eierpreise auf außergewöhnlich hohe Werte.
„Im vergangenen Jahr haben wir noch über die verrückt hohen Marktpreise gesprochen, und in diesem Jahr liegen wir auf einem 20-Jahres-Tief“, sagte Ibarburu.
Für die Legehennenhalter fällt die Bilanz noch schlechter aus. Denn vom Marktpreis müssen unter anderem die Kosten für Waschen, Verpacken und Transport abgezogen werden. Ibarburu bezifferte den durchschnittlichen Erzeugerwert für vier US-Regionen 2026 auf lediglich rund 48 US-Cent je Dutzend. Damit liege der Wert deutlich unter den Produktionskosten.
Futter macht mehr als die Hälfte der Produktionskosten aus
Zusätzlicher Druck könnte von den Futterkosten kommen. In den vergangenen fünf Jahren entfielen rund 54 % der Produktionskosten für Eier auf das Futter. Vor allem die Preise für Mais und Sojaschrot beeinflussen deshalb die Wirtschaftlichkeit der Legehennenhaltung.
Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums zufolge könnten die Maispreise im kommenden Jahr um 16 % steigen. Bei Sojaschrot wird ein Plus von 5 % erwartet. Ibarburu rechnet auf dieser Grundlage damit, dass sich Legehennenfutter um rund 8 % verteuern könnte.
Damit droht den Betrieben eine ungünstige Kombination: Während die Erlöse für Eier stark gesunken sind, könnten die wichtigsten variablen Kosten wieder steigen.
Verarbeitungseier kosten nur noch 16 Cent je Dutzend
Auch der Markt für Verarbeitungseier steht unter Druck. Rund 70 % der Eier werden in den USA als Schaleneier verkauft. Die übrigen 30 % gehen in die Verarbeitung, etwa zu Flüssigei sowie gefrorenen, gekühlten oder getrockneten Eiprodukten.
Von Januar bis August 2026 kosteten Verarbeitungseier durchschnittlich nur 16 US-Cent je Dutzend. Nominal war das der niedrigste Wert für diesen Zeitraum seit 20 Jahren. Im 20-Jahres-Durchschnitt lag der Preis bei 84 US-Cent.
Ähnlich entwickelte sich Flüssigvollei. Der Durchschnittspreis sank auf 16 US-Cent je Pfund. Auch das markierte ein 20-Jahres-Tief. Im langjährigen Mittel wurden für denselben Zeitraum 74 US-Cent je Pfund gezahlt.
Getrocknetes Vollei hält sich stabil
Eine Ausnahme bildet getrocknetes Vollei. Hier lag der Durchschnittspreis von Januar bis August bei rund 4,20 US-Dollar je Pfund und damit nahezu auf Höhe des 20-Jahres-Durchschnitts von 4,24 US-Dollar.
Ibarburu führt die vergleichsweise stabilen Preise vor allem auf die lange Haltbarkeit zurück. Getrocknetes Vollei lässt sich bis zu zwei Jahre lagern.








































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