Das Ramelsloher Huhn, auch bekannt als das Norddeutsche Blaubein, ist eine historisch bedeutende Hühnerrasse, die ihren Ursprung in der kleinen Ortschaft Ramelsloh bei Hamburg hat. Gezüchtet aus dem robusten Vierländer Landhuhn, wollte der Hamburger Reeder A. D. Wichmann eine Rasse mit besserem Brutverhalten und höherer Legeleistung erzielen. Diese Bemühungen führten zur Entstehung des Ramelsloher Huhns zwischen 1880 und 1920, einer Zeit, in der es in Hamburg, der Nordheide, den Vierlanden und im Alten Land weit verbreitet war.
Hier ein kurzer Steckbrief zum Ramelsloher Huhn:
| Eigenschaft: | Beschreibung: |
| Herkunft | ursprünglich aus Ramelsloh, nahe Hamburg, Deutschland. Entstanden durch Kreuzung von Vierländer Landhühnern mit Spaniern, Andalusiern und Cochins seit 1870. |
| Gattungen | Haushuhn (Gallus gallus domesticus). |
| Lateinischer Name | Gallus gallus domesticus. |
| Farben | weiß und Gelb mit auffälligen, fast schwarzen Augen, schieferblauen Läufen und Schnabel sowie kräftig roten Kamm und Kehllappen. |
| Größe | 30-55 cm |
| Gewicht | Hahn: 2,5 - 3 kg, Henne: 2 - 2,5 kg. |
| Legeleistung | ca. 170 Eier pro Jahr. |
| Eierschalenfarbe | weiß / cremefarben |
| Eigewicht | die Eier wiegen ca. 55-60 g. |
| Lebenserwartung | 5-8 Jahre |
| Besonderheiten | robust und zahm; ausgezeichnete Futtersucher; vertragen auch niedrige Temperaturen. Stehen auf der Roten Liste alter und gefährdeter Hühnerrassen. |
| Platzbedarf | empfohlen werden Freilandhaltung, 6 m² Stallfläche pro Tier und mindestens 4 m² Auslauf pro Tier. |
| Brutlust | relativ gering. |
| Haltung | anspruchslos, besonders zutraulich und robust, eignen sich für Freilandhaltung. |
| Futter | als gute Futtersucher benötigen sie eine abwechslungsreiche Nahrung, die sie zum Teil selbst suchen können. Zusätzlich sollten sie ausgewogenes Geflügelfutter erhalten. |
| Flugfähigkeit | etwas höher bei Jungtieren, aber im Allgemeinen ist diese Rasse nicht für ihre gute Flugfähigkeit bekannt. |
| Herkunftsland | Deutschland |
Das Ramelsloher Huhn, charakterisiert durch seine intensive Blautönung des Schnabels und der Läufe sowie einen roten Kamm, erlangte rasch Anerkennung für seine Zweinutzungseigenschaften. Es liefert sowohl eine bemerkenswerte Fleischqualität als auch eine hohe Legeleistung. Die Rasse ist bekannt für ihre gute Winterlegeleistung, mit einer durchschnittlichen Produktion von etwa 170 Eiern pro Jahr, und ihr feinfaseriges, schmackhaftes Fleisch, was sie besonders als Sonntagsbraten beliebt macht.
Die Haltung des Ramelsloher Huhns ist vergleichsweise unkompliziert. Die Tiere gelten als robust, wetterhart und ausgezeichnete Futtersucher, wenn sie genügend Auslauf erhalten. Ihre Anpassungsfähigkeit und Zutraulichkeit gegenüber Menschen machen sie zu einer idealen Wahl für die Freilandhaltung und für Interessierte, die eine tiefe Beziehung zu ihren Nutztieren pflegen möchten.
Das Ramelsloher Huhn ist in seiner Existenz akut bedroht. In Deutschland gibt es weniger als 50 engagierte Züchter, so dass das Ramelsloher Huhn auf der "Roten Liste" der gefährdeten Tierarten als „stark gefährdet“ eingestuft ist. Die Initiative zur Rettung und Erhaltung dieser Hühnerrasse wird maßgeblich vom Sonderverein der Züchter des Ramelsloher Huhnes getragen. Der 1905 gegründete Verein widmet sich mit Leidenschaft der Erhaltung dieser kulturhistorisch bedeutenden Hühnerrasse.
Hervorzuheben ist der Erhaltungszuchtring für das Ramelsloher Huhn, der sich speziell um die Förderung des seltenen gelben Farbschlages einsetzt. Dabei geht es nicht nur um die Erhaltung der genetischen Vielfalt, sondern auch darum, die Rasse wieder als alltäglichen Begleiter im ländlichen Raum zu etablieren. Trotz der Schwierigkeiten, die mit der Erhaltung dieser seltenen Rasse verbunden sind, unterstreicht das Engagement für das Ramelsloher Huhn die Bedeutung der Geflügelzucht in Deutschland und die Dringlichkeit, traditionelle Rassen und ihre unverwechselbaren Merkmale für zukünftige Generationen zu erhalten.
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