HPAI, Schweinepest, Maul- und Klauenseuche: US-Experten warnen vor gezielter Verbreitung von Tierseuchen durch Sabotageakte.
Die US-Landwirtschaft steht unter zunehmendem Druck durch die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) vom Typ H5N1, die bereits erhebliche Schäden in der Geflügel- und Milchwirtschaft verursacht hat. Laut einem Bericht des Magazins Feedstuffs äußerte Dan Frazen, Notfallkoordinator des Landwirtschaftsministeriums von Colorado, auf dem Animal Agriculture Alliance Stakeholders Summit am 2. Mai die Sorge, dass HPAI oder andere zoonotische Krankheiten gezielt verbreitet werden könnten – etwa durch Diebstahl infizierter Tiere und deren absichtliche Platzierung auf anderen Höfen.
Maul- und Klauenseuche in Ungarn – war es ein Angriff?
Frazen warnte, dass ein solcher bioterroristischer Angriff nicht nur Tierbestände gefährden, sondern auch das Vertrauen in die gesamte Agrarindustrie untergraben würde. Anlass zu dieser Befürchtung gibt der Verdacht, dass ein kürzlicher Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Ungarn auf einen gezielten Angriff zurückzuführen sein könnte. Dies erhöht laut Feedstuffs die Sorge, dass auch in den USA ähnliche Szenarien eintreten könnten.
Mehrere Krankheitsausbrüche gleichzeitig: Das Worst-Case-Szenario
Karen Meidenbauer vom Johns Hopkins Applied Physics Laboratory betonte in der gleichen Diskussionsrunde die Gefahr multipler Tierseuchen in einer Region. Sie verwies auf die große Belastung, die der derzeitige HPAI-Ausbruch bereits für Einsatzkräfte bedeutet. Sollte zusätzlich etwa die Afrikanische Schweinepest auftreten – ob natürlich oder absichtlich verbreitet – wäre das laut Meidenbauer eine ernste Bedrohung. Sie warnte vor Überlastung und Ressourcenknappheit bei den zuständigen Behörden.
Vogelgrippe: Neue Ausbrüche in den USA – Millionen Tiere betroffen
Aktuell hat das US-Landwirtschaftsministerium (APHIS) am 30. April einen neuen Fall von HPAI in einer Legehennenfarm in Aurora, South Dakota, bestätigt. Betroffen ist eine Herde von rund 700.000 Tieren. Es handelt sich um den zweiten kommerziellen Ausbruch in diesem Bundesstaat im Jahr 2024. Im Dezember 2023 war eine weitere Legehennenfarm mit 800.000 Vögeln betroffen.
Insgesamt wurden im laufenden Jahr 17 Ausbrüche in kommerziellen Beständen registriert, darunter 15 in Puten- und zwei in Legehennenhaltungen. Hinzu kommen zahlreiche Fälle in kleineren Hinterhofhaltungen. In den letzten 30 Tagen zählte APHIS 19 bestätigte HPAI-Fälle in den USA, die über eine Million Vögel betrafen. Besonders betroffen sind Bundesstaaten wie Ohio, wo nach einer einmonatigen Pause am 14. April die 70. Infektion eines Geflügelbetriebs seit Jahresbeginn festgestellt wurde.

































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