Österreich: Eierknappheit durch Vogelgrippe– Ställe fehlen im Alpenland

09 April 2025
Österreich
Österreich

Vogelgrippe, teure Ställe und fehlender Nachwuchs führen zu Engpässen am Eiermarkt – besonders in der Gastronomie spitzt sich die Lage zu.

In Österreich drohen laut der Geflügelwirtschaft Österreich (GWÖ) Engpässe bei der Eierversorgung. Grund dafür seien vor allem die europaweit massiven Ausbrüche der Vogelgrippe, fehlende Preisanreize sowie mangelnde Investitionen in neue Stallanlagen.

Gastronomie leidet unter Eiermangel – Einzelhandel unter Druck

Obwohl die heimische Eierproduktion derzeit auf Hochtouren laufe, seien bestimmte Eiersorten im Handel teilweise nicht verfügbar, so die GWÖ. Die Vogelgrippe habe in anderen EU-Ländern Millionen Legehennen das Leben gekostet. Auch wenn Österreich selbst im vergangenen Herbst vergleichsweise gering betroffen war, beeinflussten die Auswirkungen im Ausland nun indirekt den heimischen Markt.

Besonders betroffen ist die Gastronomie: Großhändler, die sonst auf günstige Importe zurückgreifen, finden im Ausland derzeit kaum oder nur sehr teure Eier. Deshalb weichen viele Gastwirte auf den Lebensmitteleinzelhandel aus, was die Versorgung zusätzlich belastet. 

Hohe Baukosten bremsen nicht nur Investitionen, sondern auch den Nachwuchs
Gleichzeitig beklagt die Branche laut GWÖ, dass es kaum Nachwuchs gebe. Die hohen Kosten für Stallneubauten – sie haben sich in zehn Jahren verdoppelt – sowie aufwendige Genehmigungsverfahren mit bis zu zwei Jahren Vorlaufzeit, schrecken potenzielle Neueinsteiger ab.

Konsumenten bevorzugen Freilandeier – Absatz erreicht Rekordwerte

Trotz dieser Herausforderungen verweist die GWÖ auf den Fortschritt seit dem Ausstieg aus der Käfighaltung. Der Selbstversorgungsgrad mit Eiern ist seit 2010 von 70 % auf über 90 % gestiegen. In Österreich leben rund 7,4 Millionen Legehennen. Der Pro-Kopf-Konsum liegt bei etwa 248 Eiern pro Jahr, wobei sowohl Frischeier als auch verarbeitete Produkte berücksichtigt sind.

Auch die Agrarmarkt Austria (AMA) berichtet über Rekordwerte im Eierkonsum: 2024 kauften Haushalte im Schnitt 230 Eier für den Heimverzehr – mehr als je zuvor, selbst im Vergleich zur Corona-Zeit. Der Absatz im Lebensmitteleinzelhandel stieg laut AMA im Jahresvergleich mengenmäßig um 7,4 %, wertmäßig sogar um 9,5 %.

Das Konsumverhalten habe sich dabei verändert, so die AMA weiter. Freilandeier seien besonders gefragt – ihr Anteil wuchs von 35,4 % auf 37,6 %. Der Anteil von Bodenhaltungseiern sank leicht auf 49,7 %, während Bio-Eier mit einem stabilen Marktanteil von 12,7 % auf konstantem Niveau blieben.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_Martin Erdniss
Quelle: AgE

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.