Der Eiermarkt wird sich laut Wim Thomassen, Verkaufsleiter bei der Union der Geflügelproduzenten (UPP) und Biomer Egg, auch in den kommenden Jahren gut entwickeln. Grund dafür ist ein „struktureller Mangel an Eiern“, wie Thomassen auf einer UPP-Sitzung erklärte. Die Ursachen: Vogelgrippeausbrüche weltweit und ein deutlicher Rückgang der Legehennenbestände in Deutschland, Belgien und den Niederlanden.
Vogelgrippe senkt weltweites Angebot an Eiern drastisch
Die Vogelgrippe bleibt ein zentrales Problem. „Das Vogelgrippevirus wurde von Oktober 2022 bis September 2023 in 50 Ländern bei Nutzgeflügel nachgewiesen“, sagte Thomassen. In diesem Zeitraum kam es weltweit zu 1.971 Ausbrüchen – ein bisher unerreichter Höchststand. Auch danach blieb das Niveau hoch: Von Oktober 2023 bis Februar 2025 wurden 949 Fälle gemeldet. Im März 2025 verursachten 121 Ausbrüche über 11 Millionen Todesfälle bei Geflügel, davon 2,3 Millionen in Europa. Thomassen rechnet nicht mit einer schnellen Entspannung: „Die Vogelgrippe wird auch in den kommenden Jahren weltweit Probleme bereiten.“
Legehennenbestände schrumpfen
Besonders betroffen ist der niederländische Legehennenbestand. Dieser ist laut UPP von 35 Millionen im Jahr 2017 auf 31 Millionen im Jahr 2024 gesunken. Aufgrund der starken Beteiligung an den Ausstiegsprogrammen Lbv und Lbv-plus rechnet die UPP bis Jahresende mit einem weiteren Rückgang auf 26 Millionen Tiere – ein Minus von über 25 Prozent innerhalb von neun Jahren. Thomassen betont: „Der niederländische Legebestand schrumpft erheblich.“ In Belgien sorgen strenge Stickstoffvorgaben ebenfalls für einen Rückgang. Deutschland verzeichnet zwar einen leichten Zuwachs, dennoch erwartet die UPP insgesamt einen Rückgang des Bestands in den drei Ländern um 5 Prozent – von 85 auf rund 80 Millionen Tiere.
Nachfrage steigt – besonders in Deutschland
Während das Angebot sinkt, wächst die Nachfrage. Besonders deutlich zeigt sich das in Deutschland: Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in den vergangenen zwei Jahren um 14 Eier gestiegen. Thomassen rechnet vor: „Deutschland hat 83 Millionen Einwohner, die 14 Eier mehr essen. Da geht es um 1,1 Milliarden Eier – das entspricht der Jahresproduktion von 3,4 Millionen Legehennen.“ Auch in Belgien und den Niederlanden bleibt der Konsum hoch. Ein weiterer Anstieg um nur fünf Eier pro Person in den drei Ländern würde zusätzliche 560 Millionen Eier erfordern – entsprechend der Leistung von 2,2 Millionen Hennen.
Trotz hoher Preise: Kaum neue Investitionen in Legehennenställe
Die Eierpreise bleiben laut Thomassen hoch: „Die Eiernotierungen liegen seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres über dem Niveau von 2023.“ Die Knappheit sei weiterhin spürbar: „Es kommen nicht plötzlich viel mehr Eier auf den Markt. Die Nachfrage ist da, aber die Eier sind einfach nicht da.“ Deshalb sieht er keinen Grund für einen Preisrückgang und beurteilt alle Marktsegmente – vom Konsumei bis zum Industrieei – positiv.
Zwar führten hohe Preise in der Vergangenheit oft zu Investitionen, aktuell sei das Gegenteil der Fall: Viele Legehennenhalter entschieden sich für den Ausstieg, was den Angebotsrückgang weiter verstärke.
Laut Quelle UPP ist in den kommenden Jahren weiterhin mit einem stabilen Eiermarkt zu rechnen. Die Kombination aus globaler Tierseuchengefahr, strukturellem Rückgang der Legehennenbestände und wachsender Nachfrage sorgt für dauerhaft hohe Preise.






































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