EU-Eiermarkt in Gefahr? Billig-Eier aus der Ukraine überschwemmen den Markt

11 April 2025
Eiermarkt
Eier Ukraine

Immer mehr Eier aus der Ukraine landen in der EU. Bauern fordern faire Regeln und warnen vor Folgen für Tierwohl und Preise.

Die stark gestiegenen Importe von Eiern aus der Ukraine sorgen in der europäischen Geflügelwirtschaft zunehmend für Besorgnis. Wie das Flämische Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau berichtet, fordert die Branche strengere Einfuhrvorschriften, um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Erzeuger zu sichern.

EU importiert Rekordmenge an Eiern aus der Ukraine

Von Januar bis November 2024 importierte die EU rund 110.864 Tonnen Eieräquivalent. Laut Angaben des Landbond Pluimvee entfielen davon 61,4 Prozent – also 68.037 Tonnen – auf die Ukraine. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um 34,5 Prozent. Betrachtet man die vergangenen fünf Jahre, haben sich die Importe sogar mehr als verfünffacht.

Landwirte kritisieren Käfighaltung und unfaire Bedingungen

Besondere Kritik äußert Martijn Chombaere, Politikbeauftragter beim Landbond Pluimvee. Er warnt laut Flämischem Infozentrum davor, dass die Produktionsbedingungen in der Ukraine nicht den europäischen Standards entsprechen. Vor allem die Käfighaltung von Legehennen, die in der EU bereits seit 2012 verboten ist, stelle ein Problem dar. Dies gefährde einen fairen Wettbewerb und setze europäische Produzenten unter Preisdruck.

Chombaere fordert deshalb von der EU strengere Einfuhrvorgaben. Er betont, dass ohne gleiche Produktionsstandards die nachhaltigen Bemühungen europäischer Erzeuger untergraben würden.

Belgische Geflügelhalter warnen vor Strukturbruch in der Branche

Auch belgische Legehennenhalter wie Mariëlle Schalk vom Betrieb 't Kakelhof in Hoogstraten teilen diese Sorgen. Sie weist darauf hin, dass ukrainische Eier oft nicht die gleichen Anforderungen an Qualität und Tierschutz erfüllen wie EU-Eier. Das Hauptproblem sieht Schalk in der Käfighaltung, die in der Ukraine weiterhin erlaubt ist.
Darüber hinaus warnt Schalk vor möglichen Risiken für die Lebensmittelsicherheit. Ihrer Einschätzung nach fehle es in Belgien an ausreichenden staatlichen Kontrollen bezüglich Herkunft und Qualität der importierten Eier. Die Abhängigkeit von ukrainischen Kontrollsystemen hält sie für problematisch.

Langfristig befürchtet die Legehennenhalterin schwerwiegende Folgen für den belgischen Geflügelsektor. Sie warnt davor, dass sinkende Preise und ungleiche Wettbewerbsbedingungen zu einem Strukturbruch führen könnten. „Unser Sektor ist in Belgien am Ende, wenn diese Entwicklung so weitergeht“, so Schalk.

Geflügelnews
Bild: Susan Rexwinkel
Quelle: Tom Schotman

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