Fast 100 Prozent mehr: Ukraine steigert Eierexporte nach Europa deutlich

21 August 2025
Eiermarkt
Ukraine Flagge Eier Exporte

Die Ukraine hat ihre Eierexporte in der ersten Jahreshälfte 2025 um fast 100 Prozent gesteigert. Hauptabnehmer sind EU-Länder wie Kroatien, Großbritannien und Spanien. Gründe sind neue Absatzmärkte in Europa, logistische Herausforderungen im Inland und steigende Preise auf dem ukrainischen Markt.

Eierexporte aus der Ukraine verdoppeln sich

Die Ukraine hat in der ersten Hälfte dieses Jahres 64.800 Tonnen Eier exportiert – ein Plus von 96 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Geldwert stiegen die Ausfuhren sogar um 160 Prozent auf 87,5 Millionen US-Dollar, wie die ukrainischen Zollbehörden meldeten.

Der wichtigste Treiber dieser Entwicklung ist die wachsende Nachfrage auf dem europäischen Markt.

Europa wird zum Hauptabsatzmarkt

Während in der Vergangenheit Märkte im Nahen Osten, in Afrika und Asien dominierten, haben sich die ukrainischen Eierexporte inzwischen stark nach Europa verlagert.

Laut Daten gingen in den ersten sechs Monaten 2025:

  • 14 Prozent der Exporte nach Kroatien,
  • 12,9 Prozent nach Großbritannien und
  • 10,9 Prozent nach Spanien.

Dieser Strukturwandel begann nach Kriegsbeginn, als die etablierten Exportketten zusammenbrachen und ukrainische Produzenten gezwungen waren, neue Absatzwege zu erschließen.

Neue Exportwege nach Kriegsbeginn

„Zu Beginn des Krieges wurden alle unsere Exportketten unterbrochen. Später wurden die Produktströme wieder aufgenommen – aber in völlig anderer Form“, erklärte Yulia Flerova, Geschäftsführerin von Yasensvit (Tochterunternehmen von Ovostar Union, einem der größten Eierproduzenten des Landes).

Während vor dem Krieg große Mengen in den Nahen Osten oder nach Afrika gingen, verkaufen ukrainische Unternehmen ihre Produkte nun überwiegend nach Europa.

Herausforderungen bei Zertifizierung und Logistik

Trotz der erleichterten Logistik in Richtung EU bleibt der Marktzugang für ukrainische Produzenten komplex. Innerhalb der Europäischen Union gelten unterschiedliche Zertifizierungsanforderungen, die Exporteure für jedes Zielland individuell erfüllen müssen.

So unterscheiden sich die Vorgaben etwa für Deutschland, die Niederlande, Belgien oder Schweden erheblich – ein einheitlicher EU-Standard existiert nicht.

Parallel leidet die Binnenlogistik in der Ukraine weiterhin stark unter den Kriegsfolgen. Zerstörte Infrastruktur und unsichere Transportwege erschweren die Belieferung von Frontgebieten wie Charkiw.

Steigende Preise auf dem Binnenmarkt

Die stark gestiegenen Exporte haben auch den Binnenmarkt beeinflusst. Eierpreise in der Ukraine kletterten im Juni 2025 um 59,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, meldete die Regierung.

Neben den logistischen Problemen gilt die hohe Ausfuhrquote als einer der Hauptgründe für die Preissteigerungen.

Ermittlungen gegen große Produzenten

Die ukrainische Antimonopolbehörde prüft derzeit mögliche Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht. Ins Visier geraten sind die beiden größten Eierproduzenten des Landes, denen eine marktbeherrschende Stellung und Preisabsprachen vorgeworfen werden. Ergebnisse der Untersuchungen stehen noch aus.

Fazit: Eierexporte sichern Devisen, belasten aber den Binnenmarkt

Die Ukraine hat sich innerhalb weniger Jahre vom Lieferanten für Märkte im Nahen Osten und Asien zu einem wichtigen Eierexporteur für die EU entwickelt.

Während dies den Produzenten neue Absatzchancen eröffnet und dringend benötigte Devisen ins Land bringt, hat die Entwicklung auch Schattenseiten: steigende Inlandspreise, logistische Probleme und kartellrechtliche Bedenken.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_Angelov
Quelle: Tom Schotman, Poultry World

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