Die Vogelgrippewelle des Winters in der EU führt auch in Österreich weiter zu teilweisen Eier-Engpässen. Manche Großverbraucher, die sonst billigere Importware nutzen, kaufen jetzt heimische Eier. Diese fehlen dann im Supermarkt. Um besser versorgt zu sein, hat eine große Supermarktkette Frischeier aus Bayern geordert. Das sorgt für Verärgerung bei den österreichischen Produzenten.
Auch in Österreich hat die schlimme EU-Vogelgrippewelle des vergangenen Herbsts/Winters zu einer angespannten Versorgungslage geführt bzw. zu einer Verschiebung von Lieferströmen. Mit einer Produktion von über zwei Milliarden Eiern pro Jahr hat Österreich grundsätzlich einen hohen Eigenversorgungsgrad von knapp 90 Prozent. Der österreichische Lebensmittelhandel setzt dabei fast ausschließlich auf österreichische Frischeier. Der Bioanteil bei Haushaltskäufen lag 2025 bei rund 12 Prozent. Auf konventionelle Freilandhaltung entfielen 38 Prozent und auf Bodenhaltung rund 49 Prozent.
Verschiebung von Lieferströmen durch Eierknappheit
Die europaweite Eier-Knappheit hat dazu geführt, dass in Österreich manche Gastronomiebetriebe und Industrieunternehmen, die sonst billigere Importware verarbeiten, heimische Eier teils in Supermarktketten einkaufen. Das sagte der Obmann des österreichischen Produzentenverbands EZG-Frischei, Günther Wenninger, jetzt auf einer Pressekonferenz.
Um besser versorgt zu sein, hat eine große Supermarktkette in Österreich nun Frischeier aus Bayern ins Sortiment genommen. “Dieser Schritt hat bei uns zu großer Verärgerung geführt”, sagte der Vertreter der Eierproduzenten laut einer Meldung der Austria Presse Agentur (APA). Die heimischen Eierproduzenten würden sich gegenüber den Handelsketten an die einjährigen Lieferverträge halten. Am Spotmarkt liegen die Preise momentan natürlich deutlich höher.
Forderung nach fairen Preisen für heimische Ware
„Derzeit werden wieder neue Eier-Lieferverträge zwischen dem Handel und den Eierbauern verhandelt“, so Günther Wenninger. Der Iran-Krieg verheiße nichts Gutes, die gestiegenen Kosten müsse der Handel abgelten, forderte er faire Preise von den Eier-Packstellen und Supermarktketten.
Österreicherinnen und Österreicher essen laut „Agrarmarkt Austria“ (AMA) im Schnitt rund 250 Eier pro Jahr. Laut einer kürzlichen Umfrage im Auftrag der Supermarktkette Billa sind 7 von 10 Österreichern bereit, für Eier aus regionaler und tierfreundlicher Haltung zu Ostern mehr zu bezahlen.
Teilweise Zukauf von gefärbten Eiern aus der EU
Einige große Supermarktketten in Österreich wie Lidl und die Rewe-Töchter Adeg, Billa und Penny verkaufen laut eigenen Angaben nur Frischeier und gefärbte Eier aus Österreich. Beim Discounter Hofer gibt es laut Eigenangaben ebenfalls ausschließlich Frischeier aus Österreich. Um die erhöhte Nachfrage nach gekochten und bunt gefärbten Eiern in der Osterzeit abzudecken, verkaufe man vorübergehend auch Ostereier aus anderen EU-Ländern.
Die Preise für Bio- und Freiland-Eier sind in Österreich im Vergleich zur allgemeinen Inflationsentwicklung in den vergangenen Jahren weniger stark gestiegen. Eier aus Bodenhaltung kosteten deutlich mehr. Bio-Eier verteuerten sich in den heimischen Supermärkten laut AMA zwischen 2021 und 2025 um 18,4 Prozent auf 4,76 Euro (10er-Packung). Höher war das Preisplus bei Eiern aus Freilandhaltung (+24,7 Prozent) und Bodenhaltung (+42,9 Prozent). Zum Vergleich: Die Inflationsrate betrug seit 2021 rund 28 Prozent.
Österreichische Landwirte wollen neue Ställe bauen
Um die gestiegene Nachfrage nach Eiern aus dem Inland zu decken, soll laut Produzentenverband die Zahl der Legehennen in Österreich bis Ende 2027 von 7,5 auf 8 Millionen steigen. Dadurch würde der Selbstversorgungsgrad um 5 Prozentpunkte steigen. Derzeit errichteten landwirtschaftliche Betriebe neue Ställe. Um mehr Eier produzieren zu können, brauche es jedoch einen Abbau bürokratischer Hürden beim Stallbau.
Um den heimischen Absatz abzusichern, fordert die EZG-Frischei weiterhin eine verpflichtende Eier-Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie und Lebensmittelindustrie. Mit diesem Thema steht die österreichische Branche bekanntlich nicht allein da. Auch deutsche Verbandsvertreter fordern dies schon lange.




































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