Vogelgrippe einfach erklärt: Was Sie über das Virus H5N1 und weitere Varianten wissen müssen

Vogelgrippe einfach erklärt: Was Sie über das Virus H5N1 und weitere Varianten wissen müssen

Die Klassische Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, sorgt seit Jahren immer mal wieder für Schlagzeilen. Und sie verunsichert die Menschen. Denn die meisten wissen nicht: Was genau versteht man unter Vogelgrippe? Was löst Vogelgrippe aus? Wie verbreitet sich die Seuche? Wie sollte man sich verhalten? Ist Rassegeflügel weniger empfänglich für Geflügelpest? In unserem Geflügelwiki beantworten wir die wichtigsten Fragen und ergänzen diese regelmäßig.

Was ist die Vogelgrippe?

Die Vogelgrippe ist eine von Viren ausgelöste Infektionskrankheit. Die Wirtstiere in der Natur sind vor allem wilde Wasservögel, wie zum Beispiel Wildgänse. Viele Menschen nennen die Krankheit „Vogelgrippe“, Fachleute sprechen von Aviärer Influenza (von lat. avis, Vogel). 

Die Vogelgrippe-Viren treten in zwei Modifikationen auf:

  • milde Varianten, die kaum krank machen (geringpathogen). Fachleute nennen diese Varianten LPAIV (Low Pathogenic Avian Influenza Virus)
  • aggressive Varianten, die sehr krankmachend sind und Tiere oft töten (hochpathogen). Fachleute nennen diese Varianten HPAIV (High Pathogenic Avian Influenza Virus)

Beide Formen gibt es in vielen Untergruppen, den so genannten Subtypen (H1-16 in Kombination mit N1-9). Bezeichnungen wie „H5N1“ oder „H7N9“ beschreiben diese Virusvarianten.

Die milden Varianten lösen bei Hausenten oder Gänsen oft nur leichte Krankheitszeichen aus. Doch sie können sich plötzlich in aggressive Varianten verändern (mutieren). Dann werden sie hochgefährlich. Wenn die aggressive Variante auftritt, ist sie für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen. Fachleute sprechen dann vom klinischen Bild der Geflügelpest.  

Wie verläuft die Vogelgrippe?

Zwischen der Ansteckung mit dem Vogelgrippe-Virus bis zum Ausbruch der Klassischen Geflügelpest vergehen nur wenige Stunden bis wenige Tage. Die Symptome wirken oft unspezifisch und sind schwer zu deuten.

Typische Anzeichen bei Hühnern können folgende sein:

  • Das Gefieder wirkt stumpf und struppig.
  • Die Tiere werden rasch teilnahmslos.
  • Sie fressen und trinken nicht mehr.
  • Sie atmen schwer oder niesen.
  • Aus Augen und Schnabel läuft Flüssigkeit.
  • Sie bekommen Durchfall.
  • Sie wirken verwirrt oder verlieren das Gleichgewicht.
  • Der Kopf schwillt an.
  • Der Kamm oder die Füße färben sich blaurot.
  • Die Tiere legen plötzlich keine Eier mehr – oder nur noch dünne, verformte.

Typische Anzeichen bei Enten und Gänsen können folgende sein:

  • Sie wirken teilnahmslos.
  • Sie haben Ausfluss aus Augen und Schnabel.
  • Sie verweigern Futter und Wasser.
  • Sie bekommen Durchfall.
  • Sie atmen schwer.
  • Sie zeigen Gleichgewichtsstörungen oder Zwangsbewegungen.

Quelle: FLI, Bildquelle: AdobeStock_Piotr Krzeslak 

geflügelpest 2025 kraninch

Im Jahr 2025 waren viele Kraniche von der Geflügelpest betroffen.

