Wer einen Geflügelbetrieb führen, übernehmen oder Mitarbeiter anleiten will, braucht neben Erfahrung auch betriebswirtschaftliches Wissen und Führungskompetenz. Darauf bereitet die Fortbildung zum Tierwirtschaftsmeister Geflügelhaltung vor. Am Versuchs- und Bildungszentrum für Geflügelhaltung in Kitzingen läuft die Anmeldung für den nächsten Lehrgang, der im Oktober 2026 startet. Noch sind Plätze frei.
Geflügelbetriebe brauchen Fachwissen und Führungskompetenz
Tierwohl, Umweltauflagen, schwankende Märkte, neue Technik und steigende Kosten stellen Geflügelhalter vor vielfältige Aufgaben. Wer einen Betrieb erfolgreich führen oder übernehmen will, muss deshalb mehr beherrschen als die tägliche Arbeit mit den Tieren.
Die Meisterfortbildung in der Fachrichtung Geflügelhaltung vermittelt Fachwissen, betriebswirtschaftliche Kenntnisse und Führungskompetenz. Der Abschluss als Tierwirtschaftsmeisterin oder Tierwirtschaftsmeister ist bundesweit geregelt.
Das Angebot richtet sich vor allem an Hofnachfolger, ausgebildete Tierwirte mit Schwerpunkt Geflügelhaltung und Landwirte mit Geflügelbetrieb. Auch Fachkräfte ohne eigenen Betrieb können sich damit auf Führungsaufgaben in der Geflügelwirtschaft vorbereiten.
Wer zur Meisterprüfung zugelassen wird
Für die Zulassung gibt es verschiedene Wege. Tierwirte der Fachrichtung Geflügelhaltung benötigen nach ihrem Abschluss mindestens zwei Jahre einschlägige Berufspraxis.
Wer einen anderen anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf abgeschlossen hat, muss mindestens drei Jahre einschlägige Berufserfahrung nachweisen. Ohne einen entsprechenden Berufsabschluss sind mindestens fünf Jahre einschlägige Berufspraxis erforderlich.
Die genannten Zeiten gelten für eine hauptberufliche Tätigkeit. Wer nebenberuflich arbeitet, muss entsprechend längere Praxiszeiten nachweisen.
Meistervorbereitung dauert rund zwei Jahre
Auf die Prüfung bereitet das Versuchs- und Bildungszentrum für Geflügelhaltung am Staatsgut Kitzingen vor. Die Einrichtung gehört zu den Bayerischen Staatsgütern.
Der Lehrgang läuft über etwa zwei Jahre und findet in Blöcken statt. Die Teilnehmer verbinden dabei theoretisches Wissen mit praktischen Aufgaben und wenden das Gelernte auf betriebliche Fragestellungen an.
Die Meisterprüfung gliedert sich in drei Bereiche: Tierhaltung, Tierproduktion und Verfahrenstechnik, Betriebs- und Unternehmensführung sowie Berufsausbildung und Mitarbeiterführung.
Tierhaltung und Produktion: Geflügelbestände professionell führen
Im ersten Prüfungsteil steht die praktische und fachliche Arbeit im Geflügelbetrieb im Mittelpunkt. Die Teilnehmer beschäftigen sich unter anderem mit Haltung, Fütterung und Zucht. Sie lernen, geeignete Produktionsverfahren auszuwählen und Arbeitskräfte sowie Technik sinnvoll einzusetzen.
Weitere Themen sind Tiergesundheit, Tierhygiene und Seuchenprophylaxe. Auch Qualitätssicherung, Dokumentation, Umweltschutz und die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen gehören zum Lehrgang.
Hinzu kommen die rechtlichen Vorgaben für Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz. Ziel ist es, Produktionsabläufe zu analysieren, Schwachstellen zu erkennen und den Betrieb wirtschaftlich und fachlich weiterzuentwickeln.
Arbeitsprojekt bringt das Gelernte in den Betrieb
Ein wichtiger Teil der Prüfung ist ein Arbeitsprojekt mit direktem Bezug zum Betrieb. Über zwölf Monate planen die angehenden Meister ein konkretes Vorhaben, setzen es um und dokumentieren die Ergebnisse.
Damit sollen sie zeigen, dass sie betriebliche Zusammenhänge erkennen und praxistaugliche Lösungen entwickeln können. Zum Abschluss arbeiten sie das Projekt schriftlich aus und stellen es in einem Fachgespräch vor.
Betriebswirtschaft: Was rechnet sich im Geflügelbetrieb?
Der zweite Prüfungsteil widmet sich der Betriebs- und Unternehmensführung. Die Teilnehmer lernen, betriebliche Kennzahlen auszuwerten, Vollkosten zu berechnen und die Rentabilität zu beurteilen.
Auch Buchführungsabschlüsse, Investitionen, Finanzierung und Liquidität stehen auf dem Lehrplan. Hinzu kommen Steuerrecht sowie Arbeits- und Sozialrecht.
Marktanalyse, strategische Betriebsentwicklung, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ergänzen diesen Teil der Fortbildung. Das Wissen soll angehende Betriebsleiter unter anderem dabei unterstützen, Investitionen zu bewerten und Gespräche mit Banken und Geschäftspartnern vorzubereiten.
Mitarbeiter führen und Nachwuchs ausbilden
Im dritten Prüfungsteil geht es um Berufsausbildung und Mitarbeiterführung. Denn Betriebsleiter müssen nicht nur Tiere und wirtschaftliche Kennzahlen im Blick behalten, sondern auch Menschen führen.
Die Teilnehmer lernen, wie sie eine Ausbildung planen, Auszubildende anleiten und deren Ausbildung erfolgreich begleiten. Mitarbeiterführung, Motivation und Kommunikation im Betrieb bilden weitere Schwerpunkte.
Was die Meisterfortbildung kostet
Für die Zulassung zur Meisterprüfung fallen 350 Euro an. Für Lehrgang, Materialien, Verwaltung sowie Unterkunft und Verpflegung müssen Teilnehmer mit weiteren Kosten von insgesamt rund 3.500 Euro rechnen.
Wer am kommenden Lehrgang ab Oktober 2026 teilnehmen möchte, kann sich noch bis zum 31. August 2026 anmelden. Nach Angaben des Veranstalters sind derzeit noch Plätze verfügbar.





































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