Der Eiermann – alles andere als vom Aussterben bedroht

14 April 2025
Deutschland
Eiermann Schwarting

„Klingeling, klingeling hier kommt der Eiermann!“ Nach diesem Motto fahren Familie Schwarting und ihre Fahrer rund um Oldenburg (Niedersachsen) über Land und verkaufen die Eier ihrer 3.000 Legehennen an einen festen Kundenstamm – und das mit steigender Tendenz. Eier sind beliebt.

„Jede Woche haben wir zwei bis drei neue Adressen“, sagt Heiko Schwarting aus dem niedersächsischen Hude-Hurrel. Er hält gemeinsam mit Ehefrau Anieka 3.000 Legehennen auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb. Neben dem Ackerbau werden außerdem Bullen und Schweine gemästet.

Seine Kundinnen und Kunden schwören auf den guten Geschmack der Eier: „Das liegt am Futter, an der Hygiene und an der guten Luft im Stall“, ist der Landwirt sich sicher. Bislang hält er die Tiere in Kleinvolieren. Die Sauberkeit von Stall und Eiern haben hier die oberste Priorität.

Je Gruppe leben 36 Tiere in den 60 Zentimeter hohen Volieren, in denen ihnen Sitzstangen, Scharrmatten und abgedunkelte Legenester zur Verfügung stehen. „Wir haben nur 1,3 Prozent Verluste und brauchen aufgrund des hohen Gesundheitsstatus keine Medikamente“, nennt er die Vorteile.

Kleingruppenhaltung läuft Ende 2025 aus

Die Kleingruppenhaltung hat ihren Ursprung in der Zeit, als das Ende der Käfighaltung für Legehennen kommen sollte. Sie war als Alternative gedacht. Allerdings läuft die Kleingruppenhaltung nun auch Ende diesen Jahres aus, nur bis dann ist sie in Deutschland noch zulässig. Danach müssen auch Schwartings ihre Tiere anders halten: „Wir sehen uns im Moment einige Ställe an. Vor allem geht es um die verschiedenen Einstreumöglichkeiten, die eine größtmögliche Sauberkeit mit sich bringen“, sagt Schwarting. Ihm ist es wichtig, dass die Eier aus seinem Stall auch nach der Umstellung genauso gut schmecken wie bisher.

In der Woche vor Ostern erwartet Schwarting eine höhere Nachfrage als normalerweise. „Aber Ostern ist mit Weihnachten nicht zu vergleichen. Der Zeitraum ist kürzer als die Adventszeit, in der viel gebacken wird“, erläutert der 43-jährige. Allerdings hat er mitbekommen, dass es derzeit schwer sei, Eier auf dem Großmarkt in allen Größen und aus allen Haltungsformen zu bekommen. Das habe mehrere Gründe: „Die Selbstversorgung in Deutschland liegt bei nur 72,4 Prozent und Junghennen sind im Moment teuer.“

Eierverbrauch wächst weiter in Deutschland

Ungeachtet der Widrigkeiten für die Landwirte haben die Verbraucher die leckeren und gesunden Eier als Quelle für hochwertiges Eiweiß zum günstigen Preis entdeckt. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern stieg 2024 nach vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) um zehn Stück von 239 in 2023 auf 249 Eier (+ vier Prozent) an. Die Erzeugung von Konsumeiern im Inland erhöhte sich ebenfalls - auf 15,2 Mrd. Stück (+ drei Prozent). Trotz derzeitiger Eierknappheit in den USA und in Großbritannien schätzt das BZL die Versorgung zu Ostern hierzulande als gesichert ein.

Landvolk Niedersachsen
Bild: Landvolk Niedersachsen

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