Vogelgrippe in den USA: Bedrohung für Landwirtschaft und Milchwirtschaft

21 August 2025
Stallmanagement
Vogelgrippe

In den Vereinigten Staaten ist die Vogelgrippe A(H5N1) mittlerweile nicht mehr nur ein Problem für Geflügelbetriebe, sondern betrifft auch die Milchwirtschaft. Wissenschaftler fanden das Virus in Milch, auf Melkmaschinen, im Abwasser sowie als Aerosol in der Luft von Milchviehbetrieben in Kalifornien (Quelle: Nature, Preprint-Studie auf bioRxiv). Damit hat die Vogelgrippe eine neue Dimension erreicht.

28 Millionen Stück Geflügel getötet und bisher größter Ausbruch in der US-Milchwirtschaft

Bereits 28 Millionen Stück Geflügel mussten in den USA getötet werden. Doch der Ausbruch ist nicht auf Geflügel beschränkt. Besonders besorgniserregend: Kühe zeigen eine hohe Anfälligkeit, da das Virus an Rezeptoren in Eutern und Atemwegen bindet. Damit können sowohl Milch als auch die Luftübertragung auf den Betrieben eine zentrale Rolle bei der Ausbreitung spielen. Experten sprechen vom größten Ausbruch einer Infektionskrankheit in der US-Milchwirtschaft seit 100 Jahren (Quelle: Journal of Dairy Science, Colorado State University).

Hohe Viruslast: Forschung warnt vor massiv kontaminierten Farmen

Studien zeigen, dass das Virus „überall“ auf betroffenen Farmen zu finden ist. Laut Forschern handelt es sich um eine „irrwitzig stark kontaminierte Umgebung“. Das verdeutlicht, dass bisherige Biosicherheitsmaßnahmen nicht ausreichen, um die Ausbreitung zu stoppen.

Gefahr für Menschen: Erste Infektionen bereits dokumentiert

Bislang wurden 70 Fälle von H5N1-Infektionen beim Menschen im Zusammenhang mit dem Ausbruch bestätigt – überwiegend bei Arbeitern, die engen Kontakt mit Kühen oder Geflügel hatten (Texas Health Department, 2024). Die Symptome waren meist mild (z. B. Bindehautentzündung, grippeähnliche Beschwerden).

Allerdings entdeckten Forscher Mutationen im Virusgenom, die eine Anpassung an den Menschen erleichtern könnten. Zwar verbreitete sich diese Variante nicht weiter, doch die Gefahr eines Übersprungs auf den Menschen bleibt bestehen.

Mutationen und Forschungsergebnisse: Noch keine stabile Anpassung an Menschen

Untersuchungen zeigen, dass das Virus bei Kühen genetisch immer noch dem klassischen Vogelgrippevirus ähnelt. Zudem konnte es sich nicht unter Frettchen verbreiten – einem Modellorganismus für die Influenza-Forschung. Diese Ergebnisse stammen aus einer Studie von Webby et al. in Nature Communications (Nature Communications, 2024).

Dennoch sehen Experten die Situation als Gesundheitsnotfall und fordern landesweite Kontrollprogramme sowie Impfstoffe für Risikogruppen.

Maßnahmen gegen die Ausbreitung: Schutz durch Pasteurisierung und Kochen

Zur Lebensmittelsicherheit betonen Experten, dass Pasteurisierung von Milch sowie das gründliche Kochen von Fleisch, Geflügel und Eiern das Virus zuverlässig inaktivieren. Für Verbraucher besteht daher aktuell keine direkte Gefahr über Lebensmittel, solange diese korrekt verarbeitet werden (Quelle: Journal of Dairy Science, 2024).

Fazit: Vogelgrippe als Herausforderung für Landwirtschaft, Milchwirtschaft und Gesundheit

Die Vogelgrippe in den USA zeigt, wie schnell ein ursprünglich tierisches Virus auch die Milchviehwirtschaft erfassen kann. Mit Millionen getöteten Tieren, hohen wirtschaftlichen Schäden und ersten Infektionen beim Menschen steht die US-Landwirtschaft vor einer massiven Herausforderung. Nur durch strengere Biosicherheitsmaßnahmen, mehr Forschung und Impfstrategien kann die Lage unter Kontrolle gebracht werden.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_valdisskudre
Quelle: Der Standard

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