Wo ist aktuell die Vogelgrippe? Hier finden Sie die aktuellen Ausbruchsgebiete in Deutschland

Die Vogelgrippe (Aviäre Influenza, H5N1) breitet sich im Herbst und Winter 2025 in vielen Regionen Deutschlands aus. Dabei betrifft sie sowohl Wildvögel als auch Geflügelhaltungen. Wer die Lage verfolgen möchte, sollte auf die Daten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) schauen. Das Institut veröffentlicht jede Woche eine aktualisierte Übersichtskarte. Sie zeigt, in welchen Landkreisen das Virus bei Wildvögeln oder in Geflügelbeständen nachgewiesen wurde.

Das FLI gilt als zentrale wissenschaftliche Einrichtung für Tiergesundheit in Deutschland und sammelt Meldungen aus allen Bundesländern. Die Karten erlauben einen schnellen Überblick.

Geflügelpest-Ticker mit Meldungen aus den Landkreisen

Neben der FLI-Karte hilft der Geflügelpest-Ticker 2025, den Überblick zu behalten. Dort erscheinen laufend neue Informationen zu bestätigten Ausbrüchen, eingerichteten Sperrzonen und Biosicherheitsvorgaben.

Warum regelmäßiges Nachschauen wichtig bleibt

Die Vogelgrippe gilt inzwischen als dauerhaft im Wildvogelbestand verankert. Das bedeutet: Fälle treten das ganze Jahr über auf, häufen sich aber im Herbst und Winter. Deshalb hilft ein regelmäßiger Blick auf die Lagekarten des FLI und den Geflügelpest-Ticker, um Entwicklungen früh zu erkennen und Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Geflügelpest Ticker 2025

Im Gefügelpest-Ticker finden sich aktuelle Informationen zum Vogelgrippe-Geschen in Deutschland und Europa.

Stimmt es, dass Rassegeflügel weniger anfällig ist?

Nein. Das FLI widerspricht diesem Gerücht eindeutig. Geflügelpest trifft alles Geflügel, unabhängig von Art oder Haltungsform.

Ende 2022 bewiesen über 50 Ausbrüche in Rasse- und Hobbyhaltungen, wie rasch sich das Virus verbreiten kann. Viele dieser Fälle gingen auf Ausstellungen zurück, auf denen sich die Tiere gegenseitig angesteckt hatten.

Quelle: FLI

Ein Tierarzt untersucht Rassegeflügel

Ein Tierarzt untersucht Rassegeflügel.

Wie verhalte ich mich bei Vogelgrippe richtig?

Im Jahr 2025 melden Behörden vor allem verendete Kraniche, aber auch Gänse und Schwäne. Fachleute rechnen mit weiteren Fällen. Während Geflügelbetriebe ihre Biosicherheit hochfahren, stellt sich vielen Spaziergängern die Frage: Wie reagiere ich richtig, wenn ich ein totes Tier entdecke?

Verhaltenshinweise

  • Abstand halten: Wer einen toten oder kranken Wildvogel sieht, bleibt am besten ein paar Meter weg. Abstand schützt – auch vor unbemerktem Kontakt mit Kot, der das Virus übertragen kann.
  • Nicht anfassen: Verendete oder sicht¬bar kranke Vögel dürfen Sie auf keinen Fall berühren. Das gilt ebenso für andere tote Wildtiere.
  • Behörden informieren – aber nicht selbst hinbringen: Melden Sie den Fund sofort der zuständigen Veterinärbehörde. Ein kurzer Anruf genügt. Fachkräfte holen das Tier ab, damit sich das Virus nicht über Aasfresser weiterverbreitet oder in andere Rastgebiete gelangt. Wichtig: Packen Sie den Vogel nicht ein und bringen Sie ihn nicht selbst zum Amt.
  • Schuhe und Kleidung reinigen: Sind Sie unsicher, ob Sie Kot berührt haben – etwa an Schuhen oder Hosen – reinigen Sie alles gründlich. So verhindern Sie, dass Sie das Virus unbeabsichtigt in andere Gebiete tragen.
  • Hunde fernhalten: Halten Sie Ihren Hund von toten Vögeln fern. In betroffenen Gebieten sollte er an der Leine bleiben. So vermeiden Sie, dass er ein verendetes Tier berührt oder erschreckt und damit weitere Vögel aufscheucht.  (Quelle: Land und Forst)

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