Putenzucht in den Niederlanden: Zwei Wege, zwei Meinungen

02 März 2025
Pute
Twan und Guus Jenniskens

Twan und Guus Jenniskens wollen der Putenhaltung treu bleiben.

Guus Jenniskens: Nachfolger mit Herz für die Putenbranche

Twan und Guus Jenniskens betreiben die größte Putenfarm der Niederlande in Ysselsteyn, Limburg. Alle acht Wochen stallen die Unternehmer 24.000 Puten an ihrem Aufzuchtort ein. Die Hühner und Hähne werden nach etwa sechs Wochen an zwei weitere Standorte umgesiedelt. "Wir arbeiten mit einem Alter pro Standort", sagt Twan Jenniskens.

In den letzten Jahrzehnten hat sich der niederländische Putensektor weitgehend auf das benachbarte Deutschland konzentriert. "Aber mit unseren Beter Leven Truthähnen haben wir es geschafft, mit vier Unternehmern einen Heimmarkt zu schaffen. Es handelt sich um einen geschützten Markt. Wir haben eine gute Beratung mit unseren Kunden und produzieren nach Nachfrage. Ich bin da positiv", sagt Jenniskens.

Der Putenzüchter sieht um sich herum, dass der Sektor, in dem er tätig ist, immer kleiner wird. "Das ist eine Schande. Es bietet aber auch Möglichkeiten für diejenigen, die bleiben. Putenfleisch wird weiterhin gegessen. Es ist ein gesundes Produkt. In den Niederlanden wird Truthahn vor allem als Weihnachtsprodukt angesehen. 

Putenfleisch hat auch das Image, dass es zu trocken ist. Das stimmt nicht. Es kommt auf eine gute Vorbereitung an. Es ist schade, dass wir als kleiner Sektor unser Fleisch nicht ausreichend vermarkten können und zu wenig Einfluss haben", sagt Jenniskens. Der Putenzüchter verkauft einmal im Monat Putenfleisch unter dem Namen Peelturkey.

Jenniskens überlegte einmal, die Truthähne gegen Masthähnchen auszutauschen. Dieser Gedanke wurde zu Hause nicht mit Jubel aufgenommen, im Gegenteil. Firmennachfolger Guus hat sein Herz an die Putenbranche verloren. "Ich sehe keine Zukunft für mich in Masthähnchen. Das war auch meine erste Reaktion, als mein Vater einen Wechsel vorschlug. Mein Herz ist bei den Truthähnen. Ich sehe daher keine Umstellung auf Masthähnchen. Das wäre wirklich eine Notlösung", ist Guus Jenniskens überzeugt.

Die niederländische Putenzucht steht unter Druck – während Guus Jenniskens an seinem Betrieb festhält, hat Marco Schrotenboer auf Masthähnchen umgestellt.

Marco Schrotenboer: Warum er auf Masthähnchen umstieg

Marco Schrotenboer (53) hielt bis vor wenigen Jahren Beter Leven Truthähne. Jetzt arbeitet er an seinem sechzehnten Durchgang Better Leven-Hähnchen.

Mangelnde Absatzsicherheit ist für den Unternehmer der Hauptgrund, Ende 2021 nach mehr als dreißig Jahren die Tierart zu wechseln. "Ich war dabei, mein gesamtes Unternehmen auf Beter Leven-Truthähne umzustellen. Aber gleichzeitig wurde ich gebeten, 30 % weniger Tiere zu setzen. Das passte mir nicht", sagt der ehemalige Vorsitzende des Kreises der Putenzüchter von LTO/NOP. Er überlegt sich seine Optionen und wählt eine neue Herausforderung, nachdem er über seinen Futterberater auf die Spur der Küken gekommen ist.

Schrotenboer ist zufrieden mit seiner Entscheidung. "Es gefällt mir sehr gut. Die Erträge sind sehr gut. Die Küken benötigen auch weniger Arbeit. Die Anlieferung der Tiere ist einfacher."

Schrotenboer war schließlich fünf Jahre lang Vorsitzender des Kreises der Putenzüchter. Mit dem Wechsel von Truthähnen zu Masthähnchen hörte er mit seiner Arbeit dort auf und übergab das Zepter des Vorsitzenden an Dirk van der Sterren. Schrotenboer verfolgt den Putensektor nun aus der Ferne. 

"Der Putensektor war bereits klein und wird noch kleiner werden. Es gibt kein Wachstum. Einige Betriebe schließen, andere entscheiden sich ebenfalls für Hähnchenmast. Es ist schwer abzuschätzen, wie viele Unternehmen übrig bleiben werden. Mit der Schließung des deutschen Schlachthofs Sprehe geht eine Option verloren. Das macht es nicht besser. Ich finde es positiv, dass die Putenzüchter von Beter Leven jetzt die Erlaubnis haben, andere Rassen zu halten. Das ist eine gute Entwicklung."

Bouke Poelsma
Bild: Anne van der Woude, Bert Jansen

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