In der Ukraine entstehen derzeit mehrere Legehennenanlagen mit Millionenplätzen. Neue Projekte von Oliyar und weiteren Produzenten treiben die Eierproduktion stark nach oben. Während die Branche wächst, steigt der Druck auf den polnischen Markt – und damit indirekt auch auf andere EU-Mitgliedstaaten.
Oliyar setzt auf industrielle Eierproduktion
Der ukrainische Ölerzeuger Oliyar steigt groß in die Eierproduktion ein. In der Region Lwiw plant das Unternehmen einen Legehennenbetrieb für rund 2,3 Millionen Tiere. Die Anlage soll täglich mehr als 1,7 Millionen Eier liefern.
Bereits im April trafen die ersten 100.000 Junghennen am Standort ein. Parallel läuft nahe der polnisch-ukrainischen Grenze ein weiteres Großprojekt von Avesterra, das ebenfalls täglich rund 1,7 Millionen Eier produziert.
Wettbewerb verschärft sich für Polen
Die neuen Kapazitäten treffen auf einen ohnehin angespannten polnischen Markt. Polen bleibt zwar der größte Geflügelproduzent der EU, doch die Eierproduktion sinkt in unserem Nachbarland. Dazu kommt, dass H5N1-Ausbrüche und die Newcastle-Disease zu massiven Keulungen führten.
Nach Angaben von Branchenmedien kämpft Polen mit einer der schwersten Vogelgrippewellen der vergangenen Jahre. Mehr als 9,7 Millionen Tiere waren betroffen, und die Legehennenbestände gingen deutlich zurück. Exportbeschränkungen aus mehreren Ländern verschärfen die Lage zusätzlich.
Neue Großanlagen entstehen in der Ukraine
Auch in der Region Chmelnyzkyj entstehen weitere Großbetriebe. Zwei neue Projekte der Letychiv Poultry Farm – Teil der Inter-Yedynstvo Holding – setzen auf industrielle Strukturen in der Eierproduktion.
Ein Betrieb soll jährlich 375.000 Junghennen liefern, der zweite rund 1,3 Millionen Eier pro Tag erzeugen. Die Standorte setzen auf moderne Volierensysteme und schaffen Arbeitsplätze in strukturschwachen Regionen.
Ob diese zusätzlichen Mengen den europäischen Eiermarkt spürbar beeinflussen, bleibt derzeit offen. Marktbeobachter rechnen jedoch mit zunehmendem Preisdruck durch das wachsende Angebot aus der Ukraine.
Preisabsprachen rücken ukrainische Eierbranche in den Fokus
Parallel geraten große ukrainische Eierproduzenten unter regulatorischen Druck. Die Wettbewerbsbehörde untersucht Hinweise auf mögliche Preisabsprachen bei den Unternehmen Kvochka und Yasensvit.
Bereits 2024 stiegen die Eierpreise ungewöhnlich stark an, ohne klare Marktimpulse. Die Ermittler sehen nun Anzeichen für abgestimmtes Verhalten bei der Preisbildung. Mit möglichen Sanktionen ist zu rechnen.






































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