Geflügelnews berichtete vor einigen Tagen, dass auch in den USA Eier „ohne Kükentöten“ den Markt erobern sollen. Ein bedeutender Vermarkter von Freiland- und Bioeiern war eingestiegen. Jetzt soll es in großen Schritten weitergehen: Der US-Branchenverband der Eiererzeuger hat dafür ein Zertifizierungslabel vorgestellt.
Die US-amerikanische Union der Eiererzeuger („United Egg Producers“, UEP) vertritt über 90 Prozent der US-Eierproduktion. Die UEP will auch in den USA einen Verzicht auf das Töten der männlichen Eintagsküken von Legeherkünften voranbringen. Dazu hat die Union jetzt ein Zertifizierungslabel mit dem Namen „Hatch Check“ entwickelt.
Freiwilliges Label „ohne Kükentöten“
Mit der Zertifizierung nach „Hatch Check“ wird sichergestellt, dass bei der Produktion von Eiern unter dem neuen Label keine Eintagsküken getötet wurden. Brütereien haben die Möglichkeit, die Geschlechtsbestimmungstechnologie im Brutei anzuwenden oder die männlichen Küken aufzuziehen. Die Brütereien werden zudem extern auditiert und müssen die Rückverfolgbarkeit gelabelter Eier von der Brüterei bis zum Einzelhändler gewährleisten.
Die US-Union der Eiererzeuger verpflichtete sich bereits 2016 auf freiwilliger Basis zur Beendigung des Kükentötens, sobald die Technologie verfügbar sein sollte. Das ist inzwischen der Fall. Auf dem US-Markt dominieren weiße Eier. Lösungen wie zum Beispiel Genus Focus des Herstellers Orbem können alle Bruteier-Arten scannen. Laut einer Pressemitteilung von Orbem ist das Unternehmen in Kontakt zu Branchenführern im Land, um die Geschlechtsbestimmung im Ei dort voranzubringen.
Mehrere Brütereien wollen das Label
Derzeit haben mehrere Brütereien in den USA ihre Absicht bekundet, auf eine Produktion ohne Kükentöten umzustellen. Die UEP geht davon aus, dass „Hatch Check“ zunächst als Nischenprodukt startet, sich aber mit der Zeit ausweiten werde. Große Produzenten wie MPS Egg Farms und NestFresh produzierten bereits einen Teil ihrer Eier aus in-ovo-geschlechtssortierten Herden. Der Markt für Masseneier bewege sich bereits in diese Richtung.
„Die Einführung wird nicht über Nacht erfolgen, und externe Belastungen wie die Vogelgrippe stehen für viele Produzenten weiterhin im Vordergrund“, sagte ein Sprecher der UEP.

































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.