Kommentar: Eiermarkt vor Weihnachten: Warum Packstellen am Limit arbeiten

19 Dezember 2025
Eiermarkt
deu

Kurz vor Weihnachten greifen Verbraucher besonders häufig zu Eiern. Die Nachfrage erreicht ein ungewöhnlich hohes Niveau – unabhängig von der Haltungsform. Packstellen stoßen dabei an ihre Grenzen, halten die Versorgung aber aufrecht. Engpässe betreffen vor allem einzelne Sortimente, nicht den Markt insgesamt. Ein Marktkommentar.

Fest zum Weihnachtsfest! Frische Konsumeier werden unabhängig von der Haltungsform erwartungsgemäß auf unwahrscheinlich hohem Niveau nachgefragt. Wen wunderts? Nur woher die Eier nehmen, wenn nicht stehlen? 
Packstellen sind täglich wie leergefegt und auf die täglichen Produktionsmengen angewiesen, um die bestehenden Kunden bestmöglich mit frischen Eiern zu versorgen.

KAT-zertifizierte Eier besonders knapp

Insbesondere KAT-zertifizierte Eier sind selbst für Geld und gute Worte auf dem sogenannten Spotmarkt nicht zu erwerben. Alles Verfügbare läuft in festen Bahnen und wird überwiegend nicht zur vollumfänglichen Versorgung der georderten und gewünschten Bedarfsmengen ausreichen. Oftmals ist das Werben um Verständnis bei Kunden alternativlos. Ob die georderten Bestellmengen auch tatsächlich zur Versorgung der Konsumenten vollständig benötigt werden, scheint in diesem Umfang zumindest fraglich zu sein. 

Grundsätzlich werden Konsumenten zum Weihnachtsfest über Eier verfügen können. Hier und da wird der Verbraucher sicherlich auf eine andere Verkaufsverpackung zurückgreifen müssen, sofern das gewünschte Produkt mal kurzfristig ausverkauft sein sollte. Von sogenannten „Hamsterkäufen“ sollte Abstand genommen werden. Es wäre eher kontraproduktiv. 

Lieferketten laufen weiter

Hühner sind das wohl größte Wunder der Natur und legen fast täglich ein neues Ei. Die Eierwirtschaft liefert fast täglich frische Eier sortiert und verpackt an die Zentrallager des Lebensmitteleinzelhandels, die alle Einkaufsmärkte täglich mit frischen Eiern versorgen. Natürlich wird sich die allgemeine Versorgungslage, aufgrund der individuellen Betroffenheit der Packstellen von den Auswirkungen des Vogelgrippegeschehens, sehr unterschiedlich darstellen. 

Verarbeitung tritt vorübergehend kürzer

Lediglich im Verarbeitungsbereich ist die Nachfrage inzwischen abgekühlt. Viele Verarbeitungsbetriebe sind im Betriebsurlaub und nutzen die wenigen Arbeitstage für Service- und Wartungsarbeiten. Einen sogenannten Eier-Stau wird es nach den Festtagen sicherlich nicht geben. Es ist eher mit Nachholbedarf zu rechnen. 

DEU, Thorsten Köhler
Bild: AdobeStock_Igas Studios
Quelle: DEU

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.

Verwandte Artikel