Mit 20 Jahren gehört Jakob Schröder zu den besten Nachwuchskräften der Grünen Berufe in Niedersachsen. Der Tierwirt Fachrichtung Geflügel wurde von der Landwirtschaftskammer als Jahrgangsbester ausgezeichnet – und hat zusätzlich schon einen zweiten Gesellenbrief als Fleischer. Auf dem elterlichen Betrieb will er jetzt mit der Direktvermarktung durchstarten.
Jakob Schröder ist derzeit terminlich sehr ausgebucht: „Ich kann mich über Langeweile nicht beklagen“, lacht er. Er lebt im schleswig-holsteinischen Elskop nahe Glückburg und fährt noch bis Ende April fünf mal in der Woche nach Hamburg. Hier drückt er wieder die Schulbank, um seinen Abschluss als Fleischermeister zu machen. Außerdem arbeitet er im elterlichen Betrieb mit und hilft am Wochenende beim Catering der Fleischerei aus dem Nachbarort.
Derzeit auf dem Weg zum Fleischermeister
Mit dem Meisterbrief als Fleischer soll dann zunächst erst mal Schluss sein mit Aus-/Fortbildung. Schon mit 15 Jahren hat Jakob Schröder seine Ausbildung zum Fleischer im Nachbarort begonnen, in dem Betrieb, in dem er am Wochenende heute noch bei Bedarf aushilft: „Ich wollte immer im Bereich Lebensmittel arbeiten, sie herzustellen ist ein toller Beruf, finde ich.“ Die Liebe zu dieser Branche hat ihren Ursprung im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb. Schon als Schüler unterstützte Jakob Schröder vor allem seine Mutter Stefani, die einen Hofladen und eine Direktvermarktung aufgebaut hat.
In erster Linie werden dort eigene Milchprodukte verkauft. Die Milch kommt von den 120 Kühen des Betriebes, einem weiteren Schwerpunkt neben 200 ha Ackerbau und Hähnchenmast. Der Renner im Hofladen sind die über 30 Sorten Eis, die Jakobs Mutter alle selbst herstellt – ausschließlich mit natürlichen Zutaten. Außerdem gibt es auch Wurstwaren von Jakobs Lehrbetrieb und Eier vom eigenen Hof. Den ersten Hühnerstall hat Jakob Schröder bereits mit sechs Jahren auf dem Hof eingerichtet, die Betreuung der heute 200 Legehennen sind seine Sache.
Direktvermarktung von Hähnchen und -teilen
Ebenfalls zum Betrieb gehören zwei Hähnchenmastställe, ein 40.000er und einer mit 20.000 Plätzen: „Wir sind hier weit und breit die einzigen Hähnchenmäster“, erzählt er. Nach einer Mastrunde können Kunden im Hofladen auch frisch geschlachtete Hähnchen oder Hähnchenteile kaufen. Das läuft über Vorbestellung, die Kunden werden immer rechtzeitig über den nächsten Schlachttermin informiert.
Mit 18 Jahren hatte Jakob Schröder seinen Fleischer-Gesellenbrief in der Tasche. Nach nur einer Woche Pause begann er vor drei Jahren dann die zweite Ausbildung in der Landwirtschaft: „Mein älterer Bruder Paul hat den Betrieb zuhause übernommen, aber unsere Idee war immer, dass ich dort auch für mich ein Standbein finde,“ sagt er.
Vielseitige Ausbildung bei der Rothkötter Gruppe
Die zweijährige Ausbildung zum Tierwirt, Fachrichtung Geflügel, absolvierte er komplett bei der P & P Farmbetriebe GmbH, einem Unternehmen der Rothkötter Gruppe, Meppen (Landkreis Emsland). Gearbeitet hat er in der Elterntieraufzucht und -haltung, aber auch in der Brüterei und in Hähnchenställen. „Diese große Bandbreite war toll,“ sagt er zurückblickend. Sehr gefreut hat ihn, dass er im vergangenen Jahr als Jahrgangsbester unter den Auszubildenden der Grünen Berufe ausgezeichnet wurde.
Den Berufsschulunterricht müssen die Schülerinnen und Schüler der Fachrichtung Geflügel als Blockunterricht in Halle oder in Bayern absolvieren. Jakob Schröder entschied sich für Halle. Unter 16 Mitschülern seines Jahrgangs war er der Einzige, der von einem landwirtschaftlichen Betrieb kommt: „ Aber ich weiß, dass keiner von meinen Mitschülern Sorge hat, hinterher eine Stelle zu finden. Im Gegenteil, gut ausgebildete Fachkräfte sind auch in der Landwirtschaft sehr gefragt.“
Ausbau der Direktvermarktung im Plan
Nach Ende der Meisterschule will Jakob verstärkt seine Mutter mit dem Hofladen und der Direktvermarktung unterstützen: „Mein Bruder macht die Milchkühe und den Ackerbau, das passt gut,“ betont er. Zur Direktvermarktung des Hofes gehört auch ein Eiswagen, mit dem seine Mutter zu Events in der Region fährt. Die Hähnchen für den Hofladen dürfen bereits vor Ort geschlachtet werden, für das Schlachten von Rindern braucht es jedoch einen Fleischermeister und erweiterte Räumlichkeiten.
Das einzurichten und dann auch eigenes Rindfleisch zu verkaufen, steht auf dem Plan, sagt Jakob. „Landwirt und Tierwirt sind tolle und vielseitige Berufe, wenn man anpacken mag,“ findet er. Da er das kann, wird er vermutlich auch in den kommenden Jahren keine Langeweile haben.
Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.