Die Übernahme des spanischen Geflügelfleischherstellers Uvesa durch den ukrainischen Geflügelintegrator MHP sorgt für Aufsehen, auch in Brüssel bei der Europäischen Kommission. MHP hat von der spanischen Regierung die Genehmigung erhalten, eine Mehrheitsbeteiligung an Uvesa zu erwerben, dem zweitgrößten Geflügelproduzenten Spaniens.
MHP stärkt Marktstellung durch Uvesa-Übernahme in Spanien
MHP ist ein international agierendes Unternehmen mit einer starken Präsenz in der Ukraine und Südosteuropa und erzielt einen Jahresumsatz von 2,72 Milliarden Euro. Ziel der Übernahme ist es, die Marktstellung von MHP in Spanien zu stärken und Synergien zu nutzen, um das Wachstum voranzutreiben.
Uvesa besitzt 15 Prozent des spanischen Geflügelfleischmarktes und verarbeitet jährlich rund 95 Millionen Masthähnchen. Das Unternehmen betreibt sowohl Geflügel- als auch Schweinefleischintegration in Spanien. Im Dezember 2024 legte MHP ein erstes Angebot in Höhe von 200 bis 275 Millionen Euro vor, während die spanische Grupo Fuertes ein höheres Gegenangebot von 321 Millionen Euro machte. Letztlich nahm Uvesa jedoch das Angebot von MHP an, obwohl in Spanien ausländische Übernahmen in strategischen Sektoren unter besonderen Bedingungen stehen. Laut der LTO-Mitgliedswebsite New Harvest nahm Uvesa das Angebot am 4. März 2025 an.
Kritik aus der EU: Übernahme könnte den Wettbewerb verzerren
Das Angebot hat auch in Brüssel für Aufsehen gesorgt, da viele EU-Geflügelzüchter Bedenken äußern, dass der zollfreie Zugang der Ukraine zur EU unfaire Wettbewerbsbedingungen schafft. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass MHP bereits 90 Prozent der ukrainischen Geflügelexporte in die EU kontrolliert. Einige Kritiker vermuten, dass Steuererleichterungen für MHP dazu genutzt werden könnten, die europäische Expansion zu finanzieren. Diese Übernahme könnte die Debatte anheizen, ob die europäischen Geflügelproduzenten benachteiligt werden, während die ukrainischen Unternehmen ihren Einfluss in der EU ausbauen.
Spanische Regierung verteidigt den Deal trotz Bedenken
Die spanische Regierung hat jedoch die Kritik zurückgewiesen und betont, dass die Übernahme keine Bedrohung für die spanischen Interessen darstelle. Ein endgültiger Abschluss des Deals steht noch aus, da die Aktionäre von Uvesa entscheiden müssen, wer das Unternehmen künftig führen wird.






































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.