Die Generation Z ernährt sich bewusster und kocht häufiger selbst, als manche Klischees vermuten lassen. Zugleich bleibt Fleisch für die große Mehrheit Bestandteil der Ernährung. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Besonders auffällig für die Geflügelbranche: Unter den Fleischarten liegt Geflügel klar vorn. Gleichzeitig prägen Protein, Geschmack, Preis und eine einfache Zubereitung die Kauf- und Essgewohnheiten der 16- bis 29-Jährigen.
Mehr als die Hälfte kocht täglich selbst
Convenience statt Kochtopf? Dieses Bild trifft auf die Generation Z offenbar nur bedingt zu. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, täglich zu Hause selbst zubereitete Mahlzeiten zu essen. Frauen tun dies etwas häufiger als Männer.
Zugleich beschäftigt sich die junge Generation intensiv mit ihrer Ernährung. 71 Prozent entscheiden nach eigenen Angaben täglich eher oder sehr bewusst, was sie essen. Dabei stehen Gesundheit und Wohlbefinden weit oben: Mehr als die Hälfte möchte sich so ernähren, dass sie gesund bleibt. Rund zwei von fünf Befragten wollen sich durch ihre Ernährung besser fühlen. Etwa jeder Dritte verbindet Essen zudem mit körperlicher Fitness und gutem Aussehen.
Doch Gesundheit entscheidet nicht allein. Rund zwei Drittel legen besonderen Wert auf Geschmack. Knapp die Hälfte achtet auf Nährstoffe und einen günstigen Preis. Rund zwei von fünf wünschen sich Lebensmittel und Gerichte, die sich einfach zubereiten lassen.
Damit verbindet die Gen Z mehrere Ansprüche: Essen soll gesund und schmackhaft sein, ins Budget passen und sich ohne großen Aufwand in den Alltag integrieren lassen.
83 Prozent beziehen Fleisch in ihre Ernährung ein
Auch beim Fleischkonsum zeichnet die Befragung ein anderes Bild als das einer überwiegend vegetarisch oder vegan lebenden jungen Generation.
Auf die Frage nach ihrem Ernährungstyp bezeichnen sich 30 Prozent als Flexitarier. Weitere 35 Prozent essen regelmäßig Fleisch. 18 Prozent machen ihre Ernährungsweise von der jeweiligen Situation abhängig. Insgesamt ordnet die Studie damit 83 Prozent der Befragten Ernährungsformen zu, bei denen Fleisch zumindest teilweise auf dem Speiseplan steht. Elf Prozent ernähren sich vegetarisch oder vegan.
„Die aktuelle Civey-Umfrage räumt mit Vorurteilen zur Gen Z auf“, sagt Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft. Die Ergebnisse zeigten, dass junge Verbraucher bewusst auswählten und Geschmack, Gemeinschaft, Proteinversorgung, Preis sowie einfache Zubereitung miteinander verbinden wollten.
Für Schleicher passt Geflügelfleisch zu diesen Anforderungen: Es liefere hochwertiges Protein und lasse sich unkompliziert mit Gemüse, Salaten oder Bowls kombinieren.
Geflügel führt bei der bevorzugten Fleischart
Für Geflügelhalter und die vor- und nachgelagerten Bereiche der Branche dürfte vor allem die Wahl der Fleischart interessant sein. 52 Prozent der Befragten bevorzugen Geflügel. Rindfleisch folgt mit 23 Prozent, Schweinefleisch erreicht 15 Prozent.
Bei Frauen fällt der Vorsprung noch deutlicher aus. 57 Prozent bevorzugen Geflügel und 19 Prozent Rind. Unter den Männern entscheiden sich 46 Prozent für Geflügel und 28 Prozent für Rind.
Die Zahlen deuten damit auf eine starke Position von Geflügelfleisch bei jungen Verbrauchern hin. Pflanzliche Lebensmittel stehen dazu nicht zwingend im Gegensatz. Fleisch und Gemüse landen beispielsweise gemeinsam in Bowls, Salaten und anderen kombinierten Gerichten.
Protein prägt die Ernährung der Gen Z
Ein weiteres Ergebnis sticht hervor: Protein spielt für die junge Generation eine zentrale Rolle. Gut sieben von zehn Befragten achten darauf, ausreichend Protein aufzunehmen. Weniger als jeder Zehnte hält die eigene Proteinzufuhr für unwichtig.
Das Interesse beschränkt sich dabei nicht auf Fitnesssportler oder regelmäßige Fleischesser. Auch Flexitarier, Vegetarier und Veganer achten laut Befragung auf eine ausreichende Versorgung.
Bei den bevorzugten Proteinquellen stehen Eier und Geflügelfleisch mit jeweils gut der Hälfte der Nennungen an der Spitze. Es folgen Milchprodukte, Proteinpulver, Rindfleisch und Fisch.
Für die Geflügelwirtschaft ist diese Entwicklung in zweifacher Hinsicht relevant: Mit Eiern und Geflügelfleisch gehören gleich zwei Erzeugnisse der Branche zu den bevorzugten Proteinquellen junger Verbraucher.
Geschmack und Proteingehalt sprechen für Geflügel
Warum wählen junge Menschen Geflügel? Jeweils gut die Hälfte der Befragten nennt den Geschmack und den hohen Proteingehalt als Grund.
Rund zwei von fünf schätzen zudem die Nährwerte. Etwa drei von zehn nennen den geringen Fettgehalt, die einfache Zubereitung und die Alltagstauglichkeit.
Rund drei von fünf Befragten schreiben Geflügel eine wichtige Rolle für genussvolles und gesundes Essen zu. Noch deutlicher fällt die Einschätzung bei proteinreicher Ernährung aus: Gut sieben von zehn sehen Geflügel hier als wichtig an.
Damit trifft Geflügelfleisch nach den Ergebnissen der Befragung mehrere Anforderungen gleichzeitig, die für junge Verbraucher eine Rolle spielen: Geschmack, Protein, Nährwerte und eine unkomplizierte Zubereitung.
Social Media prägt die Beschäftigung mit Essen
Die Gen Z kocht nicht nur, sie zeigt ihr Essen auch online. Jede fünfte Person zwischen 16 und 29 Jahren veröffentlicht täglich Bilder oder andere Inhalte rund um das eigene Essen. Fast zwei von fünf tun dies mindestens einmal pro Woche.
Dabei steht nach Angaben der Befragten nicht allein die Reichweite im Mittelpunkt. Gut ein Drittel veröffentlicht Gerichte, weil sie ansprechend aussehen. Drei von zehn möchten Erinnerungen festhalten. Gut ein Viertel will besonderes Essen mit anderen teilen. Nur etwa jeder Siebte nennt Likes als Grund für einen Food-Post.
Digitale Kanäle dienen zugleich als Informationsquelle. 39 Prozent suchen aktiv im Internet nach Anregungen. Jeweils 26 Prozent orientieren sich an Social-Media-Trends oder nutzen KI-Anwendungen. 25 Prozent folgen Influencern und Content Creators, 21 Prozent verwenden Ernährungs-Apps oder Tracker. 14 Prozent informieren sich über Online-Artikel und Blogs. Bei dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich.
Für Erzeuger und Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft zeigt das, wie stark digitale Kanäle inzwischen die Auseinandersetzung junger Verbraucher mit Lebensmitteln begleiten.
Was die Ergebnisse für die Geflügelwirtschaft bedeuten
Die Befragung liefert der Geflügelbranche mehrere Hinweise auf die Erwartungen einer jungen Verbrauchergruppe. Die 16- bis 29-Jährigen achten stark auf Protein, wollen zugleich Geschmack und eine einfache Zubereitung und behalten den Preis im Blick. Geflügelfleisch erreicht bei der bevorzugten Fleischart den höchsten Wert.
Die Ergebnisse zeigen allerdings Einstellungen und Selbstauskünfte der Befragten. Sie messen weder tatsächlich gekaufte Mengen noch den Pro-Kopf-Verbrauch. Für Geflügelhalter und Vermarkter geben sie dennoch Hinweise darauf, welche Eigenschaften junge Verbraucher mit ihrer Ernährung verbinden und welche Rolle Geflügel dabei spielt.
Über die Studie
Civey befragte im Auftrag des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft vom 15. bis 18. Juli 2026 online 2.000 Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren in Deutschland. Nach Angaben der Auftraggeber sind die Ergebnisse durch Quotierungen und Gewichtungen unter Berücksichtigung eines statistischen Fehlers von 2,5 Prozentpunkten repräsentativ.





































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