USA stoppen Moderna-Impfstoff gegen Vogelgrippe wegen Risiken

30 Mai 2025
Impfung
Zoonosen, Tierseuchen, Impfstoff-Forschung, Virus, Geflügelpest

Die US-Regierung hat die Förderung des Moderna-Impfstoffs gegen Vogelgrippe wegen Sicherheitsbedenken eingestellt – trotz positiver Zwischenergebnisse.

Das US-Gesundheitsministerium (HHS) hat die Finanzierung eines mRNA-Impfstoffprojekts von Moderna gegen die Vogelgrippe (H5N1) in Höhe von 776 Millionen US-Dollar am 28. Mai eingestellt. Begründet wurde die Entscheidung mit Sicherheitsbedenken und unzureichender Testung der mRNA-Technologie. Laut WATTPoultry erklärte HHS-Kommunikationsdirektor Andrew Nixon, dass eine weitere Unterstützung wissenschaftlich und ethisch nicht zu rechtfertigen sei.

mRNA-Technologie im Fokus der Kritik

Laut HHS gehe es nicht allein um die Wirksamkeit des Impfstoffs, sondern auch um „Sicherheit, Integrität und Vertrauen“. Die mRNA-Technologie sei weiterhin nicht ausreichend erprobt. Das Ministerium kritisierte auch die vorherige Regierung, die ihrer Ansicht nach berechtigte Sicherheitsbedenken gegenüber der Öffentlichkeit verheimlicht habe.

Die geplante Impfstofftechnologie von Moderna basiert auf modifizierter Boten-RNA, die in Lipid-Nanopartikel eingebettet ist. Diese mRNA enthält Anweisungen zur Herstellung einer Nachbildung des Spike-Proteins, das bei Viren wie H5N1 eine zentrale Rolle spielt. Ziel ist es, das Immunsystem auf die Erkennung solcher Strukturen vorzubereiten und so eine Schutzwirkung zu erzielen.

Wissenschaft sieht Chancen – doch Zweifel bleiben

Laut WATTPoultry stützen aktuelle Forschungsergebnisse der US-Gesundheitsbehörde CDC vom Januar 2025 den Einsatz von mRNA-Impfstoffen gegen hochpathogene aviäre Influenza (HPAI). Versuche an Frettchen zeigten, dass die Technologie potenziell schwere Krankheitsverläufe verhindern kann. Dennoch bleibt die mRNA-Technologie in Teilen der Öffentlichkeit umstritten – insbesondere im Hinblick auf mögliche Langzeitfolgen.

Moderna hält trotz Rückschlag an Impfstoff fest

Trotz des Ausstiegs des HHS veröffentlichte Moderna am selben Tag Zwischenergebnisse einer Phase-1/2-Studie, in der der Impfstoff an 300 gesunden Erwachsenen ab 18 Jahren getestet wurde. Das Unternehmen berichtet von einer starken Immunantwort und einem guten Sicherheitsprofil. CEO Stéphane Bancel betonte, dass Moderna trotz der Finanzierungslücke alternative Wege zur Weiterentwicklung des Impfstoffs prüfen werde.

Weitere Impfstoffprojekte gegen H5N1 in Arbeit

Neben Moderna arbeiten laut CDC noch drei weitere Impfstoffprojekte im Rahmen des National Prepandemic Influenza Vaccine Stockpile (NPIVS) Programms an einem Schutz vor der Vogelgrippe. Bisher sind weltweit 70 Infektionen mit dem H5N1-Virus bei Menschen dokumentiert worden.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_Mikhailov Studio
Quelle: WATTPoultry

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