Trotz neuer Vogelgrippefälle bleibt der EU-Eiermarkt stabil, während in den USA Engpässe und drastische Preissteigerungen drohen.
Eiermarkt in der EU: Moderate Preissteigerung trotz Vogelgrippe
Trotz der aktuellen Vogelgrippeausbrüche in mehreren europäischen Ländern bleibt der Eiermarkt in der EU weitgehend stabil. Laut EU-Kommission lag der Durchschnittspreis für 100 Kilogramm Eier in der Woche zum 16. Februar bei 240,19 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 7,1 % im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch liegt das Preisniveau noch unter dem von 2023. Experten warnen jedoch vor möglichen Engpässen zu Ostern.
Neue Ausbrüche in Europa – Entspannung in Frankreich
In Europa treten weiterhin Fälle der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) auf. In Polen meldete die Veterinärbehörde den 26. Fall in einem kommerziellen Betrieb in diesem Jahr. Dort mussten rund 123.000 Puten gekeult werden. Seit Jahresbeginn wurden in Polen insgesamt fast 2 Millionen Geflügeltiere getötet. Auch in Deutschland gab es jüngst Ausbrüche in Niedersachsen, betroffen waren zwei Legehennenbetriebe mit insgesamt rund 15.000 Tieren.
Während sich die Lage in einigen Ländern zuspitzt, zeigt sich in Frankreich eine Entspannung. Dort wurden zuletzt keine neuen Ausbrüche verzeichnet. Seit Beginn der aktuellen Saison gab es in Frankreich 15 HPAI-Fälle in Geflügelhaltungen sowie mehrere in Hobbyhaltungen und bei Wildvögeln.
Irland und England verschärfen Maßnahmen gegen Vogelgrippe
In Irland gilt seit dem 17. Februar eine landesweite Aufstallungspflicht für gewerbliche und private Geflügelhaltungen. Landwirtschaftsminister Martin Heydon begründete dies mit der erhöhten Infektionsgefahr. Der irische Bauernverband (IFA) begrüßte die Maßnahme, da sich Irland so besser vor einer weiteren Eskalation schützen könne. Zuvor mussten in Nordirland bereits 64.000 Legehennen aufgrund eines Verdachtsfalls gekeult werden.
Auch in England wurde die Aufstallungspflicht in immer mehr Regionen ausgeweitet. Die britische Chefveterinärin Christine Middlemiss verwies auf die steigende Zahl an HPAI-Nachweisen, insbesondere in Gebieten mit konzentrierter Geflügelhaltung.
WOAH: Vogelgrippe könnte ihren Höhepunkt überschritten haben
Die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) sieht Anzeichen für eine nachlassende Intensität der Vogelgrippe. Laut ihrem Bericht gab es im Januar weltweit 144 Ausbrüche in Geflügelhaltungen und 160 weitere bei Wildvögeln und Säugetieren. Insgesamt mussten 14,9 Millionen Geflügeltiere gekeult werden, die Mehrheit davon in den USA.
Die Gesamtzahl der HPAI-Ausbrüche in den ersten vier Monaten der aktuellen Welle sei bereits vergleichbar mit dem gesamten Zeitraum von Oktober 2023 bis September 2024. Dennoch sieht die WOAH Hinweise darauf, dass der saisonale Höhepunkt überschritten sein könnte. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass es zuletzt einen Anstieg von HPAI-Fällen bei Wildvögeln in Europa gab.
USA: Eiermarkt unter Druck – Millionen Tiere getötet
In den USA hat die Vogelgrippe erhebliche Auswirkungen auf den Eiermarkt. Die Preise sind aufgrund der massenhaften Keulungen von Legehennen auf Rekordniveau gestiegen. Besonders betroffen ist Indiana, wo allein in diesem Jahr 13 HPAI-Fälle in kommerziellen Betrieben gemeldet wurden. Bisher mussten dort rund 6,6 Millionen Legehennen und 11.600 Puten getötet werden.
Personalmangel beim USDA nach Entlassungen
Neben den wirtschaftlichen Folgen sorgte auch die Entlassung von Experten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) für Aufsehen. Mehrere Mitarbeiter, die für die Bekämpfung der Vogelgrippe zuständig waren, wurden offenbar irrtümlich im Rahmen von Stellenkürzungen entlassen. Washingtoner Medien berichten, dass die Trump-Administration die Zahl der Bundesangestellten drastisch reduzieren wollte. Nun versucht die Regierung, die Entlassungen rückgängig zu machen.
Am 20. Februar lud Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins zu einem Runden Tisch mit Branchenvertretern ein, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Unterdessen wurden neue Ausbrüche gemeldet, unter anderem in Indiana, wo zwei Putenhalter mit jeweils rund 19.000 Tieren betroffen waren.

































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