FAO-Studie: Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung könnte bis 2040 um 30 Prozent steigen

03 April 2025
Stallmanagement
Geflügel Asien

FAO warnt: Der weltweite Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung könnte bis 2040 um 30 % steigen – besonders in Asien und Südamerika.

Der Einsatz von Antibiotika in der globalen Nutztierhaltung wird nach Einschätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) bis 2040 deutlich zunehmen. Wie aus einer aktuellen FAO-Studie hervorgeht, könnte die verabreichte Menge weltweit auf 143.481 Tonnen steigen – das entspricht einem Anstieg um rund 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019.

Asien und Südamerika treiben den weltweiten Verbrauch

Besonders stark wird der Einsatz von Antibiotika laut der in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichten Studie in der Region Asien/Pazifik erwartet. Dort würden bis zu zwei Drittel der globalen Menge eingesetzt. Südamerika würde demnach etwa ein Fünftel ausmachen, während Afrika und Nordamerika jeweils rund sechs Prozent und Europa rund fünf Prozent beitragen würden.

Als Hauptgrund für den Anstieg nennt die FAO das erwartete Wachstum der Tierproduktion weltweit. Dennoch sieht die Organisation Möglichkeiten, diese Entwicklung zu bremsen. Ein gezieltes Gegensteuern sei möglich – etwa durch verbesserte Tiergesundheit, optimierte Managementmethoden sowie eine höhere Effizienz in der Produktion.

Die FAO betont, dass der Antibiotikaeinsatz mit entsprechenden Maßnahmen bis 2040 deutlich reduziert werden könnte. Im günstigsten Fall sei ein Rückgang auf etwa 62.000 Tonnen denkbar. Ziel müsse es sein, mit gleichbleibender oder sogar geringerer Anzahl an Nutztieren mehr tierische Lebensmittel zu erzeugen.

FAO-Initiative RENOFARM soll Antibiotikaeinsatz bremsen

Zur Unterstützung der Länder hat die FAO die Initiative RENOFARM ins Leben gerufen („Reduzierung des Bedarfs an antimikrobiellen Mitteln in landwirtschaftlichen Betrieben für eine nachhaltige Transformation der Agrar- und Lebensmittelsysteme“). Mit politischen Leitlinien und technischer Hilfe will die FAO laut Agra-Europe (AgE) den Antibiotikaeinsatz verringern und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung der Tierhaltung fördern.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_Roop Dey
Quelle: AgE

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