Angesichts der in Europa und jüngst vor allem in Deutschland auftretenden Fälle von Newcastle Disease hat Großbritannien seine Risikoeinschätzung hochgestuft. Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter werden aufgefordert, ihre Wachsamkeit zu erhöhen. Man befürchtet, dass sich das Virus weiter nach Westen ausbreitet.
Die jüngsten bestätigten Fälle von Newcastle-Disease (ND) in Spanien, Polen und Deutschland haben in Großbritannien dazu geführt, dass die Regierung die Risikostufe von niedrig auf mittel angehoben hat. Das berichtet das Fachmagazin „Poultry World“. Das britische Ministerium für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (Defra) sieht aktuell die Gefahr, dass sich die Krankheit ausbreitet und über Wildvögel oder indirekte Wege nach Großbritannien eingeschleppt wird. Zugvögel sind in Großbritannien bis etwa Mai in Richtung ihrer Sommerquartiere unterwegs.
Der britische Bauernverband NFU (National Farmers Union) warnte, dass die Gefahr einer Krankheitsübertragung von Wildvögeln auf Geflügelbestände real sei. Der Schutz des nationalen Geflügelbestands habe höchste Priorität. Der NFU forderte Geflügelhalter auf, Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten und die verpflichtenden Impfungen sicherzustellen. Auch in Großbritannien ist die Newcastle Disease meldepflichtig, jeder Verdacht muss sofort angezeigt werden.
Massiver ND-Seuchenzug in den 1970er Jahren
In Großbritannien gab es in den 1970er Jahren einen große ND-Seuchenzug mit über 7.000 betroffenen Beständen. 1997 gab es mehrere Ausbrüche bei Masthähnchen und Puten. Diese Ausbrüche wurden mit dem damaligen strengen Winter und infizierten Zugvögeln in Verbindung gebracht.
Von Seiten von Veterinärbehörden wird darauf hingewiesen, dass Biosicherheit und Impfungen die zentralen Eckpfeiler der Vorbeugung sind. Legehennen- und Elterntierhalter befolgten in der Regel die strengen Impfprogramme mit mehreren Lebendimpfstoffen und einer abschließenden Dosis eines inaktivierten Impfstoffs vor Legebeginn. Das Auftreten von ND in geimpften Geflügelbeständen in der EU werfe jedoch die Frage auf, ob eine fehlerhafte Verabreichung die Wirksamkeit beeinträchtigt haben könnte.
Newcastle hat ein breites Wirtsspektrum
Die Newcastle-Krankheit kann bekanntlich durch direkten Kontakt mit infizierten Vögeln oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Fahrzeuge, Geräte, Kleidung, Wasser oder Futtermittel übertragen werden. Im Gegensatz zur Vogelgrippe, die hauptsächlich Wasservögel befällt, hat die Newcastle-Krankheit ein breiteres Wirtsspektrum, das Tauben, Krähen, Möwen und andere Arten umfasst. Dies erschwere die Prävention und unterstreicht die Bedeutung konsequenter Hygienemaßnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben, so ein Vorstand des Verbandes der Freiland-Legehennenhalter.
Biosicherheit soll hochgefahren werden
Auch dieser forderte auf, Impfpläne vollständig einzuhalten, den Besucherverkehr auf den Höfen einzuschränken, strenge Reinigungsmaßnahmen zu gewährleisten und bei ungewöhnlichen Anzeichen sofort zu handeln. Das Aufstellen von Fußdesinfektionsmitteln an den Eingängen von Geflügelställen, die Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen sowie die umgehende Beseitigung von Futterresten, um Wildvögel fernzuhalten, seien wesentliche Bestandteile der Prävention.

































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