USA planen Impfstrategie gegen Vogelgrippe bei Geflügel

24 Juni 2025
Biosicherheit
Impfung Vogelgrippe USA

Die USA entwickeln erstmals einen umfassenden Impfplan gegen Vogelgrippe bei Geflügel, um Tierverluste, wirtschaftliche Schäden und Exportprobleme künftig zu verhindern.

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) entwickelt erstmals einen umfassenden Plan zur Impfung von Geflügel gegen die Vogelgrippe. Ziel ist es, nicht nur die Tiergesundheit zu verbessern, sondern auch mögliche Auswirkungen auf den Export zu prüfen. Laut Reuters arbeitet das USDA mit Bundes- und Landesbehörden sowie Vertretern der Industrie und internationalen Handelspartnern an einem Konzept, das im Juli vorgelegt werden soll.

USDA investiert Millionen – Kritik an alten Strategien wächst

Auslöser für die Initiative sind massive wirtschaftliche und tierseuchenrechtliche Folgen: Seit 2022 mussten in den USA rund 175 Millionen Hühner, Truthähne und andere Vögel gekeult werden – der schwerste tiergesundheitliche Notfall des Landes. Besonders betroffen ist die Eierproduktion, was zu einem drastischen Anstieg der Eierpreise führte.

Infolge kam es zu Lieferengpässen in Supermärkten und höheren Preisen in der Gastronomie. Die USDA investierte bereits über 1 Milliarde Dollar in Entschädigungen und sagte weitere 100 Millionen Dollar für die Impfstoffforschung zu.

Branche gespalten: Eierproduzenten dafür, Fleischindustrie zögert

Der neue Impfplan wird unter anderem von der Eier- und Putenbranche unterstützt, deren Betriebe besonders hart vom Virus getroffen wurden. Diese Branchen sehen in einer Impfung die einzige Möglichkeit, künftige Ausbrüche einzudämmen. Laut Reuters schlagen die United Egg Producers vor, Küken zu impfen, später Auffrischungen vorzunehmen und regelmäßige Tests durchzuführen. Herden, die dennoch positiv getestet werden, sollen weiterhin gekeult werden, um die Virusverbreitung einzudämmen und die Anforderungen der Importeure zu erfüllen.

Im Gegensatz dazu äußern Geflügelfleischproduzenten starke Vorbehalte. Sie befürchten, dass eine Impfung zu Exportverboten führen könnte, da manche Länder den Import von geimpftem Geflügel verweigern könnten. Diese Bedenken betreffen vor allem große Exporteure, für die internationale Märkte existenziell sind.

Bereits 2015 wurden Impfstrategien diskutiert, aber wegen möglicher Handelsbeschränkungen nicht umgesetzt. Nun scheint der Druck aus der Branche groß genug, um einen neuen Anlauf zu wagen. Laut Angaben der American Veterinary Medical Association sind langfristige Änderungen in der Seuchenbekämpfung notwendig, da die bisherigen Methoden zu teuer und ineffizient sind.

Auch der National Chicken Council, der die Geflügelfleischindustrie vertritt, zeigt sich offen für eine Impfung – allerdings nur, wenn sichergestellt ist, dass Exporte nicht beeinträchtigt werden. Der Vorschlag der Eierproduzenten wird derzeit geprüft, und Branchenexperten wie der ehemalige USDA-Veterinär Dr. John Clifford mahnen zur Eile: Eine transparente Strategie sei entscheidend, um das Vertrauen der Handelspartner zu sichern.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_Nueng, Adobe Stock_Polonio Video
Quelle: Reuters

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.