EU-Antibiotikabericht: Resistenzen bleiben eine große Gefahr

10 März 2025
Stallmanagement
Antibiotika, Petri

Der EU-Antibiotikabericht zeigt, dass Antibiotikaresistenzen weiterhin ein ernstes Problem darstellen, obwohl es in der Tierhaltung Fortschritte gibt.

Der aktuelle EU-Antibiotikabericht für 2022 und 2023 zeigt, dass Antibiotikaresistenzen weiterhin eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen. Laut Bericht sind Resistenzen gegenüber dem Antibiotikum Ciprofloxacin sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin in Teilen gestiegen. Dennoch gibt es ermutigende Fortschritte bei der Reduzierung von Resistenzen in der Tierhaltung.

Resistenzen gegen wichtige Antibiotika weiterhin hoch

Trotz dieser positiven Entwicklungen bleiben Resistenzen gegen wichtige Antibiotika zur Behandlung von Krankheitserregern wie Salmonellen und Campylobacter auf einem hohen Niveau. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) veröffentlichten den Bericht am 5. April und warnen vor den weiterhin bestehenden Risiken.

Experten fordern strengere Überwachung und Maßnahmen

Die wissenschaftlichen Leiter der EFSA und des ECDC, Das Neves und Piotr Kramarz, fordern umfassende Maßnahmen im Rahmen des „One-Health“-Ansatzes. Dazu gehören eine bessere Überwachung, eine sektorübergreifende Zusammenarbeit und ein vorsichtigerer Einsatz von Antibiotika – auch in der Landwirtschaft. Nur so könne die Verbreitung resistenter Bakterien eingedämmt werden, betonen die Experten.

Für den Bericht wurden Daten aus den EU-Mitgliedstaaten sowie aus Großbritannien, Norwegen und der Schweiz ausgewertet. Die EFSA analysierte dabei die Daten aus der Nutztierhaltung, während die ECDC für menschliche Fälle zuständig war.

Fortschritte in der Tierhaltung, aber Risiken bleiben

Laut dem Bericht weisen mehr als die Hälfte der untersuchten Länder eine zunehmende Resistenz von Salmonellen- und Campylobacter-Bakterien beim Menschen gegenüber Ciprofloxacin auf. Besonders hohe bis extrem hohe Resistenzen wurden auch bei Nutztieren festgestellt, insbesondere bei Campylobacter. In der Geflügelhaltung sind vor allem Salmonellen und E. coli betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft nicht-typhoide Salmonellen als eine Gesundheitsbedrohung mit hoher Priorität ein.

Trotz dieser alarmierenden Entwicklungen zeigt der Bericht auch positive Trends. So ist in über der Hälfte der untersuchten Länder die Resistenz von Campylobacter gegenüber Makrolid-Antibiotika zurückgegangen. Zudem wurden Verbesserungen bei wichtigen Resistenzindikatoren von E. coli festgestellt. Laut EFSA und ECDC haben mehrere EU-Staaten in den vergangenen zehn Jahren „ermutigende Fortschritte“ bei der Verringerung der Antibiotikaresistenz in der Tierhaltung erzielt.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_Alessandro Grandini
Quelle: AgE

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