Am Versuchs- und Bildungszentrum Kitzingen beginnt ein millionenschwerer Neubau. Bis 2028 sollen eine neue Brüterei sowie ein moderner Bildungs- und Forschungsstall für Legehennen entstehen.
Bayern modernisiert wichtigen Standort für die Geflügelhaltung
Der Freistaat Bayern investiert einen Millionenbetrag in das Versuchs- und Bildungszentrum für Geflügelhaltung in Kitzingen. Mit dem ersten Spatenstich hat dort der Ersatzneubau begonnen. Zunächst entsteht ein Multifunktionsgebäude, das später als Brüterei dienen soll. Anschließend folgt ein neuer Bildungs- und Forschungsstall für Legehennen.
Für Anton Dippold, Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter, hat das Projekt große Bedeutung. „Das ist in diesem Jahr das wichtigste Ereignis für mich“, sagte er beim Spatenstich. Wer sich beruflich mit Geflügelzucht beschäftige, komme an Kitzingen nicht vorbei.
Der Standort spielt vor allem für die Aus- und Fortbildung eine wichtige Rolle. Nach Angaben Dippolds ist Kitzingen bundesweit der einzige Standort, an dem der Abschluss zum Tierwirtschaftsmeister der Fachrichtung Geflügelhaltung erworben werden kann.
Neuer Legehennenstall soll Forschung und Praxis verbinden
Neben der Ausbildung dient Kitzingen der praxisnahen Forschung. Neue Verfahren sollen sich dort unter Bedingungen bewähren, die möglichst nah an der landwirtschaftlichen Praxis liegen. Die Bayerischen Staatsgüter wollen dabei unter anderem Fragen zu Produktqualität, Nachhaltigkeit, Tierwohl, Klimaschutz und Fütterung bearbeiten.
Der bestehende Legehennenstall stammt aus dem Jahr 1964 und soll zurückgebaut werden. Bevor das geschehen kann, braucht der Standort Ersatz für bestehende Einrichtungen.
Deshalb errichten die Bayerischen Staatsgüter zunächst ein Multifunktionsgebäude. Dort zieht vorübergehend die Sortier- und Packstation für Eier ein. Später soll das Gebäude als Brüterei dienen. Im kommenden Jahr soll dann der Bau des neuen Bildungs- und Forschungsstalls beginnen.
Gesamtprojekt soll 2028 fertig sein
Läuft alles nach Plan, sollen die Bauarbeiten 2028 abgeschlossen sein. Wie hoch die Investitionen genau ausfallen, nannte Dippold nicht. Er sprach von einem „bedeutenden Millionenbetrag“. Mittel stammen unter anderem aus einer Fraktionsinitiative. Dippold hob dabei den Einsatz der CSU-Landtagsabgeordneten Barbara Becker hervor.
Franz Beringer, Geschäftsführer des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft, sieht in dem Projekt ein klares Bekenntnis zur Branche. „Hier wird in Bayern in die Zukunft investiert“, sagte er. Kitzingen dürfe man als „Juwel der Geflügelwirtschaft“ bezeichnen.
Kitzingen soll Geflügelwissen in die Praxis bringen
Auch Kitzingens Oberbürgermeister Dr. Enis Tiz betonte die Bedeutung des Standorts. Vielen Menschen sei kaum bewusst, wie viel Arbeit und Fachwissen hinter moderner Geflügelhaltung steckten. Die Leistungen der Bayerischen Staatsgüter für Tierhaltung, Tierzucht und Wissenschaft müssten seiner Ansicht nach stärker sichtbar werden.
Mit den Neubauten soll Kitzingen seine Rolle als Ausbildungs- und Forschungsstandort für die Geflügelbranche langfristig sichern. Im Mittelpunkt steht dabei der Anspruch, Erkenntnisse aus der Forschung so zu erproben, dass sie später in der Praxis der Geflügelhalter funktionieren.








































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.