Die Stimmung bei Geflügelmästern ist zurzeit gut: „Geflügelfleisch ist im Aufwind“, freut sich auch Putenhalter Christoph Klomburg aus dem niedersächsischen Syke. Beim Landvolk Niedersachsen wurde jetzt eine neue Arbeitsgruppe Geflügel gegründet. Christoph Klomburg ist der Vorsitzende.
Christoph Klomburg übernimmt Vorsitz der neuen AG Geflügel
Christoph Klomburg bewirtschaftet in Syke im niedersächsischen Landkreis Diepholz einen Betrieb mit Putenmast. Er ist Vorsitzender der neu gegründeten Arbeitsgruppe (AG) Geflügel im Landvolk Niedersachsen. Dort wollen sich Geflügelhalter aus Niedersachsen regelmäßig austauschen, um ihre Anliegen dann in den Fachausschuss des Deutschen Bauernverbands einzubringen. Dort ist Klomburg ebenfalls Vorsitzender.
Zurzeit ist die Stimmung gut: „Geflügelfleisch ist im Aufwind“, freut er sich. Besonders Hähnchenfleisch werde zunehmend nachgefragt. Der Marktbericht des Deutschen Bauernverbands belegt diesen Trend: „Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg von 2023 auf 2024 um ein Kilogramm auf 20,9 kg“, heißt es dort. Der Putenfleischmarkt liegt gleichbleibend bei 4,6 kg pro Kopf und Jahr.
Wenig Geflügelpestfälle dank strenger Hygienemaßnahmen
„Die Haltung der Puten ist anspruchsvoll“, sagt Klomburg, dessen Familie sich seit mehr als 30 Jahren mit diesen Tieren beschäftigt. Besonders froh ist er, dass Niedersachsen in Bezug auf die Geflügelpest bislang glimpflich durch den Winter gekommen ist. „Es haben sich alle an die strengen Hygienemaßnahmen gehalten“, ist der Tierhalter erleichtert.
Klomburg beteiligt sich an der Initiative Tierwohl, das entspricht der Haltungsstufe 2 des Handels. „Neben dem zusätzlichen Platz und den Außenklimareizen kommen ab diesen Sommer Strohballen als Aufsitzmöglichkeit dazu, um den Stall noch besser zu strukturieren“, plant der 42-jährige.
Umbau auf höhere Haltungsstufen gut abwägen
Weitere Schritte, die mit mehr Bauaufwand und zusätzliche Genehmigungen verbunden seien, wie ein Wintergarten oder sogar Auslauf, müssten in Ruhe abgewogen werden. „Dafür muss erst der Absatz gesichert sein“, stellt Klomburg klar. Derzeit stamme 90 Prozent des Geflügelfleischs aus Haltungsstufe 2. In Kantinen oder Restaurants werde jedoch leider meistens noch nicht die Haltungsstufe ausgezeichnet, sodass dort zum Teil auch günstigere Importe zum Einsatz kämen.
Nachhaltigkeit in der Geflügelhaltung: Effizienz als Vorteil
Neben dem Wohl der Tiere ist dem Landwirt die Klimabilanz seiner Arbeit wichtig. „Das ist ein großes Pfund, mit dem Geflügelhaltung wuchern kann“, sagt Klomburg. Denn pro Kilogramm Fleisch brauchen Hähnchen und Co weniger Futter als andere Tierarten. „Effizienz ist gleichbedeutend mit klimaschonend“, lautet seine Einschätzung.
Darüber hinaus ist sein Ziel, dass die Kreisläufe auf seinem Hof rund laufen. Er füttert den eigenen Weizen, streut mit dem eigenen Stroh ein und verteilt den Mist im Anschluss wieder auf seinen Äckern. Der Strom wird auf den Dächern des Stalls mittels Photovoltaikanlage produziert. „Nur bei der Wärme sind wir noch nicht autark“, bedauert Klomburg. Denn in der vierwöchigen Aufzucht brauchen Putenküken kuschelig warm.
































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