Die Klassische Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, sorgt seit Jahren immer mal wieder für Schlagzeilen. Und sie verunsichert die Menschen. Denn die meisten wissen nicht: Was genau versteht man unter Vogelgrippe? Was löst Vogelgrippe aus? Wie verbreitet sich die Seuche? Wie sollte man sich verhalten? Ist Rassegeflügel weniger empfänglich für Geflügelpest? In unserem Geflügelwiki beantworten wir die wichtigsten Fragen und ergänzen diese regelmäßig.
Die Vogelgrippe ist eine von Viren ausgelöste Infektionskrankheit. Die Wirtstiere in der Natur sind vor allem wilde Wasservögel, wie zum Beispiel Wildgänse. Viele Menschen nennen die Krankheit „Vogelgrippe“, Fachleute sprechen von Aviärer Influenza (von lat. avis, Vogel).
Die Vogelgrippe-Viren treten in zwei Modifikationen auf:
Beide Formen gibt es in vielen Untergruppen, den so genannten Subtypen (H1-16 in Kombination mit N1-9). Bezeichnungen wie „H5N1“ oder „H7N9“ beschreiben diese Virusvarianten.
Die milden Varianten lösen bei Hausenten oder Gänsen oft nur leichte Krankheitszeichen aus. Doch sie können sich plötzlich in aggressive Varianten verändern (mutieren). Dann werden sie hochgefährlich. Wenn die aggressive Variante auftritt, ist sie für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen. Fachleute sprechen dann vom klinischen Bild der Geflügelpest.
Zwischen der Ansteckung mit dem Vogelgrippe-Virus bis zum Ausbruch der Klassischen Geflügelpest vergehen nur wenige Stunden bis wenige Tage. Die Symptome wirken oft unspezifisch und sind schwer zu deuten.
Typische Anzeichen bei Hühnern können folgende sein:
Typische Anzeichen bei Enten und Gänsen können folgende sein:
Quelle: FLI, Bildquelle: AdobeStock_Piotr Krzeslak
Die Vogelgrippe (Aviäre Influenza, H5N1) breitet sich im Herbst und Winter 2025 in vielen Regionen Deutschlands aus. Dabei betrifft sie sowohl Wildvögel als auch Geflügelhaltungen. Wer die Lage verfolgen möchte, sollte auf die Daten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) schauen. Das Institut veröffentlicht jede Woche eine aktualisierte Übersichtskarte. Sie zeigt, in welchen Landkreisen das Virus bei Wildvögeln oder in Geflügelbeständen nachgewiesen wurde.
Das FLI gilt als zentrale wissenschaftliche Einrichtung für Tiergesundheit in Deutschland und sammelt Meldungen aus allen Bundesländern. Die Karten erlauben einen schnellen Überblick.
Neben der FLI-Karte hilft der Geflügelpest-Ticker 2025, den Überblick zu behalten. Dort erscheinen laufend neue Informationen zu bestätigten Ausbrüchen, eingerichteten Sperrzonen und Biosicherheitsvorgaben.
Die Vogelgrippe gilt inzwischen als dauerhaft im Wildvogelbestand verankert. Das bedeutet: Fälle treten das ganze Jahr über auf, häufen sich aber im Herbst und Winter. Deshalb hilft ein regelmäßiger Blick auf die Lagekarten des FLI und den Geflügelpest-Ticker, um Entwicklungen früh zu erkennen und Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.
Nein. Das FLI widerspricht diesem Gerücht eindeutig. Geflügelpest trifft alles Geflügel, unabhängig von Art oder Haltungsform.
Ende 2022 bewiesen über 50 Ausbrüche in Rasse- und Hobbyhaltungen, wie rasch sich das Virus verbreiten kann. Viele dieser Fälle gingen auf Ausstellungen zurück, auf denen sich die Tiere gegenseitig angesteckt hatten.
Quelle: FLI
Im Jahr 2025 melden Behörden vor allem verendete Kraniche, aber auch Gänse und Schwäne. Fachleute rechnen mit weiteren Fällen. Während Geflügelbetriebe ihre Biosicherheit hochfahren, stellt sich vielen Spaziergängern die Frage: Wie reagiere ich richtig, wenn ich ein totes Tier entdecke?