Newcastle-Krankheit breitet sich in Brandenburg aus: großer Legehennenbetrieb und Hobbyhaltung betroffen

06 März 2026
Biosicherheit
legehhennen

Die Newcastle-Krankheit ist erneut in Brandenburg ausgebrochen. In den Landkreisen Spree-Neiße und Dahme-Spreewald bestätigten Behörden neue Fälle der Tierseuche. Besonders schwer trifft es einen großen Legehennenbetrieb mit rund 270.000 Tieren. Veterinärämter haben Schutzmaßnahmen angeordnet und Restriktionszonen eingerichtet.

Newcastle-Krankheit in Legehennenbetrieb bestätigt

Im Landkreis Spree-Neiße haben Behörden den Ausbruch der Newcastle-Krankheit in einem großen Legehennenbestand amtlich festgestellt. Betroffen sind drei Stalleinheiten mit jeweils etwa 90.000 Hennen.

Der Bestand fiel zunächst durch erhöhte Tierverluste und eine sinkende Legeleistung auf. Der betreuende Tierarzt entnahm daraufhin Proben und ließ sie in einem akkreditierten Privatlabor untersuchen. Dort wiesen Fachleute bereits das Virus nach.

Das Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße sperrte den Betrieb sofort. Anschließend untersuchte das Landeslabor Berlin-Brandenburg amtlich entnommene Proben und bestätigte das aviäre Paramyxovirus. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte schließlich den Ausbruch der Newcastle-Krankheit endgültig.

Auch Kleinsthaltung im Landkreis Dahme-Spreewald betroffen

Ein weiterer Fall trat in einer kleinen Hühnerhaltung im Landkreis Dahme-Spreewald auf. Der Halter meldete den Behörden, dass innerhalb kurzer Zeit fünf seiner sechs Hühner verendet waren.

Das Veterinäramt sperrte den Bestand und ließ Proben untersuchen. Auch hier wies das Landeslabor Berlin-Brandenburg das aviäre Paramyxovirus nach. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte anschließend den Ausbruch der Newcastle-Krankheit.

Das letzte verbliebene Tier ließ das Veterinäramt aus Tierschutzgründen töten. Zudem passte der Landkreis Dahme-Spreewald die Schutz- und Überwachungszonen an.

Behörden richten Schutz- und Überwachungszonen ein

In beiden Landkreisen ordneten die Veterinärbehörden umfassende Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung an. Grundlage bildet eine Tierseuchen-Allgemeinverfügung.

Zu den wichtigsten Schritten gehört die tierschutzgerechte Tötung der betroffenen Tiere. Außerdem richten die Behörden eine Schutzzone mit mindestens drei Kilometern Radius und eine Überwachungszone mit mindestens zehn Kilometern Radius um die betroffenen Betriebe ein.

Die genauen Grenzen dieser Restriktionsgebiete veröffentlichen die zuständigen Veterinärämter der Landkreise Spree-Neiße und Dahme-Spreewald auf interaktiven Karten. Geflügelhalter in den betroffenen Regionen erhalten zudem direkte Informationen über die geltenden Maßnahmen.

Vier Ausbrüche seit 1996 in Brandenburg

Mit den aktuellen Fällen steigt die Zahl der Newcastle-Ausbrüche in Brandenburg auf vier seit 1996. Die Tierseuche gilt als hochansteckend für Geflügel und kann sowohl große Bestände als auch kleine Hobbyhaltungen treffen.

Die Behörden rufen Geflügelhalter deshalb auf, ihre Bestände aufmerksam zu beobachten und bei Auffälligkeiten sofort den Tierarzt oder das zuständige Veterinäramt zu informieren.

Geflügelnews
Bild: Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V.
Quelle: MLEUV

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