Erik van Veldhuisen setzt nicht auf Verkaufsgespräche, sondern auf Offenheit. Der niederländische Geflügelzüchter zeigt, wie er arbeitet – und lässt sein Produkt für sich sprechen. Mit klarer Organisation und ausgelagerten Prozessen baut er seine Direktvermarktung Schritt für Schritt aus.
Ein Neuanfang mit klarer Haltung
Erik van Veldhuisen wuchs auf einem Milchviehbetrieb mit Entenzucht auf. 2014 entschied er sich für einen Schnitt. Er wollte weiter Landwirt bleiben, aber anders wirtschaften. In Renswoude kaufte er ein Grundstück und errichtete seinen ersten Masthähnchenstall für rund 25.000 Tiere. In den Anfangsjahren arbeitete er zusätzlich außerbetrieblich, um ein stabiles Einkommen zu sichern.
Direktvermarktung wächst mit dem Betrieb
2016 begann der Verkauf von Geflügelfleisch direkt ab Hof. Sechs Jahre später folgte der zweite Stall – erneut für 25.000 Masthühner. Heute verkauft van Veldhuisen rund 15 Prozent seiner Produktion direkt an Verbraucher sowie an Hof- und Regionalgeschäfte. Der Absatz entwickelte sich nicht durch aggressive Vermarktung, sondern durch konsequente Offenheit.
Die eigene Geschichte erzählen
Was van Veldhuisen antreibt, sind die Bilder und Geschichten, die außerhalb der Branche über Geflügelhaltung kursieren. Viele davon empfindet er als falsch. Deshalb setzt er darauf, Einblicke zu geben und Abläufe zu erklären. Die Reaktionen fallen überwiegend positiv aus. Verbraucher kaufen, weil sie verstehen, wie das Produkt entsteht.
Transparenz braucht Struktur
Ein wichtiger Schritt war die Zusammenarbeit mit dem Schlachthof. Nach offenen Gesprächen verständigten sich beide Seiten auf eine enge Kooperation. Auch der Schlachthof sieht den Wert darin, die Geschichte hinter dem Produkt zu zeigen. Für van Veldhuisen steht fest: Transparenz bleibt eine Daueraufgabe.
Hoher Aufwand in kurzen Zeitfenstern
Alle acht Wochen erreicht die Arbeitsspitze den Betrieb. Bestellungen müssen abgewickelt werden, Kunden erhalten Einblicke in die Geflügelhaltung, neue Küken kommen an, und die Ställe werden gereinigt. Ohne klare Planung ließe sich diese Phase kaum bewältigen.
Verarbeitung bewusst ausgelagert
Der Teil der Schlachtung, der für den Eigenverkauf bestimmt ist, kehrt auf den Hof zurück und wird anschließend von einem externen Unternehmen verarbeitet und verpackt. Van Veldhuisen kennt die Vorbestellungen genau und weiß deshalb, welche Mengen er benötigt. Das reduziert Verluste und schafft Planungssicherheit.
Ein Verkaufstag pro Woche
Der Hofladen öffnet nur freitags. An diesem Tag holen Kunden ihre Bestellungen ab, zudem beliefert van Veldhuisen regionale Geschäfte. Mehr Öffnungszeiten plant er bewusst nicht. Seine Priorität liegt bei den Tieren. Alles, was nicht direkt zur Tierbetreuung gehört, lagert er aus.
Marketing durch Ehrlichkeit
Klassisches Marketing betreibt der Geflügelzüchter kaum. Er verlässt sich darauf, seine Geschichte sachlich zu erzählen. Wichtig ist ihm, nichts zu beschönigen. Am Ende, so sagt er selbst, essen wir die Tiere. Solange der Wohlstand steigt, bleibt die Landwirtschaft unter genauer Beobachtung.
Breites Sortiment, klare Preise
Van Veldhuisen will möglichst viel Fleisch selbst vermarkten. Durch den Wegfall des Zwischenhandels kann er preislich mit dem Supermarkt mithalten. Sein Sortiment wuchs über die Jahre: ganze Hühner, Schnitzel, Hackfleisch und weitere Teilstücke gehören heute dazu. Größere Verpackungseinheiten gewinnen an Bedeutung, da sie Kosten sparen und die Verarbeitung erleichtern.
Neue Absatzwege mit Bedacht
Online-Verkauf erscheint naheliegend, bringt bei Frischware jedoch logistische Herausforderungen. Deshalb kooperiert van Veldhuisen mit einem externen Online-Anbieter. Auch einen Verkaufsautomaten prüfte er, verwarf die Idee aber wegen der geringen Verkehrslage am Standort.
Qualität als Bindungselement
Für van Veldhuisen entscheidet die Qualität über Kundentreue. Schnelle Verarbeitung und zügiges Einfrieren sichern Frische und Haltbarkeit. Tiefgekühlte Ware verschafft zudem Zeit, den gesamten Bestand abzusetzen. Das Sortiment passt er laufend an die Nachfrage an, vor allem an die seiner größeren Abnehmer.
Vorbestellungen reduzieren Verluste
Im Direktverkauf arbeitet er überwiegend mit kleineren Verpackungen. Kunden bestellen vorab und erhalten genau die Produkte, die sie wünschen. Das senkt Restmengen und vereinfacht die Planung. Stammkunden kennen die Lieferzyklen und stellen sich darauf ein.
Zufrieden mit dem Weg
Zehn Jahre nach dem Start zieht van Veldhuisen eine positive Bilanz. Er ist Landwirt geblieben, aber auf seine Weise. Der Betrieb entwickelte sich so, wie er es sich vorgestellt hatte. Lernen gehört weiterhin dazu – und genau das macht für ihn den Reiz aus.
